15/06/2026
Der Dresdner Komponist und Musiker Daniel Williams prägte in den letzten zwei Jahrzehnten maßgeblich den Sound der Dresdner Bühnenlandschaft. Musik, Tanz, Theater - alle profitierten von seiner Kreativität und Freude am Experimentieren mit verschiedenen Sounds, die ohne ihn nie zueinander gefunden hätten, obwohl sie zusammen doch so eine gewaltige Wirkung haben können.
Unser langjähriger Wegbegleiter, der Musiker, Regisseur und Künstler Daniel Williams ist am vergangenen Wochenende verstorben.
Mit großem Bestürzen hat das gesamte Socie-Team diese Nachricht aufgenommen und ist immernoch fassungslos ob dieses überraschenden Todesfalls. Erst am vergangenen Donnerstag war Daniel bei uns im Haus um die kommende Produktion „Naked Lunch Variations“ zu besprechen. Unsere Gedanken sind natürlich zu allererst bei seinen Angehörigen und engen Freunden. Unserem Haus und der ganzen sächsischen Theaterszene fehlt nun ein enthusiastischer, begeisternder und streitbarer Kollege und eine schier unerschöpfliche Inspirationsquelle.
1969 in Edinburgh, Schottland, geboren, arbeitete er seit knapp 20 Jahren in Dresden und verwirklichte unzählige Produktionen an der Seite vieler hiesiger Theaterkompanien wie “Freaks und Fremde”, “Guts Company”, „Derevo”, “JuWie Dance Company“, “theatrale Subversion“, „Die Dramaten” oder seinem jüngsten Kollektiv „Slogans“ um nur einige zu nennen.
Unvergessen sind seine Kompositionen für die beeindruckende Performance „Weisse Festung“ (mit Derevo) im Schlossteich des Dresdner Zwingers. In den Theater-Happenings „Freakstadt“ oder Stücken wie „Blut am Hals der Katze“ setzte er mit seinen Synthesizern an der Seite von Heiki Ikkola und Sabine Köhler immer wieder großartige musikalische Akzente, die einen Raum genauso füllen, wie einen Stoff aufladen und übersetzen konnten. Gemeinsam mit dem russischen Regisseur Maxim Didenko schuf er erst 2024 für das Staatsschauspiel die dreistündige Inszenzierung „Das Schloss“ (Kafka).
Sein kreativer Kopf wird misslich fehlen und wir bleiben zurück mit Trauer und Anteilnahme. Wir wünschen seinen engen Freunden, seiner Familie und uns allen Ruhe, Zeit und Zuversicht diesen Verlust zu verarbeiten.
“if I could make a constant soundtrack for the day, I would. ‘Silence and repetition don’t really exist.’“ Daniel Williams
Photo: Olek Brodowicz