07/07/2026
Liebe Freunde, wie ist eure Meinung? ðð»
Die LVZ hat mit unserem GeschÀftsfÌhrer Matthias Winkler Ìber die Zukunft des Konzertstandorts Völkerschlachtdenkmal gesprochen, ausgelöst durch die Kritik am Till Fest.
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Seit mehr als 30 Jahren. Das ging los mit der Adidas Streetball Challenge 1994, im Laufe der Jahre folgten Konzerte unter anderem von Andrea Bocelli, Sting, David Garrett, Neil Young, The Who, Santana, Unheilig, Clueso und mehrmals Elton John. Zuletzt haben wir dort 2022 die Fantastischen Vier veranstaltet. Allesamt waren super besucht.
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Zwischen 9000 in der bestuhlten Variante und 15.000 unbestuhlt.
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Es gab in all den Jahren nie Probleme. Die Zusammenarbeit mit den beteiligten Ãmtern und der Stiftung Völkerschlachtdenkmal war stets professionell und angenehm, die nationale und internationale Berichterstattung immer positiv. Doch bei Till Lindemann haben wir bei einem Teil der Stadtspitze erheblichen Widerstand zur Kenntnis nehmen mÃŒssen. Es gab Versuche, sowohl den KÃŒnstler als auch die Veranstaltung zu diskreditieren: So jemanden wollen wir nicht in Leipzig und erst recht nicht am Völkerschlachtdenkmal haben. Und dieser ânicht genehmeâ KÃŒnstler wird nun instrumentalisiert, um zu fordern, dass gar keine Konzerte mehr auf dem Parkplatz vor dem Denkmal stattfinden. Diese Debatte ist ideologisch aufgeladen â wÀre es ein anderer KÃŒnstler, wÃŒrde es das wohl nicht geben.
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Das lieÃe sich fÃŒr uns als Veranstalter ja aushalten. Dass es Menschen gibt die Lindemann oder seine Musik nicht mögen, ist ja völlig legitim. Allerdings gibt es keine indizierten Texte, und die Ermittlungen wegen der VorwÃŒrfe von 2023 wurden schon nach kurzer Zeit eingestellt. WÀre das anders, wÃŒrde es keine Zusammenarbeit geben. Der Punkt ist aber, dass das jetzt genutzt wird, um den Standort generell infrage zustellen.
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Ja, vier groÃartige Konzerte, unter anderem mit Sting, mit dem wir nun aber nach Magdeburg ausweichen, weil es sage und schreibe seit mehreren Monaten keine Antwort bezÃŒglich unserer Reservierungsanfrage bei der Stadt gibt. Zumal, wie ja nun zu lesen war, OberbÃŒrgermeister Burkhard Jung im Stadtrat sagte, dass geprÃŒft werden soll, ob am Völkerschlachtdenkmal ÃŒberhaupt noch Konzerte stattfinden sollen. WÀhrend in ganz Deutschland und Europa die StÀdte versuchen, ihre historischen, schönen PlÀtze fÃŒr Konzerte zur VerfÃŒgung zu stellen.
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Ja, mit vier Auftritten von Purple Disco Machine mit 36.000 Besuchern auf dem historischen GelÀnde des Zwingers, welches fÃŒr ÃŒber 200 Millionen saniert wurde. Oder auch der Domplatz in Magdeburg und der in Erfurt. Der Königsplatz in MÃŒnchen. Der Residenzplatz vor dem Kölner Dom. Der Schlossplatz in Coburg oder Schloss Schönbrunn in Wien, wo alles unter Denkmalschutz steht. FÃŒr das âTill Festâ haben wir mehr als 20.000 Tickets in 57 LÀnder verkauft, die HÀlfte davon fÃŒr beide Tage. Menschen, die also hier ÃŒbernachten, essen gehen, einkaufen â Konzerte sind eben auch ein erheblicher Wirtschaftsfaktor fÃŒr die Stadt. Aber all das wird völlig vom Tisch gefegt, wenn man sagt: Wir wollen da keine Konzerte mehr haben.
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Ganz einfach: Die Arena Leipzig ist zu klein fÃŒr eine zweitÀgige Produktion dieses AusmaÃes, das Stadion ist zu groÃ, und die Festwiese ist viel zu groÃ. Das wÃŒrde sich nicht rechnen, und andere PlÀtze dieser GröÃenordnung stehen uns hier nicht zur VerfÃŒgung. Was spricht denn gegen das Völkerschlachtdenkmal?
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Mit Verlaub, das ist doch ziemlich infantil. Wer legt denn bitteschön fest, wer auf dem Parkplatz, der im Ãbrigen nicht zum GelÀnde der Stiftung gehört, spielen darf? Mal davon abgesehen sehe ich zwischen den drei HauptgrÃŒnden, wegen derer das Denkmal errichtet wurde, und der Musik von Lindemann und anderen KÃŒnstlern keine Diskrepanz.
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Ja, wo ist das Problem? Es gibt in diesem Jahr doch auÃer den beiden Konzerten von Lindemann und den beiden Shows der Böhsen Onkelz im Stadion keine groÃen Open-Air-Konzerte in Leipzig! Schauen Sie mal nach Dresden oder Berlin.
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Uns haben keinerlei E-Mails oder Briefe von Anwohnern erreicht.
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Ja, davon haben wir vor ein paar Tagen erfahren.
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Aber was hat das eine mit dem anderen zu tun? Man kann ja dagegen sein, dass Till Lindemann dort auftritt. Es ist auch völlig in Ordnung, wenn man sagt: Ich mag ihn nicht, ich mag seine Texte und sein martialisches Auftreten nicht. Es gibt auch Leute, die Schlager nicht mögen. Das muss man aushalten, als KÌnstler wie auch als Veranstalter. Aber nur weil es vereinzelte Leute gibt, die damit ein Problem haben, kann man doch nicht gleich die ganze FlÀche als Konzertort infrage stellen. Zumal die FlÀche des Völkerschlachtdenkmals selbst Ìberhaupt nicht genutzt wird. Die Leute können das Denkmal wÀhrend des Aufbaus und der Veranstaltung weiterhin ungehindert besuchen.
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Aber wenn man das als Grund anfÌhrt, macht man sich doch im Grunde lÀcherlich.
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Dann mÃŒsste man auch sagen: Wir machen ÃŒberhaupt keine Open-Air-Konzerte mehr in der Stadt. Auch kein FuÃball mehr, weil es eben bei GroÃveranstaltungen immer mal schwierig ist mit Parken.
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Klar fehlt die. Wir haben VorschlÀge unterbreitet. Ich wÃŒrde auch gerne ins Rosental, wo jetzt Klassik Airleben stattfindet. Aber da ist der Untergrund schwierig. Und wenn auf dem Domplatz in Erfurt Konzerte mit 12.000 Besuchern stattfinden, sind die StraÃen auch gesperrt. Weil die Stadt sagt: Wir wollen hier tolle Konzerte haben. Das Gleiche in Magdeburg. In Rostock. Und auch Dresden ist mit dem Zwinger, dem Platz vor der Semperoper und dem Elbufer viel besser aufgestellt â alle in etwa in der GröÃe des Platzes vor dem Völkerschlachtdenkmal. Da jetzt als Stadt Leipzig einen völlig anderen Kurs zu fahren, ist doch provinziell sondersgleichen.
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Ich kenne keine andere. Und ich verstehe nicht, warum man diese Veranstaltung jetzt nutzen möchte, um da gar nichts mehr stattfinden zu lassen. Das ist doch niemandem plausibel zu erklÀren. Von der frÃŒheren FÃŒhrung der Stiftung des Völkerschlachtdenkmals gab es auch nie Meldungen ÃŒber erhebliche EinnahmeeinbuÃen, auch wenn gefragt wurde, ob wir nicht etwas spenden könnten. Haben wir auch mehrfach getan.
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Nein, es ist diesmal niemand damit zu uns gekommen. Ich hatte auch frÃŒher einmal angeregt, dass wir pro Ticket 50 Cent erheben könnten, die an die Stiftung gehen. Das war aber meines Wissens in der Ãbergangszeit zur neuen Leitung, und da hat sich dann auch niemand bei uns gemeldet.
Das Interview ist hier zu lesen: https://www.lvz.de/kultur/regional/keine-konzerte-mehr-am-voelkerschlachtdenkmal-till-fest-veranstalter-im-interview-FB23WRGLUZC6PCRQKCKR7TW55M.html
Foto by (c) Andre Kempner