10/12/2018
Das war 2015. Die Lage im Buchhandel und auch sonst...Na, wie sehen wir es heute?
Hier habe ich einen Artikel in Netz gestellt, den ich als Reaktion auf einen anderen Artikel des Magazins des Börsenhandels (Buchhändler und Verleger) geschrieben habe. Es geht um den Buchhandel in Halle. Man hat mich dort erwähnt. Mutig in Anführungsstrichen, zu deutsch in Deutschland steht das Wort mutig für wahnsinnig. Nicht zu verwechseln mit "Wahnsinn" (ein Entzückungausruf, den man ausstößt, wenn man im Radiosender eine Tankfüllung oder eine beschriftete Tasse gewonnen hat.
Es ist eben so, Sprache ist kompliziert, nicht nur in der Deutung, darum wenden sich viele von ihr ab. Sie wollen keine Probleme. Und, was man sagt, das kann ja brandgefährlich sein (besonders im Internet. Man muss ja so auf sie aufpassen. Das kommt auch davon, dass keiner mehr mit niemandem redet.
Sie können und müssen alle ja "gucken". Das reicht für einen Schimmer von Intelligenz allemal, gehen Sie in den Zoo und betrachten Sie sich Ihre Artgenossen ganz genau. Na, glitzert da nicht auch ein Zeichen von Duchdachtem Ihnen oder meinetwegen auch mir entgegen? Nun zu der Antwort auf die "Auslobung" des halleschen Buchhandles.
Guten Tag, der gesamte Artikel ist zu kurz "gesprungen" oder nicht weiter durchdacht. Schon wer einen geringen zeitgeschichtlichen Überblick bewusst (die letzten 20 oder 30 Jahre) erlebt hat, kann das doch mit wenigen Anmerkungen richtigstellen, was in Halle (Saale) im Buchmarkt und eben darüber hinaus geschehen ist. Im Osten die Tochterfirmen, keine DAX-Betriebe, keine großen Kassen, Versicherungen, Betriebe (bis auf die gerettete Grundstoffchemie in der Nähe von Halle), Bevökerungsschwund und dazu noch Abgänge der jungen Leute (nur knapp 10% der Realschüler bleiben in Sachsen-Anhalt und machen ihre Ausbildung hier).
Es ist kaum Geld für Käufe vorhanden. Dazu kommt noch, die "Digitalität" schöpft weitere Kaufkraft ab bzw. verändert sie. Dazu noch die veränderten Lesegewohnheiten. Hier ist der Makel gravierend, die Vorstellungskraft über 26 Buchstaben und zehn Zahlen kognitiv aufgebaut, entwickelt sich zurück. Räume, Verhältnisse, Mengen, Bewegungen, Nachfühlbarkeit und Verstehen durch Gedankenkraft können nicht durch eine verwirrende Überfülle an Bildern ersetzt werden. Übrigens ein großes Thema, 25% der jungen Menschen können nicht in Sätzen sprechen, haben enorme Leseschwächen und entwickeln sich nicht gesund. Man könnte hier noch endlos nachlegen.
Mutige oder neue Ideen werden in der Buchbranche bekämpft (siehe Digitaldruck). Firmen im Osten erhalten zu wenig Bankenunterstützung. Als ich 65 wurde, habe ich junge Gesellschafter gefunden und eingesetzt. Anstelle diese und meine Erfahrungen zu kombinieren, wurde ich ausgegrenzt. Man überlege, ein Verleger und Autor, der mit 65 Jahre alt und nicht mehr zu gebrauchen sein soll und alles 30-Jährigen aufzuerlegen, dass musste daneben gehen.
Hinzu kommen noch die Ämter. Alles ist überregelt. Unternehmer, die Geld verdienen müssen, können kaum die Last der Verantwortung und der Gesetzlichkeiten tragen. Leicht haben es Manager, die Geld nicht verdienen müssen, sondern an der Kunst des Geld-Ausgebens gemessen werden. Alles zusammen macht Selbständigkeit im Osten kaum möglich. Wer sagt, im Osten blüht die Wirtschaft des Ostens, der lügt oder hat ein politisches Interesse dran. Das alles und dazu einen Artikel wie das Buch in Halle verkaufen zu wollen, das geht eigentlich nicht. Ich weiß es genau, fast allen kleinen Händlern geht es schlecht: Überarbeitet, keine Pausen, kaum Verdienst, keine Geldreserven. Insofern ist es zwar richtig, sich zu beklagen oder eine Situation zu beschreiben, die nicht weiter hilft, aber ohne wirklich grundlegende Änderungen geht das alles nicht mehr weiter. Vom Gegenteil lasse ich mich gern überzeugen. Mut, Risiko, Erwartungen und auch Ideen im Osten? - da ist es besser, eine Therapie zu machen oder sich mit Mühen einen Job in einem Großbetrieb oder staatlichen Stelle zu suchen. Dort kann man auch klug über alles reden, man muss keine 60 - 80 Stundenwoche arbeiten, für etwa zwei, drei oder fünf Euro die Stunde, weil man seinen privaten Handel wegen der Bankkredite nicht aufgeben kann und darf. Darum, Konzerne, Großbetriebe oder man kann sie auch Kombinate nennen, die Einrichtungen, die über Plattformen die Preise festlegen und nichts mehr für den täglichen Bedarf lassen.