08/05/2026
Kroatiens Norden im Frühsommer
Lohnt sich eine Reise nach Krk, Cres und Istrien bereits Anfang Mai?
Die ersten warmen Sonnenstrahlen spiegeln sich im türkisfarbenen Wasser der Adria, die Altstädte wirken noch entspannt und auf vielen Campingplätzen herrscht eine Ruhe, die man im Hochsommer kaum noch findet. Wer Anfang Mai nach Kroatien reist, erlebt das Land von einer ganz besonderen Seite – ursprünglich, gelassen und oft überraschend grün.
Vor allem der Norden Kroatiens mit den Inseln Krk und Cres sowie der Halbinsel Istrien eignet sich hervorragend für eine Reisemobiltour im Frühjahr und Frühsommer. Die Temperaturen liegen tagsüber meist zwischen 18 und 24 Grad, an sonnigen Tagen auch darüber. Nachts bleibt es noch frisch, doch gerade für Wohnmobilreisende ist diese Jahreszeit ideal: angenehme Temperaturen zum Wandern, Radfahren und Erkunden historischer Orte – ohne die große Sommerhitze.
Die Natur zeigt sich jetzt besonders reizvoll. Auf Cres blühen die Wiesen, rund um Krk duften Kräuter und Pinien, und in Istrien leuchten Weinberge und Olivenhaine in sattem Grün. Orte wie Motovun, Rovinj oder Krk wirken im Frühjahr fast entschleunigt – man findet leichter einen Stellplatz, bekommt spontan einen Tisch im Restaurant und erlebt die Regionen deutlich authentischer als in der Hauptsaison.
Allerdings hat die Vorsaison auch ihre Schattenseiten. Viele Restaurants, Konobas oder kleine Strandbars öffnen erst Mitte Mai oder sogar erst zu Pfingsten. Manche Campingplätze laufen noch im „Soft Opening“-Modus: reduzierte Angebote, geschlossene Poolanlagen oder eingeschränkte Infrastruktur sind keine Seltenheit. Dafür genießt man häufig große, fast leere Plätze direkt am Meer – ein Luxus, der im Juli und August kaum noch vorstellbar ist.
Gerade die Ruhe macht den besonderen Reiz aus. Während in der Hochsaison kilometerlange Autoschlangen über die Brücken und Küstenstraßen rollen, erlebt man Kroatien im Mai deutlich entspannter. Fähren zwischen Cres und Istrien fahren ohne lange Wartezeiten, kleine Hafenorte wirken beinahe mediterran-verträumt, und an vielen Stränden hört man statt Partytrubel nur Wind und Wellen.
Doch Kroatien hat sich verändert – besonders beim Preisniveau. Viele Reisende berichten seit Einführung des Euro von deutlich gestiegenen Kosten. Restaurantbesuche, Campingplätze und selbst einfache Cafés liegen inzwischen oft auf deutschem oder teilweise sogar höherem Niveau. Gerade in beliebten Regionen wie Istrien oder auf Krk spüren Urlauber die Preissteigerungen deutlich.
Tatsächlich wird inzwischen offen darüber diskutiert, ob Kroatien sich als „günstiges Reiseland“ selbst verloren hat.
Medien und Tourismusexperten berichten von rückläufigen Gästezahlen – insbesondere bei deutschen Urlaubern, die traditionell den wichtigsten Markt darstellen. Viele Stammgäste vergleichen inzwischen stärker mit Italien, Griechenland oder Spanien.
Vor allem Camper spüren die Entwicklung: Campinggebühren, Fähren, Maut und Gastronomie haben in den vergangenen Jahren teils kräftig angezogen. Einzelne Regionen melden bereits schwächere Buchungen und kürzere Aufenthalte deutscher Gäste.
Und dennoch: Kroatien besitzt weiterhin eine besondere Faszination. Die Mischung aus Inselwelt, glasklarem Wasser, historischen Altstädten und mediterraner Gelassenheit bleibt einzigartig. Wer bewusst außerhalb der Hauptsaison reist, kann vieles davon noch relativ entspannt genießen – oft sogar günstiger als im Hochsommer. Gerade Anfang Mai oder im nahenden Frühsommer liegt vielleicht die schönste Reisezeit des Jahres: warm genug für Sonne und Meer, aber ruhig genug, um das Land wirklich zu erleben.
Was sagt ihr zum Reiseziel Kroatien?
Und wer kann mir sagen. Wo dieses spektakuläre Foto entstanden ist.