Arne Petrich - Cool'is im Osten

Arne Petrich - Cool'is im Osten Die DDR und der Osten - Impulse für Erinnerungen und Geschichten zwischen Vergangenheit, Gegenwart & Zukunft!

Dokumentieren zwischen Wahrheit und Zensur: Die Schule der BeobachtungDer DEFA-Dokumentarfilm bewegte sich in einem wide...
04/09/2026

Dokumentieren zwischen Wahrheit und Zensur: Die Schule der Beobachtung

Der DEFA-Dokumentarfilm bewegte sich in einem widersprüchlichen Spannungsfeld. Einerseits sollte er politische Botschaften vermitteln, gesellschaftliche Entwicklungen erklären und den sozialistischen Staat inszenieren. Andererseits entstanden im Laufe der Jahrzehnte Arbeiten, die den Alltag mit großer Nähe beobachteten und dadurch eine Wirklichkeit sichtbar machten, die über offizielle Selbstdarstellungen hinausging. Der Dokumentarfilm wurde so zu einer Art visuellem Gedächtnis der DDR – allerdings unter den Bedingungen staatlicher Kontrolle.

Besonders eindrucksvoll verkörperte diese Entwicklung die Langzeitdokumentation „Die Kinder von Golzow“. Winfried Junge und sein Team begleiteten seit 1961 Kinder aus dem brandenburgischen Golzow über Jahrzehnte hinweg. Aus der ursprünglich geplanten Dokumentation über eine Schulklasse entstand ein einzigartiges filmisches Langzeitprojekt, das Kindheit, Ausbildung, Beruf, Familie, Alter und gesellschaftlichen Wandel über mehrere Generationen hinweg festhielt. Gerade die beiläufigen Momente machten die Filme wertvoll: Nicht nur politische Ereignisse, sondern Hoffnungen, Enttäuschungen, berufliche Entscheidungen und alltägliche Lebenswege wurden dokumentiert.

Diese beobachtende Tradition bedeutete jedoch keineswegs Zensurfreiheit. Dokumentarfilmer mussten sich mit Abnahmen, politischen Vorgaben und institutionellen Interessen auseinandersetzen. Manche Filme wurden zurückgestellt, verändert oder gar nicht aufgeführt. „Barfuß und ohne Hut“ von Jürgen Böttcher etwa geriet wegen seiner unkonventionellen Darstellung von Jugendlichen und ihres Lebensgefühls in Konflikt mit den kulturpolitischen Erwartungen. Auch andere Dokumentarfilme, die soziale Spannungen, Umweltprobleme oder Widersprüche des DDR-Alltags thematisierten, konnten auf Widerstand stoßen. Der Eingriff erfolgte dabei nicht immer in Form eines spektakulären Verbots; häufig wirkten Auswahl, Kürzungen, Aufführungsbeschränkungen oder institutioneller Druck.

Eine andere Funktion erfüllte „Der Augenzeuge“, die zentrale DEFA-Wochenschau. Von 1946 bis 1980 zeigte sie Nachrichten, politische Ereignisse, Arbeitswelt, Kultur und Sport und erreichte über die Kinos ein Massenpublikum. Ihre Beiträge waren Teil der staatlich gelenkten Informations- und Öffentlichkeitsarbeit und vermittelten ein Bild der DDR, in dem politische Erfolge, gesellschaftlicher Fortschritt und sozialistische Werte im Vordergrund standen.

Zwischen „Augenzeuge“ und „Golzow“ zeigt sich damit die ganze Spannweite des DDR-Dokumentarfilms. Auf der einen Seite stand das staatlich gewünschte Bild der Gesellschaft, auf der anderen die beharrliche Beobachtung ihrer Menschen. Gerade dort, wo Kameras nicht nur Ereignisse illustrierten, sondern Menschen über längere Zeit begleiteten, entstand eine historische Quelle von besonderem Wert. Sie bewahrt eine Alltagswirklichkeit, die sich der offiziellen Sprache des Staates immer wieder entzog.

Indianerfilme und der Mythos Gojko Mitić: Historischer Materialismus im SattelDer DEFA-Indianerfilm entstand Mitte der 1...
04/09/2026

Indianerfilme und der Mythos Gojko Mitić: Historischer Materialismus im Sattel

Der DEFA-Indianerfilm entstand Mitte der 1960er Jahre auch als Antwort auf den enormen Erfolg der westdeutschen Karl-May-Verfilmungen. Während Pierre Brice im Westen als Winnetou zum Star wurde, setzte die DEFA auf eine andere Perspektive: Nicht die romantische Abenteuerwelt des weißen Helden, sondern die Geschichte der nordamerikanischen Ureinwohner und ihr Widerstand gegen Vertreibung, Landraub und koloniale Gewalt sollten im Mittelpunkt stehen. Die Filme erhielten deshalb bewusst die Bezeichnung „Indianerfilme“ und verbanden Unterhaltung mit einem didaktischen Anspruch, der historische und gesellschaftliche Zusammenhänge aus sozialistischer Sicht deutete.

Zum Gesicht dieses Genres wurde Gojko Mitić. Der aus Jugoslawien stammende Schauspieler verkörperte seit „Die Söhne der großen Bärin“ von 1966 immer wieder indianische Häuptlinge und wurde im gesamten Ostblock zum Publikumsliebling. Seine Figuren standen für Mut, körperliche Stärke, Gemeinschaft und Widerstand gegen Unterdrückung. Zugleich bemühte sich die DEFA um eine größere historische und ethnografische Genauigkeit als viele zeitgenössische Western. Kostüme, Tänze, Lebensformen und Konflikte sollten sich möglichst an historischen Quellen orientieren.

Die Reihe entwickelte sich schnell zum Publikumserfolg. Auf „Die Söhne der großen Bärin“ folgten unter anderem „Chingachgook, die große Schlange“ (1967), „Spur des Falken“ (1968), „Osceola“ (1971), „Tecumseh“ (1972), „Apachen“ (1973), „Ulzana“ (1974) und „Der Scout“ (1983). Besonders „Spur des Falken“ verband spektakuläre Westernhandlung mit einer deutlichen Kritik an Landraub, Kapitalinteressen und der gewaltsamen Expansion der USA.

Der vermeintliche Gegensatz zum westdeutschen Indianerfilm war allerdings weniger eindeutig, als die DDR-Kulturpolitik suggerierte. Auch die DEFA bediente sich klassischer Westernmotive: Verfolgungsjagden, Schießereien, Pferde und spektakuläre Landschaften gehörten zum Erfolgsrezept. Und auch das Ideal des edlen, körperlich überlegenen Indianers blieb stark von europäischen Vorstellungen geprägt. Aus heutiger Perspektive wird zudem kritisch gesehen, dass Mitić Angehörige völlig unterschiedlicher indigener Kulturen verkörperte und damit selbst Teil einer vereinheitlichenden Darstellung wurde.

Die internationale Dimension war dabei ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs. Gedreht wurde nicht nur in der DDR, sondern unter anderem in Jugoslawien, Rumänien, Usbekistan und der Mongolei; Pferde und Produktionsbedingungen wurden teilweise aus anderen sozialistischen Ländern bezogen. Der DEFA-Indianerfilm war damit selbst ein transnationales Projekt des Ostblocks – und zugleich eines der erfolgreichsten Exportgenres des DDR-Kinos.

Gojko Mitić wurde so zum Mythos: ein jugoslawischer Schauspieler als idealisierter indianischer Held eines sozialistischen Kinos, das den amerikanischen Westen zur Projektionsfläche für Kolonialismus, Kapitalismus und den Kampf um Freiheit machte. Gerade in dieser Mischung aus politischer Botschaft, Abenteuerkino und Starinszenierung lag die außergewöhnliche Popularität der DEFA-Indianerfilme.

Die Geburtsstunde in Trümmern (1944–1946): Vom Hotel Lux nach BabelsbergDie Geschichte der DEFA begann nicht erst mit de...
04/09/2026

Die Geburtsstunde in Trümmern (1944–1946): Vom Hotel Lux nach Babelsberg

Die Geschichte der DEFA begann nicht erst mit der feierlichen Lizenzübergabe in Babelsberg, sondern hatte ihre ideengeschichtlichen Vorläufer bereits im Moskauer Hotel „Lux“. Am 25. September 1944 berieten dort deutsche Kommunisten und Emigranten um Wilhelm Pieck über die kulturelle Neuordnung Deutschlands nach dem erwarteten Ende des Nationalsozialismus. Auch die Frage einer künftigen Filmproduktion spielte dabei eine Rolle. Aus diesen Überlegungen entwickelte sich nach Kriegsende ein konkretes „Filmaktiv“, das unter Herbert Volkmann an einem Neuaufbau des deutschen Films arbeitete.

Die praktische Umsetzung begann jedoch erst 1945. Bei einer Beratung im Berliner Hotel Adlon wurden im November Vorstellungen über eine neue deutsche Filmproduktion diskutiert. Im Dezember 1945 wurde ein entsprechender Aufbauplan von der sowjetischen Militäradministration gebilligt. Im Januar 1946 nahm das Filmaktiv offiziell seine Arbeit auf. Damit entstand die DEFA nicht allein als kulturelles Projekt der sowjetischen Besatzungsmacht, sondern zugleich aus dem Zusammenspiel deutscher Filmschaffender, kommunistischer Kulturpolitiker und sowjetischer Besatzungsbehörden.

Der entscheidende Schritt folgte am 17. Mai 1946: In Potsdam-Babelsberg wurde dem Filmaktiv die Lizenz zur Herstellung von Spiel-, Dokumentar- und Kulturfilmen übergeben. Die Lizenz war allerdings keineswegs Ausdruck völliger kultureller Eigenständigkeit. Die sowjetische Propagandaleitung behielt sich die Genehmigung von Filmvorhaben, Drehbüchern und Aufnahmen vor. Oberst Sergei Tulpanow verkörperte damit den politischen Einfluss der sowjetischen Besatzungsmacht auf den entstehenden Filmbetrieb.

Auch wirtschaftlich verlief die Entwicklung schrittweise. Im August 1946 wurde die Deutsche Film GmbH mit einem Stammkapital von zunächst 21.000 Reichsmark ins Handelsregister eingetragen. Erst am 11. November 1947 erfolgte die Umwandlung in eine Sowjetische Aktiengesellschaft; zugleich wurde das Kapital auf zehn Millionen Reichsmark erhöht.

Die ersten Filme spiegelten die widersprüchliche Situation der Nachkriegszeit. Wolfgang Staudtes „Die Mörder sind unter uns“ konfrontierte das Publikum mit Kriegsschuld, persönlicher Verantwortung und der Frage nach Gerechtigkeit. „Freies Land“ stellte Flucht, Bodenreform und gesellschaftlichen Neubeginn ins Zentrum, während Gerhard Lamprechts „Irgendwo in Berlin“ eine desorientierte Jugend zwischen Ruinen, Schwarzmarkt und der Hoffnung auf einen Neuanfang zeigte.

Die frühe DEFA war damit weder von Beginn an ein vollständig gleichgeschaltetes Propagandainstrument noch ein politisch unabhängiges Filmstudio. Sie entstand in einem Spannungsfeld aus antifaschistischem Neubeginn, sowjetischer Kontrolle, kommunistischen kulturpolitischen Vorstellungen und dem eigenständigen Gestaltungswillen vieler Filmschaffender. Gerade diese Spannung prägte ihre weitere Geschichte – bis sich der Spielraum künstlerischer Pluralität in den folgenden Jahrzehnten zunehmend mit politischen Vorgaben und Repressionen überlagerte.

Zwischen Luxussalon und Schrottplatz: Das ungleiche Erbe der DDR-LuftfahrtDie DDR verstand sich als Staat der Werktätige...
03/09/2026

Zwischen Luxussalon und Schrottplatz: Das ungleiche Erbe der DDR-Luftfahrt

Die DDR verstand sich als Staat der Werktätigen und propagierte die Vorstellung einer Gesellschaft ohne Privilegien. Doch hoch über den Wolken sah die Realität anders aus. In den Maschinen des Transportfliegergeschwaders 44, das die politische Führung beförderte, gab es durchaus Unterschiede. Die Il-62M für die Spitzen des Staates waren komfortabel ausgestattet, während andere Maschinen für Ministerien und Delegationen mit deutlich schlichterer Einrichtung flogen. Die politische Elite reiste also nicht immer wie der normale DDR-Bürger.

Besonders deutlich wird der Widerspruch beim Blick auf das Ende der DDR. Während nach 1990 zahlreiche volkseigene Betriebe abgewickelt, verkauft oder stillgelegt wurden und damit für viele Ostdeutsche ein tiefgreifender wirtschaftlicher und beruflicher Umbruch begann, wurde das ehemalige TG 44 nicht einfach aufgelöst. Teile der Einheit gingen in die Bundeswehr über und wurden als Lufttransportgeschwader 65 weitergeführt.

Auch mehrere Il-62M fanden zunächst eine neue Verwendung. Die komfortabel ausgestatteten Maschinen wurden von der Bundeswehr übernommen und für staatliche Transportaufgaben eingesetzt. Damit verschwanden die Flugzeuge der ehemaligen DDR-Führung nicht sofort auf dem Schrottplatz. Sie blieben noch einige Jahre im Dienst und transportierten nun Vertreter des vereinten Deutschlands.

Gerade dieser Umstand wirkt rückblickend bemerkenswert. Während viele ostdeutsche Produktionsanlagen nach der Wiedervereinigung vor erheblichen wirtschaftlichen Problemen standen, erhielten bestimmte technische Strukturen und Geräte aus der DDR durchaus eine zweite Chance. Bei den Maschinen des TG 44 spielte dabei ihre praktische Verwendbarkeit eine entscheidende Rolle. Ein Flugzeug, das technisch zuverlässig war und für staatliche Transporte gebraucht werden konnte, musste nicht allein deshalb verschwinden, weil es aus der DDR stammte.

Die Geschichte der Il-62M zeigt damit auch, wie unterschiedlich die Hinterlassenschaften der DDR bewertet wurden. Nicht alles, was aus dem sozialistischen Staat kam, wurde nach 1990 wertlos. Manche Anlagen, Maschinen und Fähigkeiten erwiesen sich als technisch brauchbar und wurden weiter genutzt. Andere Produkte und Betriebe hatten unter den veränderten wirtschaftlichen Bedingungen keine Perspektive.

Auch die besondere Ausstattung der Regierungsmaschinen erzählt dabei eine Geschichte. Sie machte sichtbar, dass die politische Führung der DDR trotz des offiziellen Gleichheitsversprechens über Privilegien verfügte. Während die meisten Bürger mit Interflug-Maschinen nur selten überhaupt flogen, konnten Mitglieder der Führung auf speziell ausgestattete Flugzeuge zurückgreifen.

Am Ende blieb von dieser kleinen DDR-Flotte ein ungewöhnliches Kapitel deutscher Luftfahrtgeschichte. Die Flugzeuge, die einst die politische Führung des sozialistischen Staates transportierten, flogen nach der Wiedervereinigung zunächst einfach weiter – nur unter einer anderen Flagge.

Das macht ihre Geschichte so interessant: Manchmal überlebt eine technische Hinterlassenschaft eines untergegangenen Staates nicht deshalb, weil man seine Vergangenheit bewahren möchte, sondern ganz einfach deshalb, weil sie noch funktioniert.

Ein Meilenstein fürs Leben: Die Jugendweihe und der Weg ins ErwachsenwerdenEs gibt Tage im Leben, an denen man morgens n...
03/09/2026

Ein Meilenstein fürs Leben: Die Jugendweihe und der Weg ins Erwachsenwerden

Es gibt Tage im Leben, an denen man morgens noch ein Kind ist und sich am Abend plötzlich ein bisschen erwachsener fühlt. Für viele Jugendliche in der DDR war die Jugendweihe ein solcher Tag. Mit 14 Jahren stand man zum ersten Mal in festlicher Kleidung vor der Familie, bekam Blumen und Glückwünsche, hielt vielleicht etwas unsicher die ersten Geschenke in den Händen – und spürte, dass sich etwas verändert hatte. Die Kindheit war noch nicht vorbei, aber sie fühlte sich plötzlich ein Stück weiter weg an.

Schon Wochen und Monate zuvor wurde diesem Tag entgegengefiebert. Für viele Mädchen bedeutete die Jugendweihe eines der ersten wirklich festlichen Kleider, für Jungen häufig den ersten eigenen Anzug. Kleidung wurde ausgesucht, angepasst und manchmal eigens dafür angeschafft. Eltern und Großeltern wollten, dass dieser besondere Tag in Erinnerung blieb.

Die eigentliche Feier fand meist in einem größeren Saal, einem Kulturhaus oder Theater statt. Dort versammelten sich die Jugendlichen gemeinsam mit ihren Familien. Es gab Musik, Ansprachen und ein gemeinsames Gelöbnis. Die Jugendlichen bekannten sich darin zu bestimmten gesellschaftlichen Werten und versprachen, Verantwortung zu übernehmen und ihren Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Die Jugendweihe war damit bewusst als weltliches Gegenstück zu kirchlichen Initiationsriten wie Konfirmation und Firmung gedacht.

Zur Jugendweihe gehörten außerdem die sogenannten Jugendstunden. Über einen längeren Zeitraum beschäftigten sich die Jugendlichen mit Themen aus Gesellschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik. Auch hier verband sich Persönliches mit dem staatlichen Erziehungsanspruch. Die Jugendweihe war deshalb niemals nur ein privates Familienfest, sondern Teil der sozialistischen Gesellschaftsordnung.

Trotzdem entwickelte sich rund um diesen staatlich organisierten Rahmen etwas sehr Persönliches. Für die Jugendlichen ging es irgendwann weniger um die offiziellen Reden als um die Menschen, die an diesem Tag neben ihnen standen. Eltern, Geschwister, Großeltern, Paten und Freunde kamen zusammen. Es wurde festlich gegessen, angestoßen, fotografiert und natürlich beschenkt.

Für manche war die Jugendweihe auch finanziell ein wichtiger Moment. Geldgeschenke, ein neues Fahrrad, eine Uhr oder andere größere Wünsche konnten den Übergang ins Jugendalter begleiten. Nicht selten wurde das Geld auf dem Sparbuch zurückgelegt – schließlich begann mit 14 auch eine neue Phase, in der man langsam selbstständiger wurde.

Interessant ist, was von diesem Tag Jahrzehnte später übrig bleibt. Die politischen Reden und offiziellen Formulierungen sind bei vielen verblasst. Dafür sind andere Bilder erstaunlich lebendig: das Kleid, der Anzug, die Blumen, die festlich gedeckte Kaffeetafel, das Familienfoto und vielleicht die Stimme der Großmutter, die einem sagte, wie groß man geworden sei.

Genau darin liegt die besondere Ambivalenz der Jugendweihe. Sie war ein staatlich gefördertes und politisch geprägtes Ritual, das bewusst neben die christlichen Traditionen gestellt wurde. Gleichzeitig machten Familien daraus ihren eigenen Feiertag – mit Stolz, Aufregung, Geschenken und gemeinsamen Erinnerungen.

Der Staat gab den Rahmen vor. Aber was aus diesem Tag im Herzen eines 14-Jährigen wurde, konnte er nicht vollständig bestimmen. Vielleicht ist das der Grund, warum die Jugendweihe für viele bis heute weniger nach Politik klingt als nach Familie, Frühling, festlicher Kleidung und dem merkwürdigen Gefühl, plötzlich ein bisschen erwachsen zu sein.

Staatsbürgerkunde in der DDR: Das Fach, das mehr als Wissen vermitteln sollteManche Schulfächer verschwinden irgendwann ...
02/09/2026

Staatsbürgerkunde in der DDR: Das Fach, das mehr als Wissen vermitteln sollte

Manche Schulfächer verschwinden irgendwann aus dem Gedächtnis. Andere bleiben, weil sie mit ganz bestimmten Gefühlen verbunden sind. Staatsbürgerkunde gehört für viele ehemalige DDR-Schüler zu dieser zweiten Gruppe. Wenn heute von der DDR-Schule erzählt wird, fallen oft Erinnerungen an Klassenkameraden, Ferienlager, Pioniernachmittage oder den Werkunterricht. Doch spätestens ab der 7. Klasse kam ein Fach hinzu, das eine besondere Stellung einnahm: Staatsbürgerkunde.

Hier ging es nicht darum, wie ein Stromkreis funktioniert oder warum ein Vulkan ausbricht. Die Schüler sollten lernen, wie sie die Gesellschaft, in der sie lebten, zu verstehen hatten. Der Unterricht vermittelte die politischen und gesellschaftlichen Grundlagen des Sozialismus und folgte dabei einem staatlich vorgegebenen Lehrplan. Die DDR verstand Schule ausdrücklich auch als Ort der politischen Erziehung.

Behandelt wurden unter anderem der Aufbau des sozialistischen Staates, die Rolle der Arbeiterklasse, die Geschichte der Arbeiterbewegung und die Bedeutung der Sowjetunion. Auch aktuelle politische Ereignisse konnten Gegenstand des Unterrichts sein. Die Schüler sollten nicht nur Fakten kennen, sondern eine bestimmte gesellschaftliche und politische Haltung entwickeln. Ziel war die Erziehung zur „sozialistischen Persönlichkeit“.

Dabei war der Unterricht nicht einfach mit einem heutigen Schulfach wie Sozialkunde gleichzusetzen. Diskussionen konnten zwar stattfinden, doch die Grenzen des Sagbaren waren durch die politische Grundausrichtung des Systems vorgegeben. Eine offene Auseinandersetzung mit den Grundlagen der DDR selbst war nicht das Ziel. Wer eine grundsätzlich andere politische Position vertrat, konnte schnell feststellen, dass zwischen einer erlaubten Diskussion und tatsächlicher Kritik am System ein erheblicher Unterschied bestand.

Interessant ist allerdings, dass Schüler das Fach keineswegs alle gleich erlebten. Manche nahmen die vermittelten Inhalte ernst, andere lernten vor allem, welche Antworten der Lehrer erwartete. Wieder andere machten sich ihre eigenen Gedanken und wussten ziemlich genau, was sie im Unterricht besser nicht sagten. So konnte Staatsbürgerkunde gleichzeitig Unterrichtsfach, Pflichtveranstaltung und eine Art politischer Prüfstein sein.

Auch der Vergleich mit der Bundesrepublik sollte nicht zu einfach ausfallen. Natürlich wurden und werden Kinder überall durch Familie, Gesellschaft, Medien und politische Rahmenbedingungen geprägt. Der entscheidende Unterschied bestand in der DDR darin, dass die politische Erziehung bewusst und zentral organisiert war und ausdrücklich den sozialistischen Staat als gesellschaftliches Ziel vermittelte.

Staatsbürgerkunde steht deshalb exemplarisch für die Ambivalenz der DDR-Schule. Sie konnte Wissen über Politik und Gesellschaft vermitteln, war aber zugleich Teil eines Systems, das politische Loyalität erwartete und andere Sichtweisen begrenzte.

Wer heute auf seine Schulzeit zurückblickt, muss deshalb nicht jede positive Erinnerung an die DDR-Schule verwerfen. Aber ebenso wenig sollte man die politische Funktion dieses Unterrichts ausblenden. Die DDR wollte nicht nur gebildete Schüler hervorbringen. Sie wollte Bürger erziehen, die an die Richtigkeit des sozialistischen Weges glaubten. Genau darin lag die besondere Bedeutung der Staatsbürgerkunde.

Wehrkunde und Zivilverteidigung: Das unbequeme Kapitel der DDR-SchuleEs gibt Erinnerungen an die DDR-Schulzeit, die nach...
02/09/2026

Wehrkunde und Zivilverteidigung: Das unbequeme Kapitel der DDR-Schule

Es gibt Erinnerungen an die DDR-Schulzeit, die nach Sommerferien, Klassenfahrten oder dem Geruch einer Werkhalle riechen. Und dann gibt es jene, bei denen plötzlich eine ganz andere Atmosphäre zurückkommt: strenge Abläufe, Uniformen, Erste-Hilfe-Übungen und die Begegnung mit einer Welt, die für Jugendliche eigentlich noch weit entfernt schien. Ab Ende der 1970er Jahre gehörten auch Wehrkunde und Zivilverteidigung zu diesem Erfahrungshorizont.

1978 wurde die vormilitärische Ausbildung an den DDR-Schulen verbindlich eingeführt. Für die Jugendlichen der 9. Klassen bedeutete das, sich mit Themen auseinanderzusetzen, die unmittelbar mit Militär und Verteidigung verbunden waren. Der Unterricht fand dabei häufig nicht einfach als normale Schulstunde statt, sondern in Form von Lehrgängen, Übungen und mehrtägigen Veranstaltungen.

Für die Jungen stand die Wehrkunde im Mittelpunkt. Sie beschäftigten sich mit militärischen Grundlagen und erhielten eine vormilitärische Ausbildung. Dazu konnten unter anderem Übungen mit militärischem Gerät und Kenntnisse gehören, die auf einen späteren Wehrdienst vorbereiten sollten. Die Mädchen wurden im Bereich der Zivilverteidigung ausgebildet und lernten unter anderem Grundlagen der Ersten Hilfe und des Verhaltens in möglichen Katastrophen- oder Krisensituationen.

Für manche Jugendliche waren diese Tage durchaus ein Abenteuer. Raus aus dem normalen Unterricht, gemeinsam mit Klassenkameraden unterwegs und mit Aufgaben, die sich deutlich vom gewöhnlichen Schulalltag unterschieden. Gerade diese praktischen Erfahrungen konnten im Gedächtnis bleiben. Andere empfanden die Veranstaltungen als unangenehm, befremdlich oder als deutlichen Ausdruck des politischen Systems, in dem sie aufwuchsen.

Denn die Wehrkunde war nicht einfach eine neutrale Vorbereitung auf mögliche Notfälle. Sie stand im Zusammenhang mit der militärischen Ausrichtung der DDR und der politischen Erziehung der Jugendlichen. Die Verteidigung des sozialistischen Staates wurde als gesellschaftliche Pflicht vermittelt. Damit erreichte die politische Einflussnahme einen Bereich, der für viele Jugendliche besonders sensibel war: den Umgang mit Militär, Krieg und der eigenen späteren Rolle in der Gesellschaft.

Gleichzeitig sollte man die persönlichen Erfahrungen nicht nachträglich vereinheitlichen. Nicht jeder Jugendliche nahm die Wehrkunde auf dieselbe Weise wahr. Manche machten einfach mit, weil es zum Schulalltag gehörte. Andere fanden einzelne Übungen interessant, ohne deshalb überzeugte Anhänger der politischen Botschaft zu sein. Und wieder andere lehnten die militärische Ausrichtung grundsätzlich ab.

Gerade diese unterschiedlichen Erinnerungen machen das Thema so interessant. Die DDR-Schule konnte Gemeinschaft schaffen, praktische Fähigkeiten vermitteln und Kindern und Jugendlichen Sicherheit geben. Gleichzeitig war sie Teil eines Staates, der seine politischen Vorstellungen auch dort durchsetzte, wo junge Menschen eigentlich ihren eigenen Weg suchten.

Wehrkunde und Zivilverteidigung gehören deshalb zu den Kapiteln, die man weder verklären noch aus der Erinnerung verdrängen sollte. Sie zeigen besonders deutlich, wie eng Bildung, Erziehung und staatliche Politik in der DDR miteinander verbunden waren. Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis: Zur Erinnerung an die DDR-Schule gehören nicht nur die schönen Geschichten aus dem Klassenzimmer – sondern auch jene, bei denen man heute genauer hinschaut.

Der Fahnenappell: Zwischen Gemeinschaft und politischer InszenierungMontagmorgen, kurz vor acht Uhr. Auf dem Schulhof de...
02/09/2026

Der Fahnenappell: Zwischen Gemeinschaft und politischer Inszenierung

Montagmorgen, kurz vor acht Uhr. Auf dem Schulhof der Polytechnischen Oberschule stehen die Schüler klassenweise zusammen. Einige tragen das blaue Halstuch der Jungpioniere, ältere Schüler das blaue FDJ-Hemd. Die Fahne wird gehisst, Meldungen werden verlesen, Termine bekannt gegeben und manchmal Schüler für besondere Leistungen ausgezeichnet. Für viele gehörte der Fahnenappell so selbstverständlich zum Wochenbeginn wie der Stundenplan.

Dabei war der Appell weit mehr als eine organisatorische Versammlung. Er sollte die gesamte Schule als Gemeinschaft sichtbar machen. Hier wurden Wettbewerbe ausgewertet, Ergebnisse bekannt gegeben, Auszeichnungen überreicht und Aufgaben für die kommende Woche formuliert. Wer beim Altstoffsammeln besonders erfolgreich gewesen war, einen Sportwettkampf gewonnen oder sich bei einer schulischen Aktion hervorgetan hatte, konnte vor allen Mitschülern Anerkennung erhalten. Für ein Kind konnte das durchaus ein stolzer Moment sein.

Gleichzeitig hatte das Ritual eine unübersehbare politische Funktion. Fahnen, Lieder, Losungen und Gedenktage waren Teil der sozialistischen Erziehung. Die Schule präsentierte sich dabei nicht nur als Ort des Lernens, sondern als Gemeinschaft, die sich ausdrücklich zu den politischen Zielen des Staates bekannte. Besonders bei staatlichen Feiertagen oder Jahrestagen konnte der politische Charakter des Appells deutlich hervortreten.

Das bekannte Wechselspiel „Für Frieden und Sozialismus – Seid bereit!“ und die Antwort „Immer bereit!“ gehörten dabei zur Welt der Pionierorganisation. Für die Kinder konnte das Ritual gleichzeitig ganz unterschiedlich wirken. Manche nahmen es ernst und identifizierten sich mit der Gemeinschaft. Andere machten einfach mit, weil es zum Schulalltag gehörte. Wieder andere empfanden die Zeremonien als lästig oder standen der politischen Botschaft kritisch gegenüber.

Gerade diese unterschiedlichen Wahrnehmungen sind wichtig, wenn man heute auf den Fahnenappell zurückblickt. Nicht jeder Schüler verstand ihn als politische Indoktrination, und nicht jede Teilnahme bedeutete politische Überzeugung. Kinder erlebten zunächst ein Ritual ihrer Schulzeit. Erst aus heutiger Sicht wird deutlicher, wie stark dieses Ritual in ein staatliches Erziehungssystem eingebettet war.

Auch der Begriff der „Militarisierung“ sollte dabei mit Bedacht verwendet werden. Das straffe Aufstellen, die Fahnen und die festgelegten Abläufe hatten zwar einen deutlich paramilitärischen Charakter, der Fahnenappell war jedoch in erster Linie ein schulisches und politisches Erziehungsritual.

So bleibt er eines der markantesten Bilder der DDR-Schule: Kinder auf dem Schulhof, die gemeinsam antreten, während über ihnen die Fahne gehisst wird. Für die einen war es Gemeinschaft, für die anderen Pflicht – und für viele vermutlich einfach ein ganz normaler Montagmorgen. Genau diese Mischung aus Alltag, Ritual und politischer Erziehung macht den Fahnenappell zu einem aufschlussreichen Beispiel dafür, wie eng Schule und Gesellschaft in der DDR miteinander verbunden waren.

Bildung für alle – warum die DDR-Schule bis heute unterschiedlich erinnert wirdWenn ehemalige DDR-Schüler über ihre Schu...
02/09/2026

Bildung für alle – warum die DDR-Schule bis heute unterschiedlich erinnert wird

Wenn ehemalige DDR-Schüler über ihre Schulzeit sprechen, fällt noch heute manchmal der Satz: „Wir haben besser gelernt.“ Dahinter steckt nicht zwangsläufig Ostalgie. Für viele verbindet sich die Erinnerung vielmehr mit einer Schule, die klare Strukturen hatte, für alle nach weitgehend denselben Grundsätzen funktionierte und soziale Unterschiede im Alltag weniger sichtbar machte.

Bildung sollte in der DDR kein Privileg einer bestimmten gesellschaftlichen Schicht sein. Kindergarten, Schule, Berufsausbildung und Studium waren staatlich organisiert und weitgehend kostenfrei. Schulbücher und Lehrmittel wurden bereitgestellt, Schulessen und zahlreiche Freizeitangebote waren subventioniert. Private Schulen spielten praktisch keine Rolle. Entscheidend war die Vorstellung, dass ein Kind nicht deshalb schlechtere Bildungschancen haben sollte, weil seine Eltern weniger Geld besaßen.

Auch die soziale Herkunft wurde bewusst zum Gegenstand der Bildungspolitik gemacht. Arbeiter- und Bauernkinder sollten bessere Aufstiegsmöglichkeiten erhalten, als sie sie in der bürgerlichen Gesellschaft der Vorkriegszeit gehabt hatten. Die Polytechnische Oberschule vermittelte einen einheitlichen Lehrplan, und die Verbindung von Schule und Arbeitswelt gehörte zum Alltag. Schüler lernten nicht nur im Klassenraum, sondern kamen auch mit Betrieben und verschiedenen Berufsfeldern in Kontakt.

Doch das Versprechen der Chancengleichheit hatte eine deutliche Grenze. Die DDR-Schule war nicht politisch neutral. Bildung sollte zugleich den sozialistischen Staat stabilisieren und den gewünschten „sozialistischen Menschen“ hervorbringen. Staatsbürgerkunde, Pionierorganisation und FDJ waren feste Bestandteile des schulischen Umfelds. Wer einen höheren Bildungsabschluss anstrebte, musste deshalb nicht nur gute schulische Leistungen vorweisen.

Besonders beim Zugang zur Erweiterten Oberschule, der EOS, konnten politische und gesellschaftliche Kriterien eine Rolle spielen. Die Zukunft eines Kindes hing also weniger vom Geldbeutel der Eltern ab als in anderen Gesellschaftsordnungen – aber sie war keineswegs ausschließlich von Leistung abhängig. An die Stelle bestimmter sozialer Auswahlmechanismen traten teilweise politische.

Gerade deshalb bleibt die DDR-Schule in den Erinnerungen so widersprüchlich. Viele erinnern sich an Zusammenhalt, feste Klassenverbände, engagierte Lehrer, gemeinsame Aktivitäten und eine soziale Sicherheit, die den Schulalltag prägte. Andere erinnern sich an politischen Anpassungsdruck, ideologische Vorgaben und Grenzen, die sich spätestens beim weiteren Bildungsweg bemerkbar machen konnten.

Die DDR-Schule war deshalb weder das oft beschworene Bildungsparadies noch ausschließlich eine Schule der politischen Indoktrination. Sie war beides zugleich: ein System, das Bildung breiter zugänglich machte und soziale Unterschiede teilweise verringerte – und gleichzeitig ein System, das seine Schüler politisch formen wollte. Genau diese Spannung erklärt vielleicht am besten, warum die Erinnerungen an die Schulzeit in der DDR bis heute so unterschiedlich ausfallen.

Der Mann hinter dem weißen KittelSamstagnachmittag, Filmrollen, Plakate und ein Mann im weißen Kittel, mit Brille und Fl...
01/09/2026

Der Mann hinter dem weißen Kittel

Samstagnachmittag, Filmrollen, Plakate und ein Mann im weißen Kittel, mit Brille und Fliege: Für viele Kinder in der DDR gehörte Professor Flimmrich über Jahre zum festen Fernsehprogramm. Was heute wie eine nostalgische Kindheitserinnerung wirkt, war damals zugleich ein Stück Mediengeschichte.

Hinter der Figur stand der Schauspieler Walter E. Fuß, 1921 in Hamburg geboren. Nach dem Krieg begann er seine Theaterlaufbahn in Berlin und spielte unter anderem am Hans-Otto-Theater in Potsdam. Auch beim DEFA-Film war sein Gesicht häufig zu sehen. Er wirkte in zahlreichen Produktionen mit, meist allerdings in Nebenrollen. So war er bereits 1950 in Das kalte Herz zu sehen und trat später unter anderem in Ernst Thälmann – Sohn seiner Klasse, Ernst Thälmann – Führer seiner Klasse und Die Söhne der großen Bären auf.

Seine eigentliche Popularität entstand jedoch nicht im Kino, sondern im Fernsehen. 1959 begann seine Geschichte als Professor Flimmrich zunächst unter dem Titel Carly Kurbels Flimmerkiste. Später wurde daraus Wir treffen uns bei Professor Flimmrich, dann Bei Professor Flimmrich und ab 1969 schließlich Professor Flimmrich.

Das Konzept war einfach und wirkungsvoll: In einem als Filmarchiv gestalteten Studio stellte der Professor Kindern und Familien Filme vor. Der weiße Kittel wurde dabei ebenso zum Markenzeichen wie Brille und Fliege. Doch die Sendung war nicht ausschließlich Unterhaltung. Sie sollte Kindern auch Film und Kino vermitteln und war zugleich in die politische Medienwelt der DDR eingebunden.

Im Laufe der 1970er-Jahre veränderte sich das Format. Kli Kurbel verschwand, später trat die Puppe Bürstchen an seine Stelle. Auch Flimmrich selbst legte den weißen Kittel ab und wechselte vom vertrauten Filmarchiv in ein Fernsehstudio.

1980 endete die Ära Walter E. Fuß. Aus gesundheitlichen Gründen zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück. Die Sendung wurde mit anderen Moderatoren fortgeführt, doch für viele Zuschauer blieb die Erinnerung mit einem ganz bestimmten Gesicht verbunden.

Walter E. Fuß starb am 1. April 1996 in Potsdam. Der Schauspieler, dessen Name nur wenigen bekannt war, hatte als Professor Flimmrich etwas geschafft, das vielen prominenten DEFA-Darstellern nicht gelang: Er wurde für Generationen zu einem Teil ihrer Kindheit.

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