13/05/2026
Danke an Die Ostpolitikwissenschaftler - nach meiner Kenntnis sofort.
Heute: „Der Rede wert“
Wir sind nicht allein im großen Kosmos der Podcasts.
Also wird es wieder einmal Zeit, euch Menschen vorzustellen, die sich mit spannenden Themen beschäftigen und die mächtig was auf die Ohren bringen.
Sandro Kühn aus Görlitz beschreibt seinen Podcast „Der Rede wert“ im Grunde ganz schlicht als Gesprächsformat mit interessanten Persönlichkeiten aus Görlitz und Umgebung. Das klingt zunächst zurückhaltend — wird dem Podcast aber nur bedingt gerecht.
Denn hier wird nicht einfach interviewt. Hier wird zugehört. Und das ist mittlerweile selten genug.
Ob Schriftsteller, Restauratorin, Theaterintendant, Politikerin oder Kulturmacher — die Gespräche nehmen sich Zeit für Menschen, ihre Biografien, ihre Widersprüche und ihre Sicht auf die Dinge. Es geht um Strukturwandel, Ostdeutschland, Baukultur, gesellschaftlichen Zusammenhalt oder Kulturfinanzierung, manchmal aber auch einfach um die kleinen Erfahrungen, aus denen sich ein größeres Bild zusammensetzt.
Dabei gelingt dem Podcast etwas, das vielen Gesprächsformaten verloren gegangen ist: Er lässt Gedanken entstehen. Ohne Dauerempörung, ohne künstliche Zuspitzung und ohne die panische Angst vor Pausen.
Dass manche Folgen weit über eine Stunde dauern, ist deshalb kein Makel, sondern Teil des Konzepts. Wer sich darauf einlässt, bekommt Gespräche mit Tiefe, ehrlichen Momenten und Gästen, die mehr erzählen dürfen als die übliche Kurzversion ihrer selbst.
„Der Rede wert“ ist damit auch ein akustisches Porträt einer Region — und der Menschen, die sie prägen, hinterfragen oder verändern.
Kurzum: Wer genug hat von schnellen Meinungen und fertigen Antworten, sollte hier unbedingt reinhören.