10/12/2025
Nur wenige Leute aus dem Westen wissen was über Benin. Aber das wird sich ändern.
Die berühmten Benin-Bronzen, die schon lange in der Londoner Innenstadt stehen, erinnern an die dunkle Kolonialgeschichte der Sklaverei und Ausbeutung durch weiße Europäer vom Wettlauf um Afrika bis heute. Übrigens ist es kaum bekannt, dass „Dr.“ John Reid – Tony Blairs Minister für alles, aber vor allem für Krieg – kein Arzt ist, sondern seinen Doktortitel über Benin gemacht hat!
Frankreich hat Benin gerade wieder auf die westliche Landkarte gesetzt. Und zwar auf altmodische Weise. Durch die Bombardierung der Einheimischen.
Macron mag zu Hause eine Zustimmungsrate von 5 % haben, aber die Ausbeutung Afrikas durch Frankreich wird niemals aufhören, bis sie gestoppt wird. Und gestoppt wurde sie in Niger, Mali und Burkina Faso, wo ein revolutionärer Block von Sahelstaaten entstanden ist. Alles, was dem Block fehlt, ist ein Hafen und Zugang zum Meer. Dieser Hafen, dieser Zugang, liegt gleich nebenan in Benin.
Das erklärt alles.
Am vergangenen Samstagabend kam es zu einer Revolte junger Offiziere, und am Morgen behaupteten neue Revolutionsführer, sie hätten einen weiteren französischen Marionettenpräsidenten gestürzt und einen neuen Kurs für die Republik geplant. Das löste im Élysée-Palast eine Panik aus, die Unterhosen waren in Aufruhr.
Was tun?
Frankreich, das aus seinen Stützpunkten in der Sahelzone vertrieben worden war, hatte nicht die Macht, die Situation effektiv zu ändern. Die Revolte schien sowohl von der Bevölkerung als auch von der Armee unterstützt zu werden. Also spielte Macron seine einzige Karte aus. Er rief Tinubu an. Einfach Saul anrufen.
Tinubu ist der Drogenbaron-Präsident des rückständigen Nigerias. Das Land, das Donald Trump letzten Monat mit Bombenangriffen gedroht hat, weil der wegen Drogenhandels in den USA gesuchte Flüchtige es nicht geschafft hat, die nigerianischen christlichen Gemeinden vor den mörderischen Überfällen von ISIS und Al-Qaida-Banden wie Boko Haram zu schützen.
Tinubu hat nicht genug Militär, um ISIS zu besiegen, aber genug, um Befehle von Emmanuel Macron zu befolgen. Bomben weg! Nigeria hat im Namen des Präsidenten Macron, der wie Napoleon in Lumpen aussieht, seinen eigenen afrikanischen Nachbarn angegriffen.
Und es hat nicht mal geklappt.
In Benin ist aus einem Putsch eine Revolution geworden.
Die Leute sind auf den Straßen, um die Revolution zu unterstützen. Die Armee steht voll hinter den jungen Offizieren. Die Nachbarn in der Sahelzone warten auf ihre Chance. Die Krise in Nigeria hat sich gerade verschärft. Und Frankreich sieht aus wie ein preisgekrönter Pudel bei Crufts. Schöne Locken, aber nicht genug Biss für einen Wachhund. Die Revolution geht weiter.
George Galloway
London