24/12/2025
Der historische Ort in Schleswig-Holstein
(345) Der Verkauf Dänisch-Westindiens 1916...und eine Erklärung über Grönland
Der heutige historische Ort hat nur etwas entfernt mit Schleswig-Holstein zu tun. Allerdings bestanden seit Gründung der dänischen Karibikkolonie 1666 auf den Inseln St. Thomas, St. Jan und seit 1733 St. Croix immer enge Handelsbeziehungen auch in die beiden Herzogtümer. Über 200 Jahre lang bildeten diese Inseln zusammen mit einigen Forts in Westafrika und zwei Besitzungen in Ostindien ein kleines, aber weltumspannendes dänisches Kolonialreich.
Während des 19. Jahrhunderts gingen die afrikanischen und indischen Besitzungen an die Briten über – die drei westindischen Inseln blieben aber dänische Kolonie. Allerdings setzte im Königreich eine öffentliche Diskussion darüber ein, was das 1864 stark verkleinerte Reich mit drei karibischen Inseln anfangen solle, zumal die wirtschaftlichen Erträge aus dem Zuckerrohranbau bescheiden waren.
Ausgerechnet während des 1. Weltkrieges, in dem Dänemark selbst neutral blieb, nahm die gewinnbringende Abstoßung der dänisch-westindischen Inseln Gestalt an. Die USA waren an den Inseln interessiert und wollten deutsche Kaufangebote verhindern. Der Verkauf wurde schließlich am 14. Dezember 1916 vollzogen. Nachdem in Dänemark eine Volksbefragung über den Verkauf positiv ausgefallen war, 64,35% der Dänen stimme mit „Ja“, konnten die USA für 25 Millionen Dollar die Inseln erwerben. Bis heute gehören sie als „US Virgin Islands“ zu den USA, allerdings nicht als Bundesstaat, sondern als abhängiges Überseeterritorium.
Einen ganz aktuellen Bezug hat das Abkommen von 1916 durch eine hier im Bild gezeigte Erklärung des damaligen us-amerikanischen Außenministers. Darin nämlich verzichten die USA 1916 zukünftig auf jedwede Einflussnahme oder Übernahmegelüste auf das bis heute dänische Grönland.