Machandel Verlag

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Ich glaube, dazu braucht es keine weiteren Erklärungen, oder?Feiert schön Silvester, und kommt alle gut ins neue Jahr!
30/12/2025

Ich glaube, dazu braucht es keine weiteren Erklärungen, oder?
Feiert schön Silvester, und kommt alle gut ins neue Jahr!

Weihnachten. Immer schon hat dieses Fest den Menschen etwas Besonderes bedeutet. In dieser kleinen Anthologie haben wir ...
27/12/2025

Weihnachten. Immer schon hat dieses Fest den Menschen etwas Besonderes bedeutet. In dieser kleinen Anthologie haben wir 6 Geschichten gesammelt, die das Weihnachten vergangener Zeiten wieder lebendig machen und auch für uns heute noch eine sehr relevante Botschaft haben.
Und jetzt, nach Weihnachten, nach der ganzen Hektik, haben wir vielleicht auch die Zeit, diese Botschaft zu finden.

Großmutters und Großvaters Weihnachtsgeschichten
Anthologie, 6 Geschichten
A6-Taschenbuch, 78 Seiten, 5,- Euro

Großvaters Weihnachtsgeschichten
Anthologie, 3 Geschichten
Ebook, 0,49 Euro

Großmutters Weihnachtsgeschichten
Anthologie, 3 Geschichten
Ebook, 0,49 Euro

Wie jedes Jahr gibt es heute eine kleine Weihnachtsgeschichte, dieses Mal von Autorin Elena Münscher.Einer bleibt bei de...
25/12/2025

Wie jedes Jahr gibt es heute eine kleine Weihnachtsgeschichte, dieses Mal von Autorin Elena Münscher.

Einer bleibt bei der Herde
Elena Münscher

Missmutig sah Esra über die dürre, steinige Ebene. Nicht ein einziges Schaf mehr in Sicht.
Nicht, dass er es ihnen verübelte.
Er wäre auch am liebsten abgehauen, als diese Lichtgestalten plötzlich vom Himmel ploppten.
Das Licht alleine hätten die Schafe vielleicht noch toleriert. Aber dieser tosende Gesang musste auf einfach jedes halbwegs lebendige Schaf in die Flucht treiben.
Was er ja auch getan hatte.
Esra hätte gerne angenommen, dass er die Herde mutig verteidigt hätte.
Aber er wusste die Wahrheit.
Vor lauter Angst hatte er nicht mal gewagt, Luft zu holen. Geschweige denn, die Schafe aufzuhalten.
Wo immer die jetzt waren, in Sichtweite jedenfalls nicht.
Waren Engel immer so ... gewaltig? Kein Wunder, dass sie anscheinend jedes Mal, wenn sie auf Menschen trafen, "Fürchtet euch nicht!" sagten. Alles schön und gut, dass anscheinend ein neuer König für Israel verkündet werden musste, aber das hätte vermutlich auch etwas leiser funktioniert. Und jetzt waren Noah, Daniel und der alte Uri losgestapft, diesen neuen König zu begrüßen. Hätte Esra auch gerne gemacht. Ein Stall war mit Sicherheit wärmer als dieses kalte nächtliche Feld. Aber nein, Noah hatte ihn mal wieder für die mieseste Arbeit ausgeguckt. Immer den Jüngsten. "Du bleibst bei der Herde", hatte er gesagt. "Sieh zu, dass die Schafe wieder hier sind, wenn wir zurückkommen. Und wehe, du verlierst welche!"
Esra kniff die Augen zusammen. Hatte sich da hinten etwas bewegt? Etwa Wölfe? Das Herz klopfte plötzlich irgendwo direkt unter seiner Kehle und drückte ihm den Atem ab.
Etwas löste sich aus den Schatten. Mit Aufatmen erkannte Esra die Hunde. Dem Allmächtigen sei dank, er hatte doch noch Verstärkung und Schutz.
Keinen halben Psalmvers später revidierte er seine Gedanken. Diese Feiglinge von Hunden kamen mit eingeklemmter Rute angekrochen, immer noch zitternd vor Angst, drückten sich gegen seine Beine und wollten keinen Fingerbreit weichen. Ganz toll. Zwei bibbernde, zu nichts zu gebrauchende Hunde, und die Schafe sonstwo verteilt.
"Blöde Engel!", knurrte er. Die Himmlischen hatten wirklich weniger Verstand als seine Schafe.
Er sah wieder hinaus in die Nacht. Kalt und dunkel. Bedrohlich.

„Worauf wartest du? Die Schafe kommen nicht von alleine zurück!“
Esra wirbelte herum. Nur wenige Schritte entfernt stand ein Mann. Ganz offensichtlich kein Hirte. Auch kein Bauer. Seine Kleidung, einfaches, aber blütenweißes, nie geflicktes Leinen, wies auf jemanden hin, der nicht körperlich arbeiten musste.
Und jemanden, der dumm genug war, sich in so einer Nacht nicht mal einen Mantel anzuziehen.
Die Hunde pressten sich noch enger an Esra.
„Hast du noch mehr so erleuchtende Erkenntnisse?“, fragte Esra ungehalten.
„In der Tat“, gab der Fremde zurück. „Die Schafe sind sehr weit gelaufen und haben sich in der ganzen Gegend verteilt. Du wirst Hilfe brauchen.“
„Klar. Und wer, bitte, sollte mir hier wohl helfen?“
„Ich“, sagte der Fremde.
Einfach so. Jemand, der eindeutig ein Hochgestellter war, wollte mit ihm Schafe einsammeln? „Warum?“
Der Fremde sah etwas verlegen drein. „Weil ich vermutlich Schuld bin, dass sie weggelaufen sind. Das mit dem Licht und dem Gesang war meine Idee. Zugegeben, an die Schafe habe ich in meiner Freude nicht gedacht.“
Esra starrte ihn an. „Du hast eine Idee, und dann kommen Engel und tun, was du dir ausgedacht hast? Wieso?“
„Ich bin auch ein Engel“, sagte der Fremde.
„Glaub ich nicht. Die Engel haben geleuchtet. Du leuchtest nicht.“
„Die Engel, die deinen Vorfahren Abraham besuchten, haben auch nicht geleuchtet. Er hat sie deshalb auch nicht gleich als Engel erkannt.“
Da war was dran. Von irgendwelchem Leuchten hatte nichts in der Torah gestanden. Esra hatte die Geschichte in der Synagoge gehört. Die Besucher hatten Abraham erst zeigen müssen, dass sie wirklich Engel waren.
Aber das beseitigte nicht alle seine Bedenken.
„Hast du überhaupt Ahnung von Schafen?“
„Nein“, gab der Engel belustigt zurück. „Aber du hast Ahnung, und deine Hunde haben Ahnung. Ich vermute, du hast nichts dagegen, wenn ich mir euer Wissen ausborge.“
„M-hm.“ Esra wusste immer noch nicht genau, ob er dem seltsamen Wesen trauen sollte.
Etwas wie eine Feder schien ihn zu berühren, über seine Stirn zu streichen. Die Hunde lösten sich von seinen Beinen und gingen zwei, drei Schritte auf den Fremden zu, schwanzwedelnd. Esra blieb stehen. Die Hunde mochten bestechlich sein, er nicht.
„Esra, du solltest mir wirklich glauben.“
Es lag kein Tadel in diesen Worten, nur eine freundliche Aufforderung. Trotzdem verspürte Esra wieder Unbehagen. „Woher weißt du meinen Namen?“
„Ich habe mir dein Wissen ausgeborgt. Über die Schafe. Dabei auch etwas über dich erfahren. Das war nicht zu vermeiden.“
Esra zog eine Grimasse. „Ungerecht. Du kennst meinen Namen. Ich kenne nicht den deinen.“
Der Engel lächelte. „Ich heiße Ramiel. Esra, wir sollten jetzt wirklich losgehen und die Schafe einsammeln.“

Der Engel war geschickter, als Esra angenommen hatte. Irgendwie schaffte er es, die schmutzigweißen Schafe in der von Mond und Sternen beleuchteten, ebenfalls schmutzigweißen, staubigen Landschaft zielsicher aufzuspüren. Die erste Gruppe von einem Dutzend Schafen brachten sie gemeinsam zurück zum Lagerplatz. Esra ließ den alten Hund bei ihnen zurück, damit sie nicht wieder ausrissen.
Der jüngere Hund musste ihnen helfen, die nächsten eingesammelten Schafe unterwegs beisammen zu halten. Der Engel stellte sich gar nicht so schlecht an. Der würde tatsächlich einen brauchbaren Hirten abgeben. Aber das sagte Esra natürlich nicht. Lob stieg dem Gelobten zu Kopfe, wie Uri immer erklärte. Esra konnte sich nur an ein einziges Lob erinnern. Das war, als er das Lamm vor dem Adler gerettet hatte. Und auch da hatte er nur ein „Gut gemacht!“ zu hören bekommen.
Drei Schaftrupps hatten sie bereits wieder zurückgebracht. Esras Blick glitt prüfend über die Herde. Acht Tiere fehlten noch.
„Wir müssen noch mal los.“
„Du bist ein guter Hirte, Esra“, sagte Ramiel. „Du willst keines deiner Tiere im Stich lassen.“
„Hm.“ Esra hätte die Schafe liebend gerne im Stich gelassen. Aber ein Hirte bekam nur verdammt wenig Geld für seine Arbeit. Und jedes fehlende Schaf wurde von dieser Bezahlung abgezogen. Da kannten die Bauern, denen die Herde gehörte, keine Gnade. Acht Schafe, das war ein Jahresverdienst. Esra mochte nicht daran denken, was die anderen Hirten mit ihm machen würden, wenn er wirklich acht Schafe verlor. Dann lieber noch eine nächtliche Tour.
Die letzten acht Schafe waren natürlich die schwierigsten. Alle einzeln, zerstreut in buchstäblich alle Himmelsrichtungen. Und alle ziemlich weit gelaufen. Der Hund war erschöpft. Esra war erschöpft. Der Engel sah so blütenweiß aus wie zuvor.
Nach und nach fanden sie die fehlenden Tiere. Ein völlig erschöpftes Jungschaf musste Esra aus einer Felsrinne herausklauben. Das Tier knickte kraftlos ein, als er versuchte, es auf die Beine zu stellen. Esra nahm es in seine Arme und trug es.

Endlich waren sie zurück am Lagerplatz. Von dem Feuer waren nur noch ein paar glimmende Reste vorhanden. Nicht genug, um die kalte Nacht zu erwärmen. Esra war aufrichtig dankbar für das Schaf in seinen Armen. Wenigstens war diese lebendige Wolle warm. Er kauerte sich an die Feuerstelle, das Schaf weiter fest im Griff, und begann mit einer Hand Holz nachzulegen.
Das Holz war zu grob und zu kalt. Es wollte kein Feuer fangen. Esra sah auf zu Ramiel. „Könntest du ...“
Der Engel nickte nur, machte eine Handbewegung, und schon flackerten kleine Flämmchen auf. Dann setzte er sich neben Esra.
Die Flammen wurden größer. Wärmer. Esra dachte an das, was die Engelschar gesungen hatte.
„Ich hätte diesen neuen König gerne besucht“, sagte er schließlich.
„Ich auch“, gestand Ramiel.
Esra sah ihn erstaunt an. „Du bist doch ein Engel. Du könntest doch einfach ...“
„Dann hätte ich dich und die Schafe im Stich gelassen.“
Esras Blick ging dorthin, wohin die anderen Hirten verschwunden waren, in Richtung des merkwürdigen wandernden Sterns, der seit Wochen alle beunruhigte. „Wie so ein Weltenherrscher wohl aussieht?“
„Wie alle kleinen Menschenkinder“, sagte der Engel.
Esra dachte nach. „Wenn er aussähe wie alle anderen Kinder auch, wären meine Schäferkollegen schon längst zurück. Die haben selbst genug Kinder, die sie ansehen können.“
Ramiel schwieg.
Esras Gedanken wanderten weiter. „Aber für normale Menschenkinder kommen keine Engel, um deren Geburt zu verkünden. Irgendetwas muss einfach besonders an diesem Kind sein.“
Keine Antwort.
„Ich möchte auch dorthin gehen.“
„Und die Schafe im Stich lassen?“, fragte Ramiel. „Willst du das wirklich?“
„Natürlich nicht. Aber ich würde es wirklich gerne sehen“, murmelte Esra und streichelte über die Samtohren des Schafs.
Ramiel lächelte. „Diesen Wunsch zumindest kann ich dir erfüllen.“
Wieder eine Handbewegung. Die Flammen schlugen plötzlich hoch. Dann teilten sie sich in der Mitte. Und dort, wo die Flammen sich teilten, erschien das Bild eines Stalls. Es schien auf Esra zuzukommen, solange, bis er meinte, die Tür berühren zu können. Dann war das Bild plötzlich im Inneren des Stalls, und Esra sah Noah, Daniel und Uri auf Strohballen sitzen. Ihnen gegenüber sah er einen Fremden, einen älteren Mann, der seinen Arm schützend um eine junge Frau gelegt hatte. Und diese Frau hielt ein Baby im Arm. Esra hatte oft genug Neugeborene gesehen, um zu wissen, dass dieses Kind keinen Tag alt war.
„Das ist der neue König“, sagte Ramiel andächtig. „Er ist es, der das Licht in die Welt tragen wird.“
Esra starrte auf das Kind, dann zu Ramiel, der jetzt tatsächlich zu leuchten begann. Nur ein wenig, um die Schafe nicht wieder zu verstören. Aber er leuchtete.
Ein kleines Kind in einem Stall. Eltern, die offensichtlich kaum reicher waren als die Hirten. Das sollte ein König sein? Irgendwie hatte Esra sich Könige anders vorgestellt.
Die Feder glitt wieder über seine Stirn.
„David war zuerst auch nur ein Hirte. Ein Hirte, der zum bejubelten König ganz Israels wurde“, sagte Ramiel leise. „Nicht jeder König wird in einem Palast geboren.“
Das Bild in den Flammen erlosch. „Jetzt haben wir ihn beide gesehen. Du bist müde, Esra. Schlaf ein wenig. Ich werde über dich und die Schafe wachen.“
Esra war wirklich müde von all der Rennerei, wie er überrascht feststellte. Hundemüde. Und ein Engel als Wächter, da würde bestimmt nicht einmal Noah schimpfen, wenn er sich etwas Schlaf gönnte. Esra rollte sich neben dem Feuer zusammen, das Schaf noch immer im Arm. Seine Augen fielen von ganz alleine zu.

Das Feuer knisterte, das Schaf atmete, Ramiel leuchtete sanft.
Und während Esra in den Schlaf driftete und von einem König träumte, der irgendwie auch ein wenig wie sein Schaf aussah, klang aus der Ferne leiser Engelsgesang.

24. DezemberTrixi und Jay - WeihnachtenRika MohnDer Duft, der in den letzten Tagen durch das Haus gezogen war, hatte sic...
24/12/2025

24. Dezember

Trixi und Jay - Weihnachten
Rika Mohn

Der Duft, der in den letzten Tagen durch das Haus gezogen war, hatte sich wieder etwas verändert. Es roch plötzlich, als wäre ich mit meinem Rudel im Wald. Aber ich lag in Frauchens Bett.
Von unten hörte ich Geräusche. Neugierig lief ich die Treppe hinunter. Bis ans Ende kam ich nicht. Denn vor mir stand plötzlich ein Tannenbaum. Wie kam der denn hierher? Konnten Bäume laufen und der hatte den falschen Weg genommen? Als der Baum zu wackeln begann, erschrak ich mich und wollte einen Satz nach hinten machen. Dabei vergaß ich, dass ich mich noch auf der Treppe befand.
Ich knallte gegen die Stufe hinter mir, die mich nach vorn schubste. Ich verlor das Gleichgewicht, prallte gegen den Tannenbaum und gemeinsam fielen wir um. Als wir beide lagen, rutschte ich Stück für Stück ins Innere des Baumes. Wollte der mich etwa fressen? Verzweifelt versuchte ich mich zu befreien. Zwei Hände halfen mir. Es waren die von Thomas. Erleichtert leckte ich meinem Retter über das Gesicht.
„He, he … alles gut. Ist doch nichts passiert.“ Er setzte mich im Flur ab, wo ich von Nina hochgenommen wurde.
„Hey, meine Süße. Alles gut? Hast du dich erschrocken? So ein bööser, böööser Baum.“ Sie lachte und gab mir einen Kuss auf die Stirn. Dann setzte sie mich wieder ab. „Hoffentlich lässt sie den Baum in Ruhe, wenn er geschmückt ist.“
„Ich denke schon“ erwiderte Thomas. „Wahrscheinlich ist sie nur zu schnell die Treppe runtergekommen. Sie wird schon folgen, wenn wir ihr klarmachen, dass der Baum tabu ist.“

Aus sicherer Entfernung beobachtete ich, was die beiden mit dem Tannenbaum machten.
Schon am Vortag hatten sie große Kisten aus dem Keller geholt, die nun geöffnet überall im Wohnzimmer rumstanden. Aus denen hatten sie kleinere Kisten geholt. Nina hatte sie geöffnet und vorsichtig auf den Tisch und sogar auf das Sofa verteilt. Natürlich war ich neugierig, was da drinnen war und derart ihre Freude auslöste. Sie zeigte es mir begeistert. Nur buntes Zeug, das man nicht essen konnte. Langweilig. Freiwillig ging ich zu meinem Schlafplatz.
Ich hörte, wie Lilly nach Hause kam. Sofort war ich bei ihr.
Fröstelnd stand sie im Flur. Sie hatte eine Mütze auf dem Kopf, Handschuhe an und dicke Stiefel an den Füßen. Ich freute mich, sie zu sehen. Sie roch so gut nach Kälte und Schnee.
„Gehst du bitte gleich mit Trixi raus?“, fragte Nina. „Du bist schon angezogen, und wir haben mit dem Baum zu tun.“
„Wenn es sein muss. Aber kann ich mich nicht erst mal aufwärmen?“
Thomas kam zu uns in den Flur.
„Ob du dich aufwärmst oder nicht, dir ist es immer zu kalt. Willst du dich tatsächlich erst ausziehen und dann wieder das ganze Zeug umständlich anziehen?“
„Also gut.“ Begeisterung klang anders. Entsprechend lustlos legte sie mir mein Geschirr an. Das würde sicher wieder nur eine kurze Runde werden.
„Keine Angst, wir warten mit dem Baumschmücken auf dich. So wie immer“, rief Nina aus dem Wohnzimmer. Das half. Sofort bekam Frauchen bessere Laune.
„Na komm, Süße. Hinaus in die Kälte.“

Die Runde wurde dann doch nicht so klein. Wir gingen in den Park. Es hatte wieder geschneit und eine neue weiße Decke über alles gelegt.
Im Park trafen wir auf Gin und sein Frauchen. Der arme Kerl hatte wieder so ein komisches Ding angezogen bekommen, damit er nicht friert. Lange unterhalten konnten wir uns nicht. Sein Frauchen zog ihn schnell weiter.
„Ihm ist doch so kalt“, sagte sie mit zitternder Stimme zu Lilly.
„Stimmt. Und ihr auch“, kommentierte Gin.
Als beide ein Stück weg waren sagte Lilly leise: „Mir ist auch kalt. Deswegen zerre ich dich aber nicht durch die Gegend, nur weil ich wieder nach Hause will. Unmöglich, diese Frau.“
Da gab ich meinem Frauchen recht.
„Guck mal, wer da kommt“, rief sie plötzlich und machte mich von der Leine.
Lilly hatte tatsächlich vor mir Jay mit seinem Herrchen gesehen. Der machte meinen Freund auch gleich los, als er uns entdeckte.
Jetzt gab es kein Halten mehr für uns. Wir rannten nicht über den Weg, sondern direkt über die Wiese. Dort lag der beste Schnee, in dem man herumtoben konnte. Schon bald hingen uns die Schneeklumpen im Fell.
„Jay, Trixi … Schneeball.“ Wir wussten sofort, was das bedeutete. Jetzt flogen wieder die weißen Bälle. Sofort rannten wir zu den beiden. Jeder wollte den ersten fangen.
Wir vier hatten großen Spaß. Sogar Lilly machte Bälle und warf sie nach mir und Jay. Ihr schien es plötzlich nicht mehr kalt zu sein.
Erschöpft aber glücklich machten wir uns irgendwann auf den Heimweg. Jay und sein Herrchen liefen noch ein Stück mit uns mit.
„Ist euch auch ein Tannenbaum zugelaufen?“, fragte ich Jay, als wir an so einem ähnlichen Baum vorbeiliefen.
„Zugelaufen?“ Jay lachte. „Die Tannenbäume kaufen die Zweibeiner und bringen sie nach Hause. Du hast doch gesehen, was die alles mit Lichtern und so bunten Kram behängen. Das machen sie dann auch mit dem Tannenbaum. Sobald der steht, werden viele Menschen ganz komisch.“
„Das sind sie doch jetzt schon. Echt seltsam, dieses Weihnachten, wie es die Zweibeiner verändert.“
„Das geht wieder vorbei. Keine Angst. Doch solange es anhält, genieße ich die Wärme, die extra Leckerli und die Zuwendungen meines Rudels.“
Wenn ich so darüber nachdachte, was Jay da sagte, musste ich ihm recht geben. Auch wenn sich mein Rudel verändert hatte, mir ging es gut. Sie waren netter miteinander, sogar Lilly mit Nina und Tim. Und sie kuschelten alle viel mehr mit mir, sogar Herrchen. Leckerlis gab es auch mehr. Dieses Weihnachten war wohl doch etwas Gutes. Dann wollte ich es genießen, so wie Jay.

Es wurde ein schönes Weihnachten. So, wie es Jay gesagt hatte.
Der Tannenbaum war unter den ganzen bunten Kugeln und langen silbernen Haaren kaum noch zu erkennen. Seine Lichter ließen die Augen der Zweibeiner strahlen.
Darunter lagen bunte Päckchen. Einige sogar für mich. Die durfte ich zerfetzen. In einem war ein neues Spielzeug und in einem anderen ein Kauknochen, den natürlich gleich bearbeitete.
Oma Gretl war auch da. Von ihr bekam ich noch mehr Leckerli als sonst.
„Schließlich ist Weihachten“, sagte sie nur.
Recht hatte sie.
Frohe Weihnachten!

~ Ende ~

23. DezemberJay - GeschenkeRika MohnSatt und zufrieden lag ich auf meinem Platz und beobachtete Tim. Der saß inmitten vo...
23/12/2025

23. Dezember

Jay - Geschenke
Rika Mohn

Satt und zufrieden lag ich auf meinem Platz und beobachtete Tim. Der saß inmitten von kleinen und großen Kartons, Schachteln und Päckchen, Papierrollen und einem Haufen Geschenkband.
„He, Kumpel. Bringst du mir mal die Schere?“
Sprichst du mit mir? Kurz hob ich meinen Kopf.
„Nicht? Okay, dann muss ich eben selber aufstehen und sie holen. Fauler Sack.“ Ich hörte an seiner Stimme, dass er das nicht ernst meinte. Er stand auf, ging zum Schrank und holte die Schere aus einer Schublade.
„Ein Glück, das Frauchen Weihnachtsfeier mit den Kollegen hat. Sie würde durchdrehen, wenn sie das Chaos sieht. Dabei habe ich noch nicht einmal angefangen.“ Tim sprach öfter mit mir, ohne wirklich mit mir zu reden. Das gab mir stets ein gutes Gefühl, bei dem ich meistens einschlief. Das klappte heute nicht so gut. Denn das Rascheln des Papiers und all die anderen Geräusche machten mich eher neugierig als müde. Also entschied ich mich meinen Platz zu wechseln. Ich wollte mich zu Herrchen legen. Dumm nur, da war gar kein Platz mehr für mich. Das gesamte Sofa war belegt, sogar die beiden Sessel hatte Tim vollgestellt. Wo sollte ich mich hinlegen?
Entschlossen mir meinen Platz von den Kartons nicht wegnehmen zu lassen, zwängte ich meine Nase darunter und schob den ersten Karton beiseite.
„Stopp! Du kannst jetzt nicht hier rauf“ schimpfte Tim. „Du siehst doch, dass alles vollgestellt ist.“
Na und? Dann nimm es runter. Wieder versuchte ich mir meinen Platz zurück zu erobern. Zwecklos.
„Nein! Ab auf deine Decke!“
Das war deutlich. Gehorsam ging ich auf meinen Platz. Der Blick, den ich Tim zuwarf, sollte ihm ein schlechtes Gewissen machen. Doch heute schien er immun dagegen zu sein.
„Da kannst du noch so treudoof gucken. Jetzt kannst du nicht auf’s Sofa. Wenn ich alles eingepackt habe, dann machen wir es uns wieder gemütlich.“
Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis Tim sich zufrieden auf dem Sofa zurücklehnte. Vor ihm auf dem Tisch stapelten sich jetzt unzählige große und kleine, bunte, mit Schleifen verzierte Päckchen.
„Sieht das Klasse aus. Frauchen wird sich freuen, wenn sie nach Hause kommt.“ Er schaute zur Uhr und erschrak. „Oh. Hat das doch wieder so lange gedauert. Alina wird sicher bald kommen. Wenn sie die Unordnung sieht, dann ist die Freude schnell vorbei.“ Er schaute sich um und begann die Papierreste aufzuheben, die überall verteilt herumlagen. Dazwischen fanden sich diverse Bänder und anderes Zeug, das ich nicht kannte. Als er den Staubsauger holte, verschwand ich im Flur. Ich mochte das laute Ding nicht. Lange brauchte Tim nicht. Erleichtert ging ich wieder ins Wohnzimmer.
In einer Ecke, direkt neben dem großen Schrank und dem Fenster, hatte er eine bunte Decke ausgebreitet. Sie ähnelte denen, die als kleinere Versionen überall rumlagen oder hingen. Nur das Gesicht mit dem Mann und der Mütze fehlte. Ich legte mich auf das Sofa und beobachtete was weiter geschah.
Als Herrchen das nächste Mal ins Wohnzimmer kam, trug er ein großes Teil herein. Was war das? Schnell sprang ich vom Sofa. Ich wollte rausfinden, was er da ins Zimmer trug.. Doch Herrchen verscheuchte mich.
„Mach Platz, Jay. Ich bin froh, dass ich das Teil heile hergeschafft habe.“
Ich machte ein paar Schritte zurück. Das musste reichen. Meine Nase verriet mir, was Tim gleich auspacken würde. Es war leider nichts zu Fressen. Vorsichtig stellte er das Plastikungetüm ab. Leise vor sich hin schimpfend, machte er sich am unteren Ende zu schaffen. Ganz vorsichtig löste er Stück für Stück ab, dann konnte er die Verpackung hochheben.
Und dann stand er da, unser Weihnachtsbaum. Den hatte ich schon einmal gesehen.
Frauchen und Tim hatten im Garten alle Tannenbäume geschmückt. Im Haus wollte Alina aber keinen haben.
„Erstens macht das zu viel Dreck und zweitens wird der Baum danach weggeworfen“, hatte sie erklärt. „Die Kinder sind groß, da genügt die Plastepalme.“ Herrchen war damit zufrieden.
Vorsichtig bog er jetzt einen Zweig nach dem anderen zurecht. Dann begutachtete er sein Werk.
„Schick sieht er aus. Oder was meinst du?“ Er warf mir einen kurzen Blick zu. „Die Kugeln sind auch noch alle dran. Jetzt muss nur noch das Licht funktionieren.“ Er bückte sich und griff nach dem Kabel. Dann ging er in die Ecke, wohin der Baum sollte, und schob den Stecker in die Wand. Sofort ging das Licht an. „Sehr schön. Jetzt noch die Batterien in die Fernbedienung, dann haben wir es.“
Wenig später blinkte der Baum in verschiedenen Intervallen und Farben. Das gefiel mir nicht so gut. Jetzt wünschte ich mir, Alina wäre zu Hause. Sie mochte den Blinkerbaum auch nicht. Wenn Frauchen da war, dann leuchtete der Baum mit einem angenehmen Licht und ohne das Geblinke.
Der Baum wurde auf seinen Platz in die Ecke gestellt. Danach verschwanden die bunten Päckchen unter und neben den Blinkerbaum.
„Du bekommst natürlich auch ein Geschenk. Guck. Das ist für dich.“ Auffordernd hielt er mir das bunte Teil hin. So schnell konnte Herrchen gar nicht reagieren, wie ich es zwischen den Zähnen hatte. „Autsch“, sagte er und ließ los. Da hatte ich wohl einen Finger erwischt. Selbst schuld. Zu spät losgelassen.
„Jay! Aus!“, befahl er.
Natürlich gehorchte ich. Verständnislos beobachtete ich, wie er mein Geschenk nahm und es von allen Seiten begutachtete. Wieso hält er es mir hin und sagt, es ist meins wenn er es mir wieder wegnimmt? Ich wusste was drin war. Ein Schweinsohr. Das würde ich mir wiederholen.
Sollte er es nur unter den Blinkerbaum legen. Ich würde es sofort finden.
Doch er legte es nicht unter den Baum, sondern in den Schrank. Schade.
Ein Geräusch an der Haustür lenkte mich ab.
Frauchen war zu Hause.
Freudig lief ich ihr entgegen. Das Schweinsohr war vergessen. Frauchen war da. Das Rudel wieder vollständig.
„Tataaaa“, begrüßte uns Tim mit weit geöffneten Armen, als ich mit Alina ins Wohnzimmer kam. Er hatte das Licht der Deckenlampe ausgemacht. So blendete mich das Licht noch mehr, dass der Baum von sich gab.
„Du bist schon fertig? Wie schön! Und die vielen Pakete und Päckchen! Du bist der allerbeste Geschenkeeinpacker der Welt, mein Schatz.“ Sie ging auf ihn zu und gab ihm einen Kuss.
„Hm. Und du duftest gut. Noch einen Glühwein? Ich habe mir meinen auf jeden Fall verdient.“
„Ja, gerne.“ Alina ließ sich aufs Sofa fallen, während Tim in die Küche ging. Ich legte mich neben Frauchen. Sie stand nochmal auf und suchte etwas. Dann hatte sie es offensichtlich gefunden, denn sie kam zu mir zurück. Kurz darauf veränderte sich das Geblinker und wich dem ruhigem, sanften Licht, das wir beide mochten.
Wenig später saßen wir drei auf dem Sofa. Die beiden genossen ihren Glühwein und die leise Musik und ich ihre Streicheleinheiten.

22. DezemberTrixi – Bunte Lichter und neue DüfteRika MohnWeihnachtszeit.Es musste eine ganz besondere Zeit sein, denn me...
22/12/2025

22. Dezember

Trixi – Bunte Lichter und neue Düfte
Rika Mohn

Weihnachtszeit.
Es musste eine ganz besondere Zeit sein, denn meine Zweibeiner machten komische Dinge.
Es fing an, dass plötzlich bunter Glitzerkram aufgestellt und hingehangen wurde, der teilweise auch noch leuchtete. Es lief fast ständig Musik. Zumindest, wenn Lilly und Nina alleine waren. Bei Thomas war Ruhe. An einem Tag war Nina völlig gestresst, am nächsten sang sie glücklich die Lieder mit. Sie kochte, brutzelte und backte, dass mir von den ganzen Gerüchen fast schwindelig wurde. Sogar mein Fell roch danach. Gin wollte mich sogar schon ablecken, als wir uns trafen, nachdem Nina wieder in der Küche etwas gebraten hatte.
Lilly half ab und zu beim Backen. Das war toll, denn sie ließ mich oft ihre Finger ablecken. Das durfte sie zwar nicht, machte es aber trotzdem.
Mein Rudel liebte Kerzen. Von denen standen immer welche auf dem Schrank oder dem Tisch. Sogar in Lillys Zimmer brannte immer eine, wenn sie da war. Da gab es so viele verschiedene, mit Glas und ohne. Eines hatten sie alle gemeinsam: Das warme Licht und die heiße Flamme. Frauchen hatte mir einmal erlaubt, an einer brennenden Kerze zu schnuppern. Dabei sagte sie: „Vorsicht, heiß.“ ‚Vorsicht‘ kannte ich schon. ‚Heiß‘ dann auch, als mir die Flamme in meine Nase biss. Seitdem ließ ich die Kerzen in Ruhe, wenn sie eine Flamme auf dem Kopf trugen.
Nicht nur meine Rudelmitglieder hatten sich verändert, unsere Wohnung gleich mit. Auch bei den anderen Fellnasen war es so. Egal ob drinnen oder draußen, alles war bunt, glitzerte oder blinkte. Und es duftete heftig nach unzähligen leckeren Sachen, dass ich oft genug niesen musste, weil meine Nase zu viel davon abbekam
Was sich nicht verändert hatte, war die Kälte draußen und damit Lillys Schimpfen.
Sie mochte nicht gern mit mir rausgehen. Den dreckigen, matschigen und teilweise salzigen Schnee mochte ich auch nicht. Den sauberen weißen im Park schon. Aber selbst da spielte Frauchen nicht mehr mit mir. Die Runden waren kurz und sie lief dabei in einem schnellen Tempo. Oft trug sie mich über die Straßen und Wege, wenn da zu viel von dem salzigen Schnee lag. Das fand ich gut. Wir beide mochten den nicht. Mir brannte er in den Pfoten und sie hatte keine Lust, mir immer die Pfoten ordentlich sauber zu machen.

Es war Wochenende. Die ganze Familie war zu Hause. Oma Gretl war auch da.
Nach dem Mittagessen der Zweibeiner sind wir gemeinsam eine schöne große Runde gelaufen. Ich war herrlich müde, weil Thomas und Lilly mich mit Suchspielen beschäftigt hatten.
Der Duft von leckeren Sachen weckte mich. Leise kam die Musik aus der Anlage. Ringsherum wurden die Kerzen angezündet. Es waren noch einige mehr zu denen gekommen, die immer dastanden. Ihr warmes Licht war das Einzige, was das Wohnzimmer erhellte. Ein nach Tannenbaum riechender Kranz, mit glitzernder Dekoration wurde in die Mitte des Esstisches gestellt. Obwohl der vier Kerzen hatte, wurde nur eine angezündet. Die Musik wurde ein wenig lauter gemacht. Ich schaute zu Thomas, der sonst immer das Gesicht verzog, wenn die Musik angemacht wurde. Doch er saß, wie alle anderen, entspannt am Tisch und genoss sichtlich alles, sogar die Musik.
„Seht ihr“, hörte ich ihn sagen. „Jetzt passt es mit der Musik. Wir sitzen gemeinsam bei Kerzenschein am ersten Advent zusammen und lassen uns den selbstgebackenen Stollen von Oma schmecken.“
„Papa, du hast keine Ahnung. Außerdem, es fehlt noch was.“
„Was denn?“, fragte Nina.
„Die Räucherkerzen.“ Lilly stand auf und ging zum kleinen Schrank, wo viel von dem Weihnachtszeug stand. Dort griff sie in eine kleine Dose und holte etwas heraus, dass sie an eine Flamme hielt. Kurze Zeit später drang mir ein neuer Duft in die Nase.
Während die Zweibeiner mit ihren unterentwickelten Nasen genüsslich schnupperten, musste ich heftig niesen. Nein. Das war nichts für mich. Dann lieber der aufdringliche Duft, mit dem sich die Zweibeiner täglich einsprühten. Und schon den mochte ich nicht.
Da dieser Geruch offensichtlich zu dem ganzen Weihnachtszeug dazu gehörte und niemand den wegmachte, verzog ich mich nach oben, in Lillys Zimmer.

Der Schnee war inzwischen weg. Nur an manchen Stellen lagen noch kleine, schmutzige Haufen. Dafür war es noch kälter geworden. Gin und Coco hatten von ihren Leuten was angezogen bekommen, damit sie nicht froren. Meine Leute fanden, ich hätte genug Fell und bräuchte so etwas nicht. Fell hatten die beiden auch. Keine Ahnung, was bei ihnen anders war.
Mein Rudel lief mit mir nur noch im Park oder die große Runde über die Felder in den Wald. Sie blieben auch nicht mehr stehen, um miteinander zu sprechen. Zur Hundewiese gingen wir kaum noch. Ich vermisste es, mit meinen Freunden herumzutoben.

Thomas war schon eine Weile mit mir im Park unterwegs, als wir Luna und ihr Herrchen trafen. Unsere Rudelführer schienen sich ein wenig mehr Zeit nehmen zu wollen und blieben stehen.
„Und, was gibt es Neues?“, fragte ich nach unserer Begrüßung.
„Weihnachten. Zum Glück habe ich zu Hause meine Ruhe.“
„Wie meinst du das?“
„Dieses Jahr mag Herrchen kein Weihnachten. Bei uns gibt es kein buntes Zeug das rumsteht. Auch nichts von diesen nervigen Lichtern und stinkendem Zeug.“
„Und die leckeren Sachen? Gibt es die dann auch nicht?“
„Doch. Sogar ganz viel. Aber nicht mehr für mich. Leider stellt er das jetzt immer in den Schrank, wo ich nicht hinkomme.“
„Warum?“
„Den ersten Teller voll der vielen süßen Sachen habe ich wohl zu schnell leer gefuttert. Mir war ein bisschen übel und Herrchen hatte schlechte Laune. Seitdem steht der Teller nicht mehr auf dem Tisch, wenn Enrico nicht da ist.“
„Bei mir ist es ähnlich. Das, was am besten riecht, essen die Zweibeiner ohne mich. Als könnte man davon krank werden. Ein bisschen Bauchgrummeln vielleicht. Aber das ist schnell wieder weg.“
„Da sagst du was. Zweibeiner. Soll die ein Hund verstehen. Ich nicht. Oh. Ich glaube, es geht weiter. Bis bald, Trixi.“
Tatsächlich ruckte es kurz an meiner Leine. Thomas wollte weitergehen.
„Komm, Kleines. Lange genug rumgestanden. Mir wird es kalt. Rennen wir ein Stück.“
Ja! Rennen. Das ging sogar mit Leine.
So vergingen die kalten Tage. Einer nach dem anderen.

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