Insight-Consulting GmbH

Insight-Consulting GmbH Unabhängige Kapitalmarktberatung für Firmen.

09/01/2019

Rückblickend weiß man bekanntlich immer mehr. Daher ist es üblich, zu Beginn des neuen Jahres auf das alte zurückzuschauen. Wie ist 2018 verlaufen und was könnte die Finanzmärkte in 2019 beeinflussen? Senior Portfolio Manager Guido Barthels fasst zusammen.

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06/11/2018

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Die Jahre von Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des ersten Weltkriegs wurden auch als Fin de Siècle bezeichnet. Man sprach auch vom Dekadentismus, dem Ende der sogenannten Belle Époque. Man ahnte, dass bereits das Ende von etwas nahte. So wie aktuell. Der Jahrhundertsommer 2018 ging wieder ...

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20/09/2018

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Einige von uns werden sich bestimmt noch an die mathematische Kurvendiskussion erinnern¹. Diese lehrte uns, mit Hilfe von mathematischen Methoden Steigungen, Wendepunkte, Schnittstellen sowie Maxima und Minima zu bestimmen. Anspruchsvoll, aber nicht unmöglich zu erlernen. In der Finanzwelt haben w...

Lesenswert, oder?
07/08/2018

Lesenswert, oder?

Eigentlich sollte es im Hochsommer ruhig werden. Im Sommerloch, während sich die meisten Politiker im Urlaub befinden, kommen oft die skurrilsten Nachrichten an den Tag. Auch wenn es dieses Jahr (mal wieder) kein entlaufenes Krokodil¹ im Badesee war, schafften es die deutschen Bierflaschen² auf d...

Ganz gut gelungen und hoch aktuell.
09/04/2018

Ganz gut gelungen und hoch aktuell.

Präsident Trump scheint ganz nach diesem Motto zu regieren. Das enfant terrible des internationalen Politikzirkus sticht unter anderem dadurch hervor, dass er recht großzügig die Posten in seiner Verwaltung ständig neu besetzt. Nach knapp 1 ¼ Jahren als POTUS (President of the United States) ha...

Enjoy.
07/02/2018

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Wer kennt es nicht aus seiner Kindheit? Man ist auf der Kirmes und sitzt im Fahrgeschäft seiner Wahl, und der Karussellbremser ruft: ‚Die nächste Fahrt geht rückwärts!‘. Gemäß dem Motto nur die Harten kommen in den Garten verlassen viele den Musikexpress oder HalliGalli und warten lieber a...

22/12/2017

Die Weltwirtschaft entwickelt sich weiterhin positiv – die jüngsten Wachstumszahlen sind zufriedenstellend, und die Frühindikatoren deuten nach wie vor auf Wachstum hin. Aber wie sieht das Bild aus, wenn man genauer hinsieht? Hierauf geht Guido Barthels im ersten Teil des Marktkommentars ein.

07/11/2017

Die Niedrigzinspolitik der EZB lässt gemischte Gefühle aufkommen. Die damit verbundene finanzielle Repression ist auf der einen Seite schwer zu tolerieren, auf der anderen Seite birgt sie signifikante Risiken.

Der Greenback geht baden! Oder?Im aktuellen geopolitischen Umfeld kann man sich wundern: Die gestiegenen Risiken sollten...
15/09/2017

Der Greenback geht baden! Oder?

Im aktuellen geopolitischen Umfeld kann man sich wundern: Die gestiegenen Risiken sollten eigentlich zu steigenden Preisen der Safe-Haven-Anlagen führen - der US-Dollar verhält sich jedoch konträr und dazu findet eine Aufwertung des Euro statt.
Den Entscheidungen der FED und EZB wird mit Spannung entgegen gesehen, denn diese könnten einen signifikanten Einfluss auf den Wechselkurs haben.

Die Tatsache, dass der US-Dollar nasse Füße bekommt, steht
nur zufällig im Zusammenhang mit Hurrikan Harvey, der dieser
Tage Teile von Texas und Louisiana zerstört. Erschreckende
Bilder, wie Houston mehr Wasserfläche als Venedig aufweist.
Man schätzt, dass Harvey mehr als 80 Milliarden Kubikmeter
Regen auf das südliche Texas hat herabregnen lassen - und es
regnet noch. Das ist in etwa die Menge Wasser, die im Schnitt
an 400 Tagen den Rhein hinabfließt, oder fast die doppelte
Wassermenge des Bodensees. Man kann nur hoffen, dass die
Bilder Präsident Trump die Augen öffnen im Hinblick auf den
offensichtlichen Klimawandel und er vielleicht doch noch zu
dem Abkommen von Paris steht.

Es hat fast den Anschein, als ob die Welt zurzeit von zwei
Egomanen dominiert wird - und ich rede hier nicht von Angela
Merkel und Martin Schulz. Auf der einen Seite haben wir einen
dicken Jungen, der mit Raketen spielt. Auf der anderen Seite
gibt es einen orangenen alten Mann, der gerne erst twittert und
dann nachdenkt. Brisante Mischung. Auch hier hält sich die
Hoffnung, dass das Ganze glimpflich ausgeht.

Allerdings hat der bislang letzte Raketentest Nordkoreas
eine Anomalie aufgezeigt. Üblicherweise gehen gestiegene
geopolitische Risiken Hand in Hand mit fallenden Preisen von
sogenannten Risikoanlagen wie Aktien und Hochzinsanleihen
und steigenden Preisen sogenannter Safe-Haven-Anlagen
wie Staatsanleihen, Gold, Schweizer Franken und US-Dollar.
Üblicherweise! Diesmal passte alles bis auf die Dollar-
Bewegung. Die blieb nicht nur nicht aus, sondern lief sogar in
die andere Richtung, als ob der Greenback von den Märkten
als Risikoanlage gesehen würde – was ja möglicherweise sogar
stimmt, wenn man einmal an den regierenden Präsidenten
denkt.

Fairerweise muss man allerdings sagen, dass die deutliche
Abwertung des USD sich vor allem, aber nicht nur, gegenüber
dem vielgeschmähten EUR abspielt. Grafik 1 zeigt diese
Entwicklung, und man stellt fest, dass die Abwertung vom
bisherigen Höchstkurs (1,0340) zum bisherigen Tiefstkurs
(1,2071) über 16% beträgt. Gleichzeitig kann man der Grafik
aber auch entnehmen, dass der Wechselkurs mit dieser Bewegung scheinbar in die „alte“ Handelsspanne von 1,20
bis 1,40 zurückkehren wird. Das scheinen mittlerweile viele
Marktauguren zu glauben – häufig dieselben Leute, die noch
vor einigen Monaten von Wechselkursen unter Parität fabuliert
haben.

Um festzustellen, ob wir nun von einer Abschwächung des USD
sprechen oder von einer Aufwertung des EUR, müssen wir uns
Grafik 2 zuwenden, wo der sogenannte handelsgewichtete
USD von der US-Notenbank berechnet und veröffentlicht
wird. Die Idee dahinter ist, dass ein Land ja nicht nur
mit einem Währungsraum Waren und Dienstleistungen
austauscht, sondern mit vielen unterschiedlichen. Um nun
den positiven Effekt einer Abwertung oder negativen Effekt
einer Aufwertung potenziell zu bestimmen, errechnet man
die Wechselkursgewinne und -verluste gegenüber allen
Handelspartnerwährungen und gewichtet diese Veränderung
mit der Größe der Handelsströme. Grafik 2 zeigt, dass der
handelsgewichtete USD auch dieses Jahr ca. 10% an Wert
eingebüßt hat.

Grafik 3 zu guter Letzt zeigt die Wertänderungen des EUR
gegenüber vielen Währungen seit Jahresbeginn. Als Grundlage
der Berechnung dienen die jeweiligen Tagesschlusskurse. Bis
auf wenige Ausnahmen hat der EUR gegenüber allen anderen
Währung Boden gutgemacht.

Der Schluss liegt nahe, dass es sich hierbei um eine (teilweise)
Korrektur der Unterbewertung der Gemeinschaftswährung
handelt, die aus der Zeit der Eurokrise herrührt. Die Bewegung
des EUR/USD- Wechselkurses ist demnach eine Mischung
aus einer Korrektur einer Überbewertung des USD, die durch
die anfängliche Euphorie um Trump herbeigeführt wurde,
sowie der Korrektur der Unterbewertung des EUR. Damit
ist für uns allerdings in keiner Weise sichergestellt, dass wir
demnächst wieder EUR/USD-Wechselkurse von 1,25 und
darüber sehen werden! Man sollte die Risiken nicht ganz aus
den Augen verlieren. Schließlich ist sowohl Donald Trump
immer noch Präsident der USA und, gerade er, immer für eine
(vielleicht einmal positive) Überraschung gut. Zum anderen ist
die Verschuldung von Griechenland, Italien oder Frankreich
nicht über Nacht geschrumpft, sondern lastet immer noch auf
den Staatshaushalten. Die EUR-Vertrauenskrise könnte also
jederzeit zurückkehren und damit auch der aktuellen Euro-
Euphorie einen empfindlichen Dämpfer verpassen.

Ein letztes Risiko möchten wir allerdings noch an dieser Stelle erwähnen. Während noch im März dieses Jahres viele Marktteilnehmer weitere Zinsschritte der US-Notenbank für September und Dezember erwarteten, ist aktuell die Wahrscheinlichkeit, dass die FED keine Zinsänderung in ihrer Sitzung am kommenden 20. September beschließt, auf fast 100% gestiegen! (siehe Grafik 4)

Man muss kein Skeptiker sein, um dies als übertrieben zu
interpretieren. Nur für den zugegeben unwahrscheinlichen
Fall, dass die Notenbank anders entscheidet, könnte der
Greenback schnell wieder Auftrieb bekommen und die
vermeintliche Dollar-Baisse abrupt beenden. Wir erwarten bei
der nächsten Sitzung auch keine Zinsänderung, sondern eine
Ankündigung, dass ab Oktober die stark aufgeblähte Bilanz der
US-Notenbank sukzessive reduziert wird.

Auch die EZB steht unter Zugzwang. Der Zentralbankrat
muss sich mit der Frage auseinandersetzen, wie bzw. ob das
Kaufprogramm für Anleihen fortgesetzt wird. Je nachdem,
welche Entscheidung hier getroffen wird bzw. wie der Markt
diese Entscheidung interpretiert, könnte dies signifikanten
Einfluss auf den Wechselkurs haben.

SauregurkenNoch ist es nicht ganz soweit, aber der der Sommermonat August sollte endlich mal wieder Sauregurkenzeit werd...
26/07/2017

Sauregurken

Noch ist es nicht ganz soweit, aber der der Sommermonat August sollte endlich mal wieder Sauregurkenzeit werden. Alle Welt ist im Urlaub, und wir könnten wieder Nachrichten über entflohene Krokodile in Badeseen genießen. Das ist allemal besser als die Nachrichten, die wir zur Zeit über uns ergehen lassen müssen.
Es ist nun mal wieder der US Präsident Donald Trump, der mit seiner Politik nicht nur aneckt, sondern tatsächlich entgegen anderer Behauptungen nichts zuwege bringt, außer Rüpeleien und Skandalen. Das wahrscheinliche endgültige Scheitern seiner Gesundheitsreform im (mehrheitlich Republikanischen) Senat für die nächsten Jahre und damit auch die Gegenfinanzierung seiner geplanten Steuerreform lassen den 45.Präsidenten zu einer lame duck werden. Selbst der hauchdünne Sieg unter Beihilfe des schwerkranken Senators McCain zumindest die Debatte über die Gesundheitsreform zuzulassen, wird sehr wahrscheinlich nichts am Ergebnis ändern.
Die gesamte Euphorie des Kapitalmarktes nach der Wahl von Donald Trump scheint komplett zu verpuffen. Überlegungen Trumps in Hinblick auf seine Machtbefugnisse bei Begnadigungen von Straftätern, speziell solcher Art, ob er sich auch selbst begnadigen könnte , muten mittlerweile bizarr an. Selbst Tricky Dick Nixon griff nicht so tief in die Truhe der Peinlichkeiten. Trump hingegen scheint sich in vielerlei Hinsicht selbst übertreffen zu wollen. Die Erfindung der sogenannten alternativen Fakten geht ja auf das Konto seiner Administration. Er selbst scheint es ja auch nicht mit der Wahrheit ganz genau zu nehmen. Die Zeitung New York Times macht sich die Mühe seine Lügen und Unwahrheiten akribisch zu protokollieren . Eine durchaus interessante Lektüre für verregnete Sommertage. In jedem Fall kommt der Greenback seitdem deutlich unter Druck und ist auf dem Weg seine mehrjährige Handelsspanne gegenüber dem Euro zu verlassen – trotz weiterhin divergierender Geldpolitik der zuständigen Zentralbanken.
Auf unserem Kontinent erreichen uns unterschiedlichste Nachrichten über den Erfolg oder besser Misserfolg bei den Brexit Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien. Die Medien sind sich nicht einig ob es Arroganz oder Ignoranz auf Seiten der Briten ist, die die Verhandlungen torpedieren, aber Bilder von der europäischen Delegation um Michel Barnier und der britischen Delegation um David Davis sprechen Bände . Dort sitzen die Europäer mit Akten vor sich, während die Briten gerade mal einen Kugelschreiber vor sich liegen haben – weniger als 24 Monate vor dem möglichen hartem Brexit am 29.3.2019. Da sei es erlaubt zu fragen, warum die Briten so entspannt sind?
Man kann sich des Eindrucks nicht ganz verwehren, dass hier ein krasser Fall von Ignoranz vorliegt, obwohl es nachweislich der britischen Wirtschaft von der Tendenz schlechter geht, als der Eurozone. Initiativen von den Brexit Gegnern zu einer erneuten Diskussion über den Brexit scheinen (bisher) ins Lehre zu laufen, obwohl es mittlerweile auch vielen Befürwortern klar geworden sein sollte, dass sie zumindest zum Teil in die Irre geführt worden sind .
Als Beispiel kann man sich den Brexit im Zusammenhang mit Euratom anschauen . Theresa May hat sich scheinbar nur sehr oberflächlich mit Euratom beschäftigt, bevor sie am 29.3.2017 den Artikel 50 aktiviert hat. Nun wird langsam deutlich, dass die Aufrechterhaltung des Betriebs der aktiven 15 Kernkraftwerke in Großbritannien möglicherweise in Frage gestellt ist, da Euratom u.a. für die Überwachung der Sicherheitsstandards von Kernkraftwerken in der EU zuständig ist. Der Wegfall würde die Briten zwingen innerhalb von 20 Monaten eine eigene Behörde mit Standards und Mitarbeitern aus dem Boden zu stampfen, oder eben die Kernkraftwerke stillzulegen mit den entsprechenden Folgen für die Energieversorgung. Auch Krebspatienten, die eine Strahlentherapie erhalten, müssten nach dem Wegfall von Euratom sich möglicherweise nach anderen Quellen für die benötigten radioaktiven Isotope umsehen, da auch hier Euratom zuständig ist. Zwei Beispiele, die in meinen Augen die Ignoranz der Briten belegen, dass eine seit 1973 bestehende Partnerschaft mit der EU (bzw. EWG) viel tiefgreifender ist, als viele sich vorstellen können. Einfach aufstehen und gehen hätte für Großbritannien kaum absehbare negative Konsequenzen. Man kann nur hoffen, dass die britische Delegation sich entgegen dem Bildmaterial doch intensiv mit der Materie auseinandersetzt.
Für uns bedeutet dies, dass Großbritannien zurzeit kaum investierbar ist, weil die Risiken in jeglicher Hinsicht kaum abschätzbar sind. Fällt das Pfund weiter im Wert, könnte dies kurzfristig positive Impulse für den britischen Export liefern. Langfristig würden dann aber wieder die Gründe für den Kursverfall der Währung wieder in den Vordergrund rücken. Wir versuchen über Währungsoptionen an einem weiteren Kursverfall des Pfundes zu profitieren.
In Deutschland hat uns kurz vor der Sommerpause noch die Kartellabsprachen der deutschen vormals Premium Autohersteller überrascht mit deutlichen Kursabschlägen der Aktien von Daimler, BMW und Volkswagen. Zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Zeilen war allerdings nicht absehbar, wie weit die Folgen reichen würden. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass die Konsequenzen irgendwo in der Bandbreite zwischen schlecht und richtig schlecht zu finden sind, zumal eben bekannt wurde, dass auch die amerikanischen Behörden ermitteln, welche nicht für kleine Bußgelder bekannt sind. Es bleibt abzuwarten.
Die Kapitalmärkte sind trotz der Nachrichtenlage weiterhin recht wenig volatil. Bis auf den bereits erwähnten Greenback lassen sich kaum Trends erkennen.
In jedem Fall freuen wir uns auf die Sauregurkenzeit mit den Nachrichten über die verschiedenen Tiere in unseren Badeseen.

http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/20-jahre-sammy-die-mutter-aller-krokodilmeldungen-im-sommerloch/10182952.html
http://www.foxnews.com/politics/2017/07/24/can-trump-self-pardon-legal-experts-weigh-in.html
http://www.urbandictionary.com/define.php?term=Tricky%20Dick
https://www.nytimes.com/interactive/2017/06/23/opinion/trumps-lies.html?_r=0&emc=edit_ty_20170721&nl=opinion-today&nlid=79629818&te=1
http://www.bild.de/politik/ausland/brexit/brexit-brite-verbluefft-in-bruessel-52574990.bild.html
http://www.independent.co.uk/voices/brexit-eu-negotiator-europe-euratom-airline-safety-negotiations-theresa-may-worse-anyone-guessed-a7858586.html
http://www.dailyrecord.co.uk/news/politics/former-celtic-director-warns-british-10824361
http://thebulletin.org/what-euratom-and-why-has-it-emerged-brexit-battleground10969

Déjà vu? Das Ende des ersten Halbjahres 2017 hat Interessantes offenbart.  Zum einen wird Das Kreditrisiko wird mal wied...
05/07/2017

Déjà vu?

Das Ende des ersten Halbjahres 2017 hat Interessantes offenbart. Zum einen wird Das Kreditrisiko wird mal wieder massiv falsch bewertet und andererseits wird das Risiko eines Zinsanstiegs in der Eurozone massiv überbewertet.
Zinsaufschläge für Unternehmensanleihen und andere Kreditprodukte befinden sich nahe ihrer Allzeittiefstände, und das in allen Märkten.
Das ist in erster Linie nur leicht beunruhigend, aber irgendwo auch verständlich, denn schließlich haben wir aktuell sehr niedrige Ausfallraten zu verzeichnen und die niedrigen Refinanzierungskosten helfen auch den Unternehmen ihren Schuldendienst erfolgreich zu leisten.
Erheblich mehr beunruhigender ist die Tatsache, dass die Republik Argentinien es am 19.6.2017 geschafft hat, sich am Kapitalmarkt fast USD 3 Milliarden zu leihen. Für 100 Jahre! Für unter 8% Rendite!
Argentinien hat es seit seiner Unabhängigkeit im Jahre 1816 geschafft, von einem der reichsten Länder der Welt zu einem Land zu werden, das mehr als 7 Mal in den Staatsbankrott lief. Der Default in 2001 war mit über USD 100 Milliarden der größte Staatsbankrott aller Zeiten . Der Versuch einer Einigung hat zuletzt 2014 zu einem technischen Bankrott geführt. Trotzdem scheint es genug verzweifelte Seelen zu geben, die sich zutrauen mit dieser Art von Investition Geld verdienen zu können. Wie hingegen, entzieht sich etwas meinem Verständnis.

Die Argumentation, die angebracht wird, dass man doch lediglich 15 Jahre lang den Coupon von 7.125% erhalten müsse um sein Geld zurückzubekommen, lasse ich nicht gelten. Schließlich hätte ich dann auch nur mein Geld in USD zurück, was mir als Euro Anleger nur bedingt hilft. Die tatsächlichen Erträge in Euro liegen doch eher bei 5% p.a. bei Annahme einer jährlichen Währungsabsicherung. Nun benötigt der Anleger schon 20 Jahre bevor „er sein Geld zurück hat“.
Wenn man nun schaut was der Credit Default Swap (CDS) -Markt zu Argentinien sagt, dann stellt man schnell fest, dass die Kreditausfallversicherung über 10 Jahre für Argentinien über 400 Basispunkte kostet, was eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 44% impliziert. Ich würde aber 20 Jahre lang keinen Default benötigen um zumindest kein Geld zu verlieren, was ja immerhin nur ein Minimumziel sein kann. Dies soll kein Petitum dafür sein, dass man bestimmte Namen oder Risiken grundsätzlich vermeiden sollte, aber der Preis für das jeweilige Risiko sollte stimmen. Und 7.125% per annum für 100 Jahre Argentinien Risiko in USD scheint erheblich zu wenig sein.

Egal wie man es dreht und wendet, in einigen Marktsegmenten übertreibt der Markt wieder einmal hoffnungslos. Für diejenigen die alt genug sind kommen Erinnerungen an die Zeit vor der Finanzmarktkrise auf. Auch damals sind Ausfallwahrscheinlichkeiten völlig unterschätzt und falsch gepreist worden. Die Adjustierung auf korrekte Preisniveaus fanden ungeordnet statt und führten zu Übertreibungen in die andere Richtung. Mit den entsprechenden und bekannten Folgen.

Die aktuelle Situation ist natürlich nicht direkt mit 2007 vergleichbar. Die Märkte sind stärker reguliert, die Banken und Versicherungen erheblich besser kapitalisiert und die Zentralbanken und Aufsichtsbehörden involvierter. Trotzdem wäre ich nicht überrascht, wenn wir in den nächsten Monaten, ähnlich wie zu Beginn des vergangenen Jahres, eine deutliche Korrektur an den Kreditmärkten sehen würden. Der Auslöser für so einen Abverkauf kann eine Kleinigkeit sein, wie der sprichwörtliche Schlag eines Schmetterlingsflügels aus der Chaostheorie (Edward N. Lorenz). Die lange Phase der relativen Ruhe, die sich ja auch in den niedrigen Ständen der Volatilitätsindizes der Aktienmärkte widerspiegelt, führt quasi schon zwangsläufig zu einer Schreckhaftigkeit der Marktteilnehmer. Man dämmert vor sich hin und erschrickt vor dem Wehen der Gardine im Wind. Ein Thema, welches wir schon öfters erörterten. Man muss sich immer wieder bewusst dem Risiko stellen, um hier Fehlverhalten vorzubeugen.

Nun kann ich den Kommentar nicht beenden ohne auf das eingangs erwähnte Risiko des Zinsanstiegs einzugehen. Die Kapitalmärkte habe die Rede von Mario Draghi in Sintra in der letzten Juniwoche zum Anlass genommen, deutliche Korrekturen ihrer Zinserwartungen vorzunehmen. Die europäischen Rentenmärkte sowie der USD Markt korrigierten innerhalb von wenigen Tagen um 20 Renditebasispunkte im 10-Jahres Laufzeitsegment nach oben. Durchschnittlich eine Korrektur von 1,50 Preispunkten nach unten. In einer Zeit, wo man sich über geringe Gewinne freuen muss, ist das ein deutlicher Rückschlag in der Jahresperformance vieler professionellen Anleger. Tatsächlich sind das natürlich nur sehr kleine Bewegungen, die nur im Zusammenhang mit der großen Langeweile davor für Aufregung sorgen. Aber sind sie denn überhaupt gerechtfertigt? Draghi sprach nur das aus, was längst Gewissheit ist. Europa befindet sich auf einem gesunden Wachstumspfad und die Zeiten von unkonventionellen Maßnahmen nähern sich dem Ende entgegen. Allerdings ist der Zeitpunkt von echten Zinserhöhungen sicherlich noch einige Quartale entfernt. Bundesanleiherenditen über 100 Basispunkte niedriger als die Inflationsrate, macht auf Dauer auch nur begrenzt Sinn für Anleger.
Es ist klar, dass im Zuge der Normalisierung des Geldmarktes auch eine gewisse Normalisierung der Renditen erfolgen wird. In den Vereinigten Staaten hat die Notenbank bereits vier Zinserhöhungen durchgeführt, ohne enorme Verwerfungen auf die Rentenmärkten zu verursachen. Da hat die Wahl des Herrn Trump zu deutlich größeren Kursbewegungen geführt. Wir erwarten daher lediglich in Europa leicht steigende Renditen. In den USD Märkten sind wir weiterhin eher konstruktiv und nutzen die momentane Schwäche um fair bewertete Unternehmensanleihen unseren Portfolios beizufügen.

“ Draco dormiens nunquam titillandus  “So many times in the most recent past, I have heard people muttering that the mar...
03/06/2017

“ Draco dormiens nunquam titillandus “

So many times in the most recent past, I have heard people muttering that the markets are boring. Hand to heart, I have caught myself thinking the same. This is scary and very dangerous, as boredom frequently goes hand in hand with complacency. And that clearly is the worst, as I have learned on numerous occasion in the past 30 years in the capital markets. Complacent or over-confident risk takers are making wrong assumptions. They often have a skewed view of their market’s risk-return profile.
It is therefore very important to keep the level of alertness high, even more so than in turbulent times. After all, never tickle a sleeping dragon, which happens to be the translation of the title of our commentary and the motto of the Hogwarts School of Witchcraft and Wizardry. A bit of magic could be helpful in the early detection of the next fault line in the markets, in order to limit losses and maybe even turn a profit. If there is one certainty, it is clearly that there will be events that will throw the markets off track. Politics? Economical data? Policy shifts? It could be anything!
Let us have a quick look at various market variables to determine where the root of this boredom may come from. Chart 1 compares various global equity indices. Clearly, the equity markets have been anything but boring. The European indices are up by 8% for the year. UK and USA are lagging. Japan is trailing at a little over 2% for the year, but has been down at -4%. Quite a bit of action and certainly not the source of boredom.

The Volatility Index VIX is currently also trading close to historic lows, which is shown in Chart 2. The two upticks towards more levels where both related to political events surrounding some of the awkward moments created by the current US president Trump. Many sellers of volatility are keeping a momentary lid on the index, a position that will only profit, if no real events are increasing the actual volatility substantially. Clearly not a sign, that anyone is concerned.
The price of crude oil, in the past frequently a reason to rebase equity and bond valuations, has been well behaved since the beginning of the year. 10% fluctuations around the center point of $50 do not seem overly excessive at a time, when crude oil is in the limelight given the negotiations about production cuts. The long-term volatility of this price has continuously been drifting lower over the course of the year so far. Short of any further surprises on the geopolitical front, this trend is likely to continue.


The exchange rate between Euro and US-Dollar, which has been in a narrow trading range between 1.04 and 1.09 for the better part of 6 months (see chart 4), has shown a break-out to the upside on the back of a market reassessment of the likelihood of Trumpflation coming to fruition. While this appears at first glance as a new development, the excitement quickly fades, when we look a longer-term chart of the EURUSD. For more than 2 years, this exchange rate has been stuck in the range between 1.04 and 1.15. Very dull indeed.
Longer-term bond yields are also range-bound. 10-year Bunds have been trading between 0.2% and 0.5%, while their US equivalent is stuck between 2.20% and 2.60%. None of the potentially disastrous political events in Europe did manage to break the mould of the Bund yield trading range. Even President Trump’s erratic policy only caused small fluctuations in the Treasury yield! A quick glance at the credit spreads in both the Investment Grade and High Yield universes (charts 6 & 7) show little action. Only a small degree of continuing spread compression is observable.

Summing it up, it is quite easy to understand where the root of the perceived boredom comes from. Apart from trending equity markets, most other, for us relevant, market variables are stuck in ranges. Some have been stuck there for many months. Mean reversion appears to be the flavour of the month. While everyone with even a minimal market experience knows that this will not last, it is not in the human nature to stay alert while watching something as exciting as paint drying.
It is therefore more important than ever to fight complacency as rigorously as possible. I remain convinced, that we will see a breakout in bond yields both to the upside (for Bunds) and to the downside (for Treasuries). A successful impeachment of Mr. Trump could be the trigger. A too hawkish Fed during a time of economic weakness, which could signal a policy error, could be another. A renewal of the market’s concern about the sustainability of China’s debt could lead to global turmoil as well. Clearly there many potential disaster areas around.
In any case, neither my colleagues nor I are hoping for the moulds to break. It is better not to wake the sleeping dragon, because even in the current environment it is possible to generate positive returns in the funds. It may be a bit dull, but that is more pleasant than roaring dragons. In either case, we remain alert and on the lookout for sleeping dragons. We will find the first dragons on the season start of our favourite TV series Games of Thrones on 16th July, but I am not sure that this counts.

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