Hermann - das magazin aus cottbus für die lausitz

Hermann - das magazin aus cottbus für die lausitz das Veranstaltungs- & Stadtmagazin aus Cottbus für die Lausitz DAS NEUE VERANSTALTUNGSPORTAL von hermann:
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31/12/2025
lesebühnengeschehen.Die Lesebühne Cottbus lud am 29. Oktober zur Lesebühne im Oktober (https://www.facebook.com/events/1...
26/11/2025

lesebühnengeschehen.
Die Lesebühne Cottbus lud am 29. Oktober zur Lesebühne im Oktober (https://www.facebook.com/events/1106254041576456) ein. Es lasen Daniel Ratthei, Anika Jäkel, Shary Gajardo und als Gast die wunderbare Daniela Böhle.
Texte vom Feinsten! Danke!
Und da der Monat schon wieder rum ist, hier die Einladung zur November-Lesebühne: https://www.facebook.com/events/1872459246957512/?acontext=%7B%22event_action_history%22%3A[%7B%22surface%22%3A%22search%22%7D%2C%7B%22mechanism%22%3A%22your_upcoming_events_unit%22%2C%22surface%22%3A%22bookmark%22%7D]%2C%22ref_notif_type%22%3Anull%7D

Oder viel kürzer: Matthias Heine, Daniel Ratthei, Udo Tiffert und die Liedermacherin Rosa Hoelger laden ein und singen, lesen und tanzen vielleicht. Oder alle anderen.
Der Eintritt ist wie immer frei, wie der Gedanke

26. November, Glad House, 20.30 Uhr geht‘s los!
Kommt vorbei, lest mit.




Impressionen von unserem Fotografen: The Schwartzman P. Vanderbuilt

filmfestivalgeschehen.Das Filmfestival 2025 ist Geschichte. Zum 35. Male fand das FilmFestival Cottbus statt. Auch HERMA...
10/11/2025

filmfestivalgeschehen.
Das Filmfestival 2025 ist Geschichte. Zum 35. Male fand das FilmFestival Cottbus statt. Auch HERMANN war dabei. Ein Dank geht raus an unseren Reporter Henning Rabe alias (Iron Henning) für die tollen Berichte zum FFC25.

Tag sechs, ein Abgesang (Heiko Portale):
Ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Die Stadt war voll, voller als sonst. Das fand ich toll. Es gab schöne Filme, schöne Gespräche, schöne Treffen. Ich konnte halt irgendwann nicht mehr sitzen. Ich weiß nicht, wen man daran arbeiten lassen könnte. Ich bin mehrfach an der Tages- und Abendkasse mit dem Hinweis nach Hause geschickt worden: Alles ausverkauft, und manchmal: "schon seit Tagen". Mir fehlte der Veranstaltungsort Stadthalle, trotz der, dort eben eher auf große Konzerte ausgelegten, Atmosphäre. Heimeliger und gemütlicher war das jetzt schon in den eher kleineren Spielstätten und Aufführungsräumen. Massen sind in der Stadthalle besser aufzufangen.
Es geht aber auch die Sichtbarkeit des Festivals in der Stadt verloren: Wenn einer der zentralen Plätze eine Woche lang blau illuminiert ist, sorgt das für größere Aufmerksamkeit, ist meine bescheidene Meinung.
Der (leider graue Sonn-)Tag begann mit dem Märchenfilm des swr "schwanensee", der im Glad House gleich zweimal hintereinander gezeigt wurde. Anwesend war der Hauptdarsteller, der sich auch den Fragen des Publikums stellte.
Es liefen Filme aus dem Spotlight "Weimarer Dreieck", u.a. "Cold War", dem FFC-Eröffnungsfilm vor einigen Jahren sowie Close-up Estonia, Hits, Spectrum, U18, Cottbus Masters, Ecoeast, "Don‘t Call Me Vintage", "Midnight Madness", dem Kurzfilm Wettbewerb und "Transsylvanian Shorts". Insgesamt 18 Filme und zwölf Kurzfilme der Langen Nacht der Kurzen Filme I & II sowie den fünf Transsylvaniern. Dazu gesellten sich die beiden Gewinnerfilme "Beautiful Evening, Beautiful Day" und "Wrooklin Zoo". Quasi: die volle Dröhnung!
Den letzten Film des Festivals, Wrooklin Zoo", im Weltspiegel leitete Programmdirektor Bernd Buder unter anderem mit den Worten: "... danke, dass Sie dabei waren und kommen Sie nächstes Jahr, zum 36. FilmFestival Cottbus wieder", ein.
Danke, gerne!

In diesem Sinne: Fare Well!

filmfestivalgeschehen.Das Filmfestival ist in seine Saison 2025 gestartet. Zum 35. Male findet das FilmFestival Cottbus ...
09/11/2025

filmfestivalgeschehen.
Das Filmfestival ist in seine Saison 2025 gestartet. Zum 35. Male findet das FilmFestival Cottbus statt. Auch HERMANN ist wieder dabei. Unser Reporter Henning Rabe alias (Iron Henning) begleitet euch durch die spannenden Tage.

Tag fünf:
Gern hätte ich noch viel mehr in Cottbus gesehen, doch ist mir heute nur ein Film vergönnt, da die öffentlichen Verkehrsmittel bekanntlich nicht sicherstellen können, dass man pünktlich an einem Arbeitsplatz in einer anderen Stadt erscheint. (Zum Glück gibt es Freunde, die einem den Schienenersatzverkehr in Richtung Lübben ersparen!) Im Obenkino, das sich inzwischen richtig heimelig anfühlt, läuft:
IM NAMEN DES ANDEREN von Rosalia Romaniec.
Ein starkes dokumentarisches Stück: Im Polen der 1970er Jahre möchte Heinz Piotr in die Türkei reisen und beantragt einen Reisepass. Er wird ihm verwehrt, dazu ein ausdrückliches Reiseverbot in alle kapitalistischen Staaten und Jugoslawien erteilt. Das ist seltsam, und die Erklärung dafür kann er nicht wissen:
Im Zuge der Reiseerleichterungen zwischen BRD und VRP dürfen zahlreiche Polen nach Westdeutschland reisen, teilweise sich niederlassen. Einer von ihnen ist ein Agent, der die Identität von Heinz Piotr übernommen hat. Der echte Piotr wurde zweijährig aus dem Waisenhaus geholt und adoptiert; hatte aber eine deutsche Mutter. Der Agent wird Angestellter beim Amt für Aussiedler und Zuwanderung in Bremen und gibt sich bei Piotrs Mutter als ihr Sohn aus. Er wird Teil der fremden Familie.
Unterdessen macht sich der echte Piotr über Kontakte auf die Suche nach seiner echten Mutter, findet sie – und plötzlich hat das Rote Kreuz in Bremen zwei Polen mit einer einzigen Identität! Der Agent wird enttarnt und ist der allerletzte Austausch-Agent, der an der Glienicker Brücke ausgetauscht wird. Der echte Piotr erleidet drei Tage später einen "Herzinfarkt" und wird nicht obduziert.
Regisseurin Romaniec, die Nichte des echten Heinz Piotr, macht den Agenten ausfindig und konfrontiert ihn mit seiner Vergangenheit ... Mitnehmende Doku über die Opfer von Geheimdiensten während des Kalten Krieges. Der Stoff ist auch als Spielfilm "Der Doppelgänger" von Jan Holoubek verarbeitet worden, der auch bei dieser Festival-Ausgabe gezeigt wurde.
Dann wird es schon Zeit, die Habseligkeiten zusammenzupacken. Ein lobendes Wort muss ich aber unbedingt noch zum Festival-Trailer verlieren. Er ist in den zehn Jahren, die ich beim FFC dabei bin, der beste; einer, der auch dem vielfachen Sehen standhält und nicht nervt. Was passiert: Eine Reiterin ist auf einem Feld unterwegs, auf dem Rücken ein weißes Paket; Jugendliche rennen durch einen Wald, treffen das sorbische Bescherkind mit dem obligatorischen Begleiter, auch sie haben einen leuchtenden weißen Quader bei sich. Zwei Seniorinnen bringen ebenfalls einen solchen Kasten an einen bestimmten Ort: Eine Wiese, auf der eine Menschenmenge erwartungsvoll in eine Richtung sieht. Die Reiterin ist nun durch eine weiße Wand zu sehen, in der noch ein einziges Rechteck fehlt. Sie schiebt ihren Quader hinein – und eine riesige Leinwand ist entstanden. Die Menschen davor stehen wie im Science-Fiction-Film vor einem Raumschiff, oder, besser noch, wie Sektenanhänger, die ihres Heiligtums ansichtig werden. Dann folgt schon die Schrifttafel mit den Festivaldaten. Unprätentiös, gedanklich auf den Punkt. Ein Kompliment an Regisseur Oskar Koller.
Im letzten Jahr zeigte der Trailer einen kleinen Kinosaal, in dem eine bunte Mischung an Leuten (mit Popcorn) saß, aber leider niemand, wie er auf dem Festival tatsächlich in eine Vorstellung geht, kein Fachbesucher und kein Cottbuser. Man muss natürlich nicht unbedingt an der Realität kleben (im Hintergrund des diesjährigen Kenn-Films ist eine Berliner Hochhauslandschaft zu sehen) – aber man darf auch nicht zu viel hineinlegen und didaktisch agieren wollen. Wie im Spielfilm eben auch.
Nicht nur alles in allem, sondern in jedem Falle war es dieses Jahr – korrespondierend mit der Dauer-Sonne – ein besonders schönes Festival, das mir mal wieder viel zu kurz geriet. So hoffe ich für 2026, wieder dabei sein zu können – hoffentlich gibt es dann auch wieder die Stadthalle als Spielort – und wünsche bis dahin ein paar angenehme, abwechslungsreiche Monate.

Hinzugefügt (Heiko Portale):
Neben Rosalia Romaniec, der Regisseurin des polnischen Beitrags IM NAMEN DES ANDEREN und Jan Holoubek, regisseur des Films "Der Doppelgänger" im Obenkino stellte sich auch Duzan Duong, Regisseur des Films "Summer School" den Fragen des Publikums.

filmfestivalgeschehen.Das Filmfestival ist in seine Saison 2025 gestartet. Zum 35. Male findet das FilmFestival Cottbus ...
09/11/2025

filmfestivalgeschehen.
Das Filmfestival ist in seine Saison 2025 gestartet. Zum 35. Male findet das FilmFestival Cottbus statt. Auch HERMANN ist wieder dabei. Unser Reporter Henning Rabe alias (Iron Henning) begleitet euch durch die spannenden Tage.

Tag vier:
MAYFLIES von Emília Goldberg
ist der erste von zwei ungarischen Wettbewerbsbeiträgen, die heute auf meinem Programmzettel stehen. Eine gewalttätige Doppelmörderin mit dem Spitznamen Steve, die sich absichtlich in die Männerabteilung hatte einweisen lassen, wartet in ihrer düsteren Zelle auf die Vollstreckung des Todesurteils. Die Tochter des Gefängnispfarrers (Natasa Stork auf dem Foto) wird bei einer Bibelstunde auf den berühmten Häftling aufmerksam. Und umgekehrt – es ist wie Liebe auf den ersten Blick.
Steve, alias Pipás Pista, ist eine wahre Figur, die im Ungarn der 1930er Jahre für Geld arme Familien von überzähligen Mäulern befreite, so eine Legende. Eine andere sagt, sie hätte nur böse Menschen getötet. Nun beginnt sie mit der Pfarrerstochter, mit der Bibel lesen zu lernen. Ihre Bekehrung und die Initiative ihrer Partnerin in Gedanken rettet die Missetäterin schließlich vor dem Strang. Eine Beziehung ist in dieser Zeit und unter diesen Umständen völlig unmöglich; was bleibt, sind die wenigen Stunden ungestörten Zusammenseins in der schmutzigen Zelle ...
Ein Kino der stillen Töne, der Zartheit inmitten einer menschenfeindlichen Umgebung, unprätentiös und geschmackvoll. Man kann kaum denken, dass der Film beinahe kein Budget hatte, so gekonnt agieren Stoff, Schauspiel und Gestaltung miteinander.
In Zeitlupensequenzen sieht man die titelgebenden Eintagsfliegen über ruhigem Wasser schweben. Diese etwas größere Spezies, die über der Tisza (Theiß) schwärmt, ist nur an einem Tag im Jahr zu beobachten. Die Crew hatte nur kein Geld, um mehrere Tage am Flussufer auszuharren, sie hatten nur den einen Tag – der dann auch der war, an dem sie auf das Geheiß eines lokalen Biologen zum Dreh anrückten. Glücksfall!

Im Obenkino wird es anschließend dokumentarisch:
THE BIG CHIEF von Tomasz Wolski
ist eine rasant geschnittene Collage über den polnischen Superspion Leopold Trepper. Ab 1937 arbeitete er für die Russen als Koordinator von Roten Kapelle-Gruppen, in Frankreich und Belgien; als Tarnung betrieb er eine überaus erfolgreiche Export-Import-Firma. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ ihn Stalin in seiner pathologischen Perfidie erst einmal zehn Jahre einsperren.
Endlich konnte er nach Polen zurückkehren. Doch 1967, nach dem Sechs-Tage-Krieg, begann Parteichef Gomułka eine antisemitische Kampagne, die im Jahr darauf zur erzwungenen Ausreise von ca. 20.000 Juden aus der VR Polen führte. (Zur Gomułka-Ära sei hier wärmstens Marek Hłaskos Buch "Die schönen Zwanzigjährigen" ans Herz gelegt.) Nur ein Jude durfte nicht hinaus – Trepper wurde unter Hausarrest gestellt und kam erst nach fünf Jahren durch den Druck internationaler Unterstützer aus dem Lande.
Die Figur wird in den Interview-Ausschnitten und Aussagen der Wegbegleiter aber nicht wirklich klar. In einer französischen Fernsehsendung streitet er ab, je Spion gewesen zu sein. Und gibt an, nach seiner Verhaftung durch die Gestapo nur "wie ein Krebs in einem Körper" kollaboriert zu haben. Je mehr er zu offenbaren scheint, desto mehr gerät alles in eine Schwebe ...
Cleveres Porträt eines Mannes, der im Getriebe der Zeitgeschichte mutmaßlich zu taktieren wusste.
Zurück in den Wettbewerb. Im Weltspiegel läuft:
ORPHAN von László Nemes
Budapest. Es ist 1957, und der Vater des Jungen Andor Hirsch ist immer noch nicht nach Hause zurückgekehrt. Er ist "in den Lagern im Rauch aufgegangen", hieß es immer. Doch Andor gibt die Hoffnung nicht auf, dass das Wunder des Wiedersehens eines Tages geschehen wird. Doch Ereignisse und Aussagen lassen die Befürchtung entstehen, dass der Junge vielleicht einen anderen Vater hat. Aber bitte nicht diesen Mann, der eines Nachts die Mutter besucht und dem Jungen begutachtend eine grelle Lampe ins Gesicht hält. Diese grobschlächtige Metzger-Type – als hätte Manfred Deix sie gezeichnet – kann nie und nimmer der Vater von Andor sein ...
Nemes arbeitet mit dem Atem der großen Meister. Er nimmt sich die Zeit, die Situation geruhsam zu etablieren. Diese Zeit braucht es aber auch, um all die raffinierten Details genießen zu können. Die Kamera von Mátyás Erdélyi verleiht den gelb stichigen, oft dunklen oder gebleichten Szenerien eine schwelgerische Note. Senkrechte Draufsichten sind sehr in Mode gekommen, bei ihm sind sie indes immer ein wenig angewinkelt und zeigen so neue oder neuartig erscheinende Blickwinkel. Die extrem unscharfen Hintergründe, wie wir sie schon von "Son of Saul" und "Sunset" kennen, werden in der ersten Stunde eher sparsam eingesetzt, kehren aber immer öfter wieder, je weiter sich das Drama zuspitzt. Das Finale ist dann wahrhaft nervenzerreißend!
Auch wenn mein Liebling mal wieder nicht die Lubina gewinnen wird, ist dies für mich der herausragende Beitrag des diesjährigen Festivals.

Hinzugefügt (Heiko Portale):
Im Weltspiegel lief auch Gregor Andolseks Film "This Is a Robbery!" in der SPEKTRUM-Reihe. Der Slovene war auch anwesend und stellte sich den Fragen des Publikums. Cooler Film btw.
Mich hinterließ eher fragend der FFC-Spot, ich fragte mich immer, wenn ich den sah, wo in Cottbus diese Hochhäuser-Skyline zu sehen ist. Wer jedoch schon mal am Berliner S-Bahnhof Treptower Park war, wird sie sicher auf dem Schirm haben.

filmfestivalgeschehen.Das Filmfestival ist in seine Saison 2025 gestartet. Zum 35. Male findet das FilmFestival Cottbus ...
07/11/2025

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Das Filmfestival ist in seine Saison 2025 gestartet. Zum 35. Male findet das FilmFestival Cottbus statt. Auch HERMANN ist wieder dabei. Unser Reporter Henning Rabe alias (Iron Henning) begleitet euch durch die spannenden Tage.

Tag drei:
Schon jetzt kann man eines sagen: Die Reihe "Don't call me vintage" (Was heißt hier alt?) ist ein großes Geschenk an den Filmfreund. Heute gönne ich mir gleich zwei Filme (und damit die Hälfte) aus der feinen Rubrik.
A STOLEN MEETING von Leida Laius
ist 1988 in der Estnischen SSR gedreht worden und ein hierzulande nahezu unbekannter Schatz. (Mein Freund vom Berliner Kino Krokodil hatte auch noch nie von der Regisseurin gehört.) Valka kommt gerade aus mehrjähriger Haft. Ihren kleinen Sohn hatte sie zur Adoption freigegeben, damit er nicht wie sie selbst in einem Waisenhaus aufwachsen muss. Nun aber wünscht sie sich nichts Sehnlicheres, als ihr Kind zu sehen und in den Arm nehmen. Das ist aber gegen jegliche Bestimmungen und Vorschriften ...
Mit verzweifelter Energie und allen Umständen trotzend gelingt es ihr schließlich, den Jungen ausfindig zu machen. Doch nun beginnt ein Drama anderer Natur, bei der der Zuschauer die Handlungen der unbeirrbaren Heldin nicht gutheißen kann ...
Emotional aufreibendes, schonungsloses Porträt einer Frau und eines Landes, das viele Jahre lang so nicht auf der Leinwand zu sehen war. Für mich übrigens auch ein höchst erfreulicher Seitenaspekt, dass die Heimatregion der Protagonistin die Gegend um den Ölschieferbergbau im Nordosten Estlands war, den ich im letzten Jahr mit großer Freude besucht habe. Ein paar Fotos der Städtchen Sillamäe und Kohtla-Järve findet ihr unter diesem Beitrag.

DAY IS LONGER THAN THE NIGHT von Lana Gogoberidse
ist schon vier Jahre früher in der Georgischen SSR gedreht und knüpft mit seinen Folklore-Zitaten und sporadischen Tableaus an das Kino des legendären Sergej Paradschanow an. Im Mittelpunkt des altmeisterlichen Poems steht Eva aus einem Dorf im Großen Kaukasus. Ihr Mann stirbt unter zunächst nicht genau geklärten Umständen. Einem Nachfolger – Spiridon –, dem sie das Ja-Wort gibt, ohne ihn zu lieben, folgt sie in die Stadt. Er führt dort einen Laden. Das bringt ihn nach der Sozialistischen Oktoberrevolution in Schwierigkeiten, Kulaken und Bourgeoisie stehen bekanntlich auf der Abschussliste. Doch der lokale Bolschewikenführer liebt Eva und verschont die beiden.
Sie gehen zurück in die Berge und versuchen den Bauern, die Organisation der Landwirtschaft in Kolchosen schmackhaft zu machen. Für kurze Zeit werden die beiden ein tatsächliches Paar. Bis sie herausfindet, dass sich Spiridon nur verstellt hat und die neue Umgebung samt Bewohnern hasst. Und dass dies nicht der einzige Frevel dieses durch und durch ruchlosen Übeltäters ist ...
Hervorzuheben an dieser filmischen Pastorale ist neben dem poetischen Charakter des Erzählens und der Musik von Gia Kantscheli (!) die unglaubliche Präsenz der Hauptdarstellerin Daredschan Charschiladse. Wenn sie ihr Gesicht in einem Close up dem Zuschauer zuwendet, ist der einfach nur gebannt! Ein Gesicht wie die Papas oder Anna Magnani.

Mit TOUCHED BY ETERNITY von Mārcis Lācis
aus Lettland beschließe ich den Tag. Es geht in diesem "Midnight Madness"-Beitrag um einen heruntergekommenen Kryptowährung-Experten, der in einem Wohnwagen haust. Eine hoffnungslose Type, vom Look her irgendwo zwischen Uwe Ochsenknecht und Big Lebowski. Zwei Vampire, die ihn eines Abends aufsuchen, machen ihn zu einem der ihren und nennen ihn "den Auserwählten" ...
Es gibt ein paar Gags, die verfangen, und ein paar unappetitliche Genre-Szenen, insgesamt aber kann der Streifen nicht Fahrt aufnehmen oder begeistern. Er will nun auch kein tempo- oder wendungsreicher Horrorfilm sein, sondern eine augenzwinkernde Independent-Produktion, aber selbst dafür hat er nicht genügend Verve. Ich hätte liebend gern die Zettel der Publikums-Bewertung gesehen ... Apropos – ihr dürft natürlich auch meine Ausführungen hier kritisch bewerten! Bis morgen!

Zusatz (rog):
Im Weltspiegel Cottbus gab es dann zu später Stunde noch das Double-Feature des Israelis Dani Rosenberg OF DOG AND MEN und HOMELAND. Letzterer Film war sein Debüt-Film aus dem Jahre 2008 und ersterer sein Beitrag zu dem Massaker der Hamas im Oktober 2023. Ihm sei es um Humanität bei dem Film gegangen, der in Israel derzeit noch nicht gelaufen ist. Er zeigt beide Seiten. Interessante Diskussion nach den Filmen.

filmfestivalgeschehen.Das Filmfestival ist in seine Saison 2025 gestartet. Zum 35. Male findet das FilmFestival Cottbus ...
06/11/2025

filmfestivalgeschehen.
Das Filmfestival ist in seine Saison 2025 gestartet. Zum 35. Male findet das FilmFestival Cottbus statt. Auch HERMANN ist wieder dabei. Unser Reporter Henning Rabe begleitet euch durch die spannenden Tage.

Tag ZWEI:
Kann ein Film ein Kassenschlager werden, auch wenn er leichte Überlänge hat und eine krebskranke Frau im Mittelpunkt steht? Die Antwort lautet Ja. So ist es in Slowenien geschehen mit
WHITE WASHES AT NINETY (Weißwäsche immer bei 90 Grad) von Marko Naberšnik.
Zunächst kommt der konventionelle Film etwas behäbig daher, wir lernen die Familie der Abiturientin Bronja kennen. Als Zwanzigjährige bekommt sie dann ihre Diagnose, und es beginnt eine sehr schwer aushaltbare Phase des Films. Im Saal ist Schniefen zu hören, auch ich ziehe in Betracht, aus dem Gladhouse zu rennen. In Rückblenden erfährt der Zuschauer, was das Mädchen für ein ignoranter Backfisch war, als ihre Mutter ebenfalls todkrank auf dem Sterbebett lag. Doch Bronja wird geheilt – wie in dem autobiografischen Roman, den Bronja Žakelj über ihr Leben geschrieben hat. Allerdings treten nun wieder andere Probleme (und Trauerfälle) zu Tage ...
Žakelj hat am Drehbuch nach ihrem Bestseller mitgeschrieben, und das ist vielleicht der Grund dafür, dass der Film für das, was er ist, einfach zu lang geraten ist. Filmautoren sparen gerne aus, die Vorlagengeber hingegen möchten am liebsten auf nichts verzichten. (Ich erinnere hier z. B. an den Pulp-Autor Jim Thompson, der die zahlreichen Verfilmungen seiner Stoffe wegen "Verfälschung" durch die Bank hasste.) Bei aller emotionalen Qualität und dem Erzählen von Zeitgeschichte am Ende der SFR Jugoslawien ist der Film mit seinen 144 Minuten einfach zu breit angelegt.
Dann wäre eigentlich "Das nomadische Gen" von Kai-Uwe Kohlschmidt dran gewesen. Es gab allerdings schon am Montag keine Karten mehr für die Premiere, weder für Publikum, noch für die Presse, da das Festival dem Lokalmatadoren nur den übersichtlichen Saal 2 des Weltspiegels zugebilligt hat. Ungeschickt! Aber zum Glück gibt es dieses Jahr die Reihe "Weimarer Dreieck", die trotz des nicht sehr geschmeidigen Titels einige reizvolle Streifen im Programm hat. Zum Beispiel:
DREI FARBEN: WEISS von Krzysztof Kieślowski (1994).
Eine Freude, die warme Farbgebung der Bilder und das wandlungsfreudige Spiel von Zbigniew Zamachowski als Karol wiederzusehen. Auch Jerzy Stuhr (zahllose Hauptrollen bei Kieślowski und Zanussi) erfreut als einfältiger Bruder. Die Handlung erscheint mir heute vergleichsweise rasant: Karol strandet in Paris, geschieden, mittel- und obdachlos. Ein Pole schmuggelt ihn im Schrankkoffer in die Heimat, wo er mit Raffinesse und krimineller Schläue bald zu einem geachteten Unternehmer aufsteigt. Die Menschen tun alles für Geld, warum sollte ich anders handeln, sagt sich Karol. Doch seine ebenso geniale wie perfide Rache an seiner französischen Ex-Frau ist dann doch eine ganz singuläre Angelegenheit ...
In der Reihe "Midnight Madness" läuft zu gar nicht mal später Stunde (20:45 Uhr) der lettische Animationsfilm
DOG OF GOD von Raitis und Lauris Ābele
In dieser sehr originellen, teilweise unappetitlichen Vision eines Lebens im 18. Jahrhundert geht es nicht primär darum, eine Handlung stringent voranzutreiben, sondern in erster Linie um die Schöpfung eines visuell besonderen Universums. Darin liegt auch seine verstörende Wirkung; die beim Publikum beim Abspann dieses besondere Lachen hervorrief, das immer sagt: "Das ging ja auf keine Kuhhaut" oder "Mein lieber Scholli, ganz schön abgedreht."
Eine Erzählung gibt es indes doch: In einer düsteren Ortschaft, über die sich seit Monaten dichter Regen ergießt, wird dem Pastor eine Reliquie gestohlen; ein göttlicher Strohhalm. Sofort verdächtigt er die Wirtin der Schenke, die dort vor aller Augen Alchemie betreibt. Sie kommt an den Pranger. Allerdings ist sie diejenige, die allein den Baron von seiner erektilen Dysfunktion befreien kann. Sie braut ihm einen Trank, im Gegenzug verspricht der Adlige ihr die Freiheit. Doch da seine Quelle plötzlich wieder ergiebig sprudelt und er mit der Gattin das Ka*****ra durchdekliniert, vergisst er, sein Versprechen einzulösen ...
Das ist allerdings nicht der einzige Konfliktstrang in diesem übersprühenden Gruseltrip, bei dem die Macher den Mut zu Eigenwilligkeit und Kompromisslosigkeit bewiesen haben. Zurecht volles Haus im Obenkino! Morgen guck ich gleich wieder dort 'rein und werde berichten!

Zusatz (por):
Im Weltspiegel Cottbus lief am Abend der beeindruckende dokumentarisch angehauchte, weil nach wahren Begebenheiten erzählte, serbische Film "OUR FATHER" (Wettbewerb Spielfilm). Regisseur Goran Stankovic stellte sich anschließend den Fragen des Publikums und erzählte zu den Hintergründen, die den sehenswerten Film näherbrachten.
Überhaupt war der Weltspiegel an diesem Tag mehrfach ausverkauft. Unter anderem lief ja der SANDOW/ Kohlschmidt-Film "DAS NOMADISCHE GEN", der schon mit Beginn des FFC25 ausverkauft war, leider nur im kleinen Saal 2, da wäre der große Saal sicher angebrachter gewesen! Schönes Gipfeltreffen, btw.

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