16/03/2026
Mit großer Trauer habe ich vom Tod von Gerhard Prokscha (extra-radio) erfahren. Mit ihm verliert Oberfranken nicht nur einen engagierten Radiomacher, sondern einen Menschen, der über Jahrzehnte hinweg einer ganzen Region eine Stimme gegeben hat.
Gerhard Prokscha war weit mehr als der Chef von extra-radio. Er war Ideengeber, Möglichmacher und leidenschaftlicher Verfechter des lokalen Radios. In einer Zeit, in der Medien immer größer, schneller und anonymer wurden, hielt er unbeirrt an einer Überzeugung fest: Dass Radio vor allem dann seine Kraft entfaltet, wenn es nah bei den Menschen ist.
Mit extra-radio hat er genau das geschaffen. Der Sender wurde für viele Menschen in Hochfranken zum täglichen Begleiter – auf dem Weg zur Arbeit, beim Frühstück, im Auto oder zu Hause. Nachrichten aus der Region, Stimmen aus der Nachbarschaft, Musik, Veranstaltungen und Geschichten aus dem echten Leben: Unter seiner Führung wurde extra-radio zu einem Stück Heimat im Äther.
Viele verbinden mit dem Sender unvergessliche Momente: die „Hörerhits“, die legendäre Chartshow, Liveübertragungen vom Hofer Volksfest oder vom Weihnachtsmarkt. Doch hinter all diesen Formaten stand vor allem eines – die Leidenschaft eines Radiomachers, der daran glaubte, dass regionale Identität hörbar sein muss.
Gerhard Prokscha hat gezeigt, was lokaler Journalismus leisten kann: Nähe schaffen, Menschen verbinden und einer Region ein Gefühl von Gemeinschaft geben. Dafür gebührt ihm großer Dank und Respekt.
Für mich persönlich – wie für viele andere, die mit extra-radio aufgewachsen sind – bleibt sein Werk untrennbar mit vielen Erinnerungen verbunden. Mit Musik, mit Stimmen, mit Momenten aus einer Zeit, in der Radio noch ein echtes Lagerfeuer der Region war. Sein Sender hat Generationen begleitet. Und seine Idee von Radio wird bleiben.
Mein Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freunden und allen, die mit ihm gearbeitet haben. Gerhard Prokscha hinterlässt eine Lücke – im Radio und in unserer Region.
Frankenpost | Stadt Hof