PferdeSport International

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PferdeSport International PferdeSport International – Das Magazin für Springen | Dressur | Vielseitigkeit | Zucht

☆ PferdeSport International ☆ – Das Magazin für Springen | Dressur | Vielseitigkeit | Zucht ...seit Januar 2024 im RathmannVerlag in Kiel zuhause. ✍️📕

Die September-Ausgabe der PferdeSport International ist da! ✨📸 Titel: Weltmeister! Michael Jung und fischerChipmunk FRH ...
24/09/2026

Die September-Ausgabe der PferdeSport International ist da! ✨

📸 Titel: Weltmeister! Michael Jung und fischerChipmunk FRH galoppieren in Aachen zu Einzelgold. (Foto: www.sportfotos-lafrentz.de)

Dieses Mal im Magazin:
🚩 Sport | WM Aachen
🚩 PferdePromi | Otello de Guldenboom:
Ein Hengst mit großem Herzen
🚩 Zucht | WM junger Dressurpferde:
Fünf Medaillen
🚩 Service | Magen und Darm

…und vieles mehr! 🌟

📘Leseproben findet ihr hier:
https://rathmann-verlag.de/das-magazin/aktuelle-ausgabe

📮 Unsere neunte Ausgabe ist am 15. September 2026 bei den Abonnenten eingetroffen.

🟣 Endspurt in Aachen: Eine Weltmeisterschaft für die Geschichtsbücher 🟣 WM-Blog aus Aachen 🐴🇩🇪 | von Gabriele Pochhammer...
23/08/2026

🟣 Endspurt in Aachen: Eine Weltmeisterschaft für die Geschichtsbücher 🟣

WM-Blog aus Aachen 🐴🇩🇪 | von Gabriele Pochhammer (Teil 😎 ✍️

Letzter Tag dieser Weltmeisterschaft, die Abreise rückt näher. Wird auch Zeit, so phantastisch und aufregend es war. Ich wurde gefragt, ob dies meine schönste WM war, seit 1982 habe ich eigentlich keine ausgelassen. Und ich kann sagen: Ja, und das nicht nur, weil Deutschland uneinholbar den Medaillenspiegel anführt. Ein paar Entscheidungen bei den Fahrern, den Paras und natürlich den Springreitern stehen noch aus, aber mit 17 Medaillen – sieben Mal Gold 🥇 , vier Mal Silber 🥈 und sechs Mal Bronze 🥉– haben die Gastgeber die Nase vorn, vor den Briten (11) und weit abgeschlagen vor den USA (4). Nirgendwo gibt es ein so begeisterungsfähiges Publikum, stöhnen die Menschen so schmerzvoll auf, wenn eine Stange klappert oder sogar fällt, bejubeln sie so hemmungslos alle guten Ritte, wer immer sie zeigt.
Am Samstag ist die Luft noch ein bisschen frischer geworden, höchstens 19 Grad, meist weniger. Also Barbour und feste Schuhe statt T-Shirt und Sneaker. Wer seinen Pullover zuhause vergessen hat oder dachte, er braucht ihn nicht, dem helfen die Händler in der Ausstellung gerne, mit Tweedjacken 🧥 und Kaschmirschals 🧣.
Gestern war Marathontag für die Vierspänner. Ich verstehe nicht viel vom Fahrsport, erfreue mich natürlich an den schönen Gespannen und hege eine grenzenlose Bewunderung für die Fahrer und ihre Pferde, die sich mit traumwandlerischer Sicherheit durch die Hindernisse manövrieren 🗺️. Dagegen sind die Busch-Alternativen gar nichts. Hinter jeder Gespannfahrt steckt eine logistische Meisterleistung. Da sind einmal die Fahrer, die auf dem Bock sitzen. Im deutschen Team fahren zwei Frauen, Mareike Meier und Anna Sandmann. Wie sie mit ihren feinen Damenhänden mit sauber lackierten Nägeln die vier Lederleinen halten und einsetzen können, ist mir ein Rätsel. Zur Dressur trugen beide einen eleganten Strohhut 👒, der ihnen in der Royal Box in Ascot sofort alle Türen geöffnet hätte. Im Gelände ging es mit Helm weiter, der ist inzwischen auch in diesem Sport Vorschrift. Hinter dem Fahrer steht der Scout, er hat eine Karte der einzelnen Hindernisse vor sich und gibt dem Kutscher die Richtung an. Erfahrungen als Pfadfinder sind gewiss hilfreich. Hinten sitzt, hängt oder steht ein weiterer Groom, der sein Gewicht ausgleichend einsetzen kann. Eine stattliche Figur ist nicht unabdingbar, aber durchaus von Vorteil. Und hinter dem Gespann fährt oder radelt der Trainer, der durch Zurufe 📣dirigieren oder notfalls auch zwischen den Hindernissen eingreifen kann, wenn an der Anspannung etwas gerichtet werden muss. Die beiden deutschen Fahrerinnen waren im Gelände schneller als der Dritte im Bunde, Annas Vater Christoph Sandmann. Das Team liegt in der Zwischenwertung auf Platz vier, eine Medaille nach dem Kegelfahren am Sonntag ist noch möglich 🙌. Auch für Anna Sandmann einzeln, auf Platz fünf. Mareike Meier ist Sechste, Christoph Sandmann Elfter. Insgesamt waren 53 Gespanne am Start, also mehr als 200 Pferde. Entsprechend ramponiert sah die vorige Woche noch so jungfräuliche Graspiste aus. Zu den Zuschauern der Fahrdressur gehörten auch Sophie, Herzogin von Edinburgh, und ihre Tochter Lady Louise, die selbst eine begeisterte und erfolgreiche Fahrerin ist und von ihrem Großvater, dem verstorbenen Queen-Gemahl Prinz Philip 👑, Pferde, Kutschen und Ausrüstung geerbt hat.
Auch auf dem großen Springplatz zeigen sich allmählich die Spuren der vergangenen Tage. Zwar blieb das angekündigte Unwetter am Freitagabend bei der letzten entscheidenden Runde für den Teamtitel aus. Es gab nur ein fernes Donnergrollen, aber rechtzeitig zur Siegerehrung öffnete der Himmel seine Schleusen 🌧️. Im Nu waren alle durchweicht: Reiter, Pferde, Grooms, Gratulanten. Aber das störte niemanden mehr, tat dem grenzenlosen Jubel über den Sieg des deutschen Teams keinen Abbruch. Ich glaube, ich habe noch nie eine deutsche Springreitermannschaft gesehen, die sich so hemmungslos gefreut hat. Jeder umarmte jeden, von allen fiel der riesige Erwartungsdruck ab, der auf ihnen gelastet hatte. Marcus Ehning, Sophie Hinners, Daniel Deußer, Richard Vogel und Bundestrainer Otto Becker haben geliefert, mehr als wir alle zu hoffen gewagt hatten. 16 Jahre nach dem WM-Titel in Kentucky standen die Deutschen wieder an der Spitze der Welt 🔝🌍. Mit einem Abstand von mehr als einem Springfehler (4,48 Strafpunkte) gewannen sie den Titel, gefolgt von den Belgiern (11,69), die eine grandiose Aufholjagd hinlegten, und den Briten (12,98).
Als Daniel Deußer mit dem zwölfjährigen Otello de Guldenboom den vorletzten Sprung überwunden hatte, wussten seine Teamkameraden, es würde reichen, selbst wenn der letzte Oxer in die Brüche gegangen wäre. Das weiße Ungetüm blieb stehen, die deutschen Springreiter hatten ihre Goldmedaille. Der Jubel der 45.000 Zuschauer ließ die Tribünen beben 👏👏. Im Schritt, am ganz langen Zügel, mit beiden Armen in alle Richtungen winkend, ließ Deußer (45) den Moment auf sich wirken. Der letzte Starter des Tages, Richard Vogel auf dem 14-jährigen Hengst United Touch S, ritt schon als Weltmeister ein. „Ich konnte den Ritt richtig genießen“, sagte er. So sehr, dass er zwei Zeitfehler kassierte, die für das Team keine Rolle mehr spielten, ihn aber auf Platz 14 zurückwarfen und damit seine Medaillenchance für den Einzeltitel pulverisierten. Der Champion wird am Sonntag unter den 25 Besten in zwei Umläufen entschieden. Deußer hingegen hat sich an die Spitze gesetzt 💪, gemeinsam mit dem Schweizer Steve Guerdat auf der 13-jährigen Stute Dynamix de Bélhème mit der exakt gleichen Punktzahl von 0,86 Punkten. Sollte es bei beiden dabei bleiben, muss um die Goldmedaille gestochen werden. Noch nie war Deußer seinem ersten großen Championatstitel so nahe. Vorläufig Vierter (1,78) ist Marcus Ehning (52) auf dem 13-jährigen Coolio vor Sophie Hinners (28) auf dem elfjährigen Iron Dames Singclair (1,84), die nach dem Motto „Sicherheit vor Schnelligkeit“ einen Zeitfehler hinnehmen musste. Damit fiel sie auf Rang fünf zurück. Dritter ist zurzeit der Brite Ben Maher auf Point Break, der Olympiasieger von 2021 in Tokio. Die Spitze liegt dicht beieinander: Platz eins und acht trennen weniger als ein Abwurf.

📖 Weitere Eindrücke von der Reit-WM aus Aachen sind umfangreich in der Print-Ausgabe der PferdeSport International nachzulesen.

📸 Pferdefotografie Stefan Lafrentz

🟣 Deutschland im Springen vorn, Hinners Zweite, Deußer Dritter 🟣 WM-Blog aus Aachen 🐴🇩🇪 | von Gabriele Pochhammer (Teil ...
21/08/2026

🟣 Deutschland im Springen vorn, Hinners Zweite, Deußer Dritter 🟣

WM-Blog aus Aachen 🐴🇩🇪 | von Gabriele Pochhammer (Teil 7) ✍️

Es läuft weiter hervorragend für die deutschen Springreiter. Alle vier blieben ohne Abwurf in der zweiten Wertung, der ersten Nationenpreisrunde, diesmal auch United Touch S von Richard Vogel, wie vorher schon Marcus Ehning auf Coolio, Sophie Hinners auf Iron Dames Singclair und Daniel Deußer auf Otello de Guldenboom. Das gelang allerdings auch 45 weiteren Reitern 💪. Parcourschef Frank Rothenberger hatte nach ausgiebigem Regen 🌧️ am Mittwoch nicht das Maximum gefordert, den einen oder anderen Oxer etwas schmaler gemacht, die eine oder andere Stange etwas tiefer gehängt. Lieber ein paar Nuller mehr als einen Sturz zu viel, da wird wohl jeder dem Aufbauerteam, zu dem auch Rothenbergers Tochter Isabelle gehört, recht geben. Die Kehrseite: Schon ein einziger Abwurf konnte einen Reiter, ja sein ganzes Team ins Nirwana stürzen ⤵️. So werden Freitagabend, wenn bei Flutlicht im zweiten Nationenpreisumlauf über den Teamtitel 🏆 entschieden wird, einige schon nicht mehr dabei sein, etwa die Niederlande, Kanada, Spanien und Brasilien, die damit erst mal auch die Olympiaqualifikation verpassen, die die sieben besten Nationen dieser WM morgen in der Tasche haben. Heute wird es sicher noch mal eine Nummer schwerer, außerdem bei Flutlicht 💡 inklusive eines Wassergrabens 💦, den bekanntlich manche Pferde gar nicht mögen. Es gilt jedenfalls, noch mal richtig kräftig die Daumen zu drücken, denn die USA 🇺🇸 und Belgien 🇧🇪 sind den Deutschen 🇩🇪 dicht auf den Fersen. In der Einzelreihenfolge hat sich einiges verschoben, Scott Brash führt immer noch (0,8 Minuspunkte), gefolgt von Sophie Hinners (0,84) und punktgleich gemeinsam auf dem Bronzeplatz Daniel Deußer und dem Schweizer Steve Guerdat. Marcus Ehning ist mit 1,83 Zehnter und Richard Vogel 23. (3,38).
Nicht nur für die Springreiter geht es ums Ganze. Auch die Vierspännerfahrer sind in vollem Gang. Gestern setzte sich Christoph Sandmann mit einer guten Dressur auf Platz zwei, heute sind die anderen beiden Teamfahrer dran, Sandmanns Tochter Anna und Georg von Stein.
Und auch bei den Paras, den Dressurreitern mit Behinderung, gibt es noch einiges zu holen. Heidemarie Dresing hat ihrer eindrucksvollen Goldmedaillensammlung 🥇 bereits eine weitere hinzugefügt, am Sonntag in der Kür kann es noch eine geben. Ich hatte Gelegenheit, mich mit ihr in einer ruhigen Ecke des großen Verwaltungsgebäudes zu unterhalten 💬. Sie kurvte mit ihrem fahrbaren Untersatz so fix um alle Ecken, dass ich kaum mitkam. Mit 71 Jahren ist sie die älteste Teilnehmerin dieser WM und im deutschen Team so was wie die Mutter Courage. Sie hatte nicht viel Zeit, musste für ihre Mitstreiter noch eine „Motivationsrede“ 📣 halten. Sie reitet seit ihrer Kindheit, züchtete zusammen mit ihrem Mann, einem Architekten, Pferde, die sie einritt, ausbildete und verkaufte. Bis 2011 bei ihr Multiple Sklerose festgestellt wurde, die schleichende Form, gegen die es kaum Medikamente gibt, die aber die Beweglichkeit allmählich immer mehr einschränkt. Statt zu verzweifeln, meldete sich Heidemarie Dresing beim Parasport an. „Ich fing in Grade fünf an, jetzt bin ich bei Grade zwei.“ Je niedriger der Grade, umso schwerwiegender die Behinderung. Heidemarie Dresing macht vor allem der Schwindel zu schaffen. „Ich kann schon hinfallen, wenn ich nur auf eine Erbse trete.“ Aber im Sattel von Poesie fühlt sie sich wohl. Die Oldenburger Stute v. Fürstenball aus einer Trakehner Mutter sei sehr sensibel, sagt Dresing, aber das Vertrauen zwischen den beiden ist groß 🤝. Als in der Dressur ein Radlader neben dem Viereck laut über den Boden schrappte, das Pferd scheuen ließ und Dresing es nur mit Mühe wieder auf den richtigen Pfad bringen konnte, „da hat sich Poesie nachher bei mir entschuldigt.“ Indem sie ihre Reiterin besonders liebevoll mit ihren Nüstern liebkoste 🐴🥰. Die Parapferde sind für mich die wahren Helden dieser WM. Sie müssen sich gut bewegen, vor allem im Schritt und Trab, sie müssen klar im Kopf sein, sollen auch noch schön aussehen, sind also genau die Pferde, die jeder haben will. Aber für ihre Reiter sind sie viel mehr. Partner, die ihnen ein Stück Lebensqualität schenken.

📖 Weitere Eindrücke von der Reit-WM aus Aachen sind umfangreich in der Print-Ausgabe der PferdeSport International nachzulesen.

📸 Pferdefotografie Stefan Lafrentz

🟣 Deutsche Springreiter auf Kurs 🟣 WM-Blog aus Aachen 🐴🇩🇪 | von Gabriele Pochhammer (Teil 6) ✍️Es läuft gut für die deut...
20/08/2026

🟣 Deutsche Springreiter auf Kurs 🟣

WM-Blog aus Aachen 🐴🇩🇪 | von Gabriele Pochhammer (Teil 6) ✍️

Es läuft gut für die deutschen Springreiter bei der Reit-WM in Aachen. Nachdem auch der dritte Reiter, Daniel Deußer auf Otello de Guldenboom, eine schnelle fehlerlose Runde abgeliefert hatte, ging das Team von Bundestrainer Otto Becker zumindest vorübergehend in Führung, noch bevor Favorit Richard Vogel auf United Touch S gestartet war, der allerdings mit einem Abwurf weit zurückfiel. Man hörte förmlich den Felsbrocken plumpsen, der Peter Hofmann, dem Springausschuss-Vorsitzenden, vom Herzen fiel, als Marcus Ehning auf dem 13-jährigen Holsteiner Coolio als allererster Starter des Tages, eine flotte sichere Runde ohne Wenn und Aber hingelegt hatte💪. Damit waren die Kritiker ruhiggestellt, die lieber den Olympiasieger Christian Kukuk im Team gesehen hätten. „Es war bestimmt nicht meine Wunschvorstellung, hier als Erster zu reiten“, sagte Ehning, dessen Zeit von 74,16 Sekunden schon vier Reiter später unterboten wurde. „Es war jetzt nicht die letzte Geschwindigkeit, aber dennoch ein perfekter Start.“ 🚀 Auch seine Frau Nadia, selbst 2002 Weltmeisterin im Voltigieren 🤸, blieb positiv: „Als Leistungssportlerin habe ich gelernt, in jeder Situation das Positive zu sehen“, sagte sie. „Morgens war der Boden noch perfekt, Marcus konnte vorlegen und die anderen unter Druck setzen und musste nicht Stunden auf seinen Einsatz warten.“ 💬
Fast vollständig ist Familie Ehning angerückt, um dem Familienoberhaupt den Rücken zu stärken. Den Druck auf die Konkurrenz erhöhte die zweite deutsche Reiterin Sophie Hinners auf dem elfjährigen Iron Dames Singclair, ebenfalls ohne Abwurf und deutlich schneller als Ehning (72,28). „Es lief alles nach Plan, ich wollte kein Flachrennen aus dem Kurs machen.“ Die das versuchten, mähten das eine oder andere Hindernis nieder. Am Ende des Tages waren von den 145 Startern bereits 14 Reiter ausgeschieden oder hatten aufgegeben.
145 aus 47 Nationen Reiter starteten in dieser ersten Wertung; für den Parcourschef Frank Rothenberger ein schwieriges Unterfangen ☝️. Nicht alle Reiter zählen zur Weltspitze, aber alle hoffen, die Olympiaqualifikation zu ergattern. „Das Wichtigste ist, dass nichts passiert, dass alle, auch die Schwächeren heil ankommen“, sagte Rothenberger. Und dass am Ende trotzdem die Guten vorne stehen. Der 68-Jährige, der in diesem Jahr zum letzten Mal in Aachen aufbaut, hat bereits bei den Weltmeisterschaften 2006 den Reitern die Hindernisse in den Weg gestellt. In 20 Jahren hat sich einiges getan. „Die Pferde sind besser geworden, die Reiter auch“, sagt Rothenberger. „Sie haben bessere Trainer und managen sich besser als früher.“ Der richtige Turnierplan 🐴📋, der ausgeklügelte Einsatz der besten Top-Pferde ist ausschlaggebend bei den vielen Fünfsterne-Turniere, die es inzwischen gibt. „Wenn früher 20 Reiter gewinnen konnten, sind es heute 50.“ Dicht beieinander liegen die Reiter auch nach dem heurigen Zeitspringen 🏁. Es führt der Franzose Julien Epaillard auf Vingarad de Fresquerie v. My Lord Carthago mit 70,6 Sekunden. Er geht nach Umrechnung mit 0 Punkten in die weiteren Prüfungen, er muss jetzt „nur“ noch null bleiben, dann ist er Weltmeister. Sophie Hinners mit Iron Dames Singclair liegt auf dem vierten Platz (0,84), Daniel Deußer mit Otello de Guldenboom auf Rang fünf (0,86). Marcus Ehning auf Coolio ist zurzeit 20. (1,78). Richard Vogel, der mit United Touch S an einem Steilsprung patzte, lieferte mit 3,38 Minuspunkten das Streichergebnis, 46. Er gab sich höchst zerknirscht. „Das war meine Schuld, United ist super gesprungen, ich habe vor dem Steilsprung die falsche Entscheidung getroffen, ganz klar ein Reiterfehler.“
Noch ist nichts entschieden. Morgen geht es mit der ersten Nationenpreisrunde weiter, Freitagabend bei Flutlicht fällt die Entscheidung für den Mannschaftstitel 🏆. Sonntag machen die 25 Besten den Einzeltitel unter sich aus. Zurzeit führen die Deutschen vor Großbritannien, die ersten 51 Reiter liegen weniger als einen Springfehler auseinander.

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📸 Pferdefotografie Stefan Lafrentz

🟣 Springreiter in den Startlöchern 🟣 WM-Blog aus Aachen 🐴🇩🇪 | von Gabriele Pochhammer (Teil 5) ✍️Sommer adé, willkommen ...
19/08/2026

🟣 Springreiter in den Startlöchern 🟣

WM-Blog aus Aachen 🐴🇩🇪 | von Gabriele Pochhammer (Teil 5) ✍️

Sommer adé, willkommen Herbst, so fühlt sich das in Aachen zurzeit an. 17 Grad heute, auf der Tribüne wird es frisch . Das Land freut sich über den Regen 🌧️ und deswegen wir natürlich auch, da muss man einfach vernünftig sein. Ich staune immer, wie schnell die Händler in der Ausstellung die Strohhüte nach hinten und die Regenhüte nach vorne räumen. Wo gestern noch leichte Sommerfähnchen flatterten, liegen heute schon Pullover und Wolljacken. Heute geht es für die Springreiter mit der ersten Wertung, dem Zeitspringen, los, gestern durften sie schon mal im Parcours zur „Familiarization“ ein paar Sprünge machen, wenn sie wollten. Von den fünf deutschen Reitern wollten nur drei, Marcus Ehning mit Coolio, Daniel Deußer mit Otelo und Sophie Hinners mit Sinclair. Richard Vogel und Reservist Christian Kukuk verzichteten. Ihre Pferde kannten den neuen Look in der Soers mit den Dressurviereck in der Mitte schon seit dem Rolex Grand Prix an Pfingsten, Coolio auch, aber Ehning machte trotzdem ein paar gute problemlose Sprünge 🏇.
Die Pferde stehen in denselben Boxen, die die Dressurpferde am Abend zuvor verlassen haben, dazwischen Turbo-Ausmisten 🧹 und -Desinfizieren. Das Zeitspringen wird ein Marathon, sieben Stunden sind dafür angesetzt ⏰. Unter den 163 Reitern aus 48 Nationen sind auch zwei Russen, die ohne Flagge starten, aus gutem Grund sie werden quasi als „staatenlos“ geführt. Da liegen dann mehrere Stunden zwischen dem Parcoursabgehen 🏃 und dem Start, ungewohnt für die meisten Reiter. Daniel Deußer zum Beispiel wird sich nicht alle Reiter vor ihm angucken. „Nur die von denen ich weiß, wie sie reiten und wie sie es machen.“ 💬 Sprich von denen, die es können.
Die unterschiedlichen Leistungsstandards sind auch für Parcourschef Fank Rothenberger nicht ohne Problem. „Denn das Wichtigste ist, dass nichts passiert, dass alle heil und gesund sind am Ende der Tage.“ Die Kurse für die WM sind seit Wochen im Computer fertig, er hat sie so übereinandergelegt, dass er immer sehen konnte, wo noch kein Hindernis gestanden hat. Denn wenn so viele Pferde über den Rasen galoppieren, wird auch das beste Geläuf 🌱🌱, so wie das hier in Aachen, irgendwann nachgeben. Aus demselben Grund wird es auch nur zweimal einen Wassergraben 💦 geben, am Freitag, im zweiten Umlauf des Nationenpreises, und beim Finale am Sonntag. „Die Hindernisse können wir verrücken, den Wassergraben nicht,“ sagt Rothenberger, der dieses Jahr zum letzten Mal in Achen aufbauen wird. Im ersten Nationenpreisumlauf am Donnerstag sind noch alle am Start 🏁, in zweiten Umlauf nur noch die besten zehn Nationen plus bis zu 50 Einzelreiter (falls sie nicht ohnehin zu einem Team gehören). Am Sonntag wird es dann übersichtlich, da sind im A-Kurs nur noch 25 Reiter dabei, im B-Kurs nur noch zwölf.
Die Reiter sind froh, dass es endlich los geht. Sie werden viel Zeit haben, sich auf ihren Start zu konzentrieren, alles Profis, die zehn Pferde und mehr gewohnt sind zu trainieren. Hier haben sie nur noch eins und müssen sich überlegen, was sie mit dem Rest des Tages anfangen. „Wir essen und trinken viel”, sagt Daniel Deußer. (Sieht man ihm bisher nicht an.) Mal ein bisschen rumfahren und Pferde angucken und ausprobieren, wie es Richard Vogel gerne täte, geht nicht, Bundestrainer Otto Becker hat einen Riegel davor geschoben ☝️ Konzentration auf die WM-Aufgabe ist gefragt, die Dressur- und Vielseitigkeitsreiter haben ja gut vorgelegt, da will man nicht hinten anstehen.
Die Stimmung im deutschen Springreiter-Team sei prächtig 🙌, sagen alle einstimmig. Otto hat eine Playlist mit Ohrwürmern 🎶 zusammengestellt, die die Laune bei den Fahrten vom Hotel zum Platz auflockern soll. Wenn es die Ergebnislage es erlaubt, kann dann „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ angestimmt werden. Jeder Reiter kann selbst seinen Lieblingssong einstellen. Richard Vogel wählte eine flotte Blasmusik 🎺, die ihn an seine Zeit als in einer Bläserkapelle an der Zugposaune erinnert.
Olympiasieger Christian Kukuk hat es immer noch nicht ganz verwunden, dass er nur als Reservist dabei ist. Dass sein Checker in der vergangenen Woche in London eine Fünfsterne-Grand Prix gewonnen hat, zeige ja, wie fit er ist. Enttäuscht? Wütend? Traurig? „Alles zusammen“, sagt er. Gestern musste er ganz schnell nach Hause, ein Wasserschaden in dem gerade renovierten Haus der Familie. Die Decke kam herunter. „Im Kinderzimmer, genau, wo das Bett meiner Tochter steht.“ Die lag zum Glück nicht drin. Aber auf einmal werden alle anderen Sorgen sehr relativ.

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📸 Pferdefotografie Stefan Lafrentz

Die August-Ausgabe der PferdeSport International ist da! ✨📸 Titel: Britt Roth und ihr Holsteiner Jeffrey haben bis jetzt...
18/08/2026

Die August-Ausgabe der PferdeSport International ist da! ✨

📸 Titel: Britt Roth und ihr Holsteiner Jeffrey haben bis jetzt eine beeindruckende Saison hingelegt, die mit Gold bei der U25-Meisterschaft gekrönt wurde. (Foto: Dr. Tanja Becker/equitaris.de)

Dieses Mal im Magazin:
🚩 Sport | Riesenbeck International, U25 WM, Hagen a.T.W.: Heim-Europameisterschaft, Falsterbo Horse Show
🚩 Portraits | Britt und Mikka Roth,
Fürstenball: Eine Ikone
🚩 Junges Talent | Anna Schmieder
🚩 PferdePromi | Caramia FRH: Ehrgeizige Lady
mit viel Power
🚩 Service | Aus der Praxis: EQUIDENT Clinics

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https://rathmann-verlag.de/das-magazin/aktuelle-ausgabe

📮 Unsere achte Ausgabe in 2026 ist am 15. August bei den Abonnenten eingetroffen.

🟣 Gelände 🟣 WM-Blog aus Aachen 🐴🇩🇪 | von Gabriele Pochhammer (Teil 3) ✍️Go, Daddy go!! 📣 brüllten Oscar und Philippa vom...
17/08/2026

🟣 Gelände 🟣

WM-Blog aus Aachen 🐴🇩🇪 | von Gabriele Pochhammer (Teil 3) ✍️

Go, Daddy go!! 📣 brüllten Oscar und Philippa vom Rande der Strecke. Der Daddy war der Australier Andrew Hoy, 67 Jahre jung, ältester Reiter am Platze, angefeuert von seinen Kindern Philippa (9) Oscar (7) und unglaublich glücklich über seine schnelle Runde mit dem 17-jährigen Angloaraber Vassily de Lassos 🏇. Der Fuchs wird bei den Spielen in Los Angeles 2928 wahrscheinlich nicht mehr dabei sein, aber Andrew, zur Zeit Rang zehn, hat alles versucht, für einen australischen Teamplatz zu kämpfen. Was im Moment allerdings nicht so rosig aussieht, aber im nächsten Jahr gibt es ja auch noch eine Chance.
Strahlende Freude dagegen bei Familie Jung und dem deutschen Team. Was für ein Tag! 🤩 Michi Jung mit dem wunderbaren, taufrischen, unermüdlichen 18-jährigen Contendro I-Sohn Chipmunk, vor dem Springen knapp in Führung für den Einzeltitel, die Briten mit drei Fehlern Vorsprung vor den Deutschen im Mannschaftswettkampf vorne, alle deutschen Reiter zuhause, getragen durch die Strecke vom Jubel der 35.000 Zuschauer 🙌🙌. Mehr durften nicht rein ins Wiesengelände am Rande der Soers, dann wurden die Tore abgeschlossen. Es war ein Cross Country-Tag, von dem die Buschfans träumen. Selbst das Wetter ließ mit sich reden, nicht mehr die glühende Hitze der Vortage, sondern bewölkter Himmel, und am Nachmittag sogar ein kleiner Schauer 🌦️.
Am Ende hatte Parcourschef Giuseppe della Chiesa richtig gelegen. Sechs Ritte innerhalb der erlaubten der Zeit von 9:50 Minuten, das wollte ihm vorher kaum einer abnehmen. Zwei Nuller gingen aufs deutsche Konto, neben Michi Jung auch Einzelreiter Christoph Wahler und der 14-jährige Diarado-Sohn D’Accord, der befreit von Team-Verantwortung loslegen konnte. Beide Pferde meterten in ihrem riesigen Galopp über die Strecke, immer auf dem kurzen Weg und dabei rittig genug, sich zurücknehmen zu lassen, um bei der kniffligen Kurverei zwischen den diversen Hinderniselementen immer noch passend zum Sprung zu kommen. Bei den schnellen Reitern, dazu gehörten auch die Briten 🇬🇧 Ros Canter auf Graffalo, Tom McEwan auf Dublin und Laura Collett auf London, sah es nie besonders schnell aus. Aber sie verschenkten keine Kraft und keine Sekunde durch Gezuppel und Geschiebe, sondern blieben im Fluss, soweit das bei dem doch sehr kurvigen Kurs möglich war.
Der deutsche Geländetrainer Andreas Dibowski blieb kritisch gegenüber dem Kringelkurs, auch wenn die Deutschen keine Probleme hatten, auf dem richtigen Pfad zu bleiben. „Wir hatten keine Was-Wenn-Situation“, 💬 sagte er. Also eine kritische Situation, in der der Reiter blitzschnell umswitchen musste. Drei Reiter schieden aus, weil sie nach einem Vorbeiläufer übers falsche Hindernis sprangen, einer von ihnen irrte wie Hänsel im Wald zwischen den diversen Hecken, Ecken und Fahrhindernissen umher. „Es ist einfach bescheuert, wenn man ausscheidet, nur weil man ganz kurz den Fokus verloren hat. Das ist einfach etwas, was wir überhaupt nicht brauchen“, sagte Dibo. Seine Strategie habe er nicht ändern müssen, alle deutschen Reiter machten genau das, was abgesprochen war ☝️. Libussa Lübbecke kassierte neun Punkte für eine „Missed Flag“ ⛳️, also eine umgerissene Seitenfahne an Hindernis elf. Malin Hansen steuerte ihren Carlitos Quidditch K ebenfalls sicher über die Strecke, kam trotz eines Ausrutscher nie in Gefahr, Zwischenrang elf. Nicht ganz glücklich dürfte Julia Krajewski mit ihrer Runde sein. Wenn man als Dressursiegerin anfängt und am Ende des Geländetages 20. ist, kann man nicht zufrieden sein. Nickel ist ein ehrliches tolles Springpferd, aber doch nicht der große Galoppierer, der nach vorne läuft. 13,1 Zeitfehler waren am Ende zuviel. Aber die Prüfung ist ja noch nicht zu Ende.
Es ist sehr, sehr eng, Michi darf sich keinen Springfehler erlauben, die Britinnen Ros Canter und Laura Collett sind ihm dicht auf den Fersen 🍀. So oder so, es werde Chipmunks letztes Championat sein, versicherte mir Vater Jung. Es wird keinen offiziellen Abschied in Aachen geben, vielleicht noch mal einen Auftritt in Kentucky, dort, wo Michi 2010 seinen ersten Weltmeistertitel holte.

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📸 Pferdefotografie Stefan Lafrentz

🟣 Tag der (Freuden-)Tränen 🟣 WM-Blog aus Aachen 🐴🇩🇪 | von Gabriele Pochhammer (Teil 4) ✍️Was für ein Tag gestern in der ...
17/08/2026

🟣 Tag der (Freuden-)Tränen 🟣

WM-Blog aus Aachen 🐴🇩🇪 | von Gabriele Pochhammer (Teil 4) ✍️

Was für ein Tag gestern in der Soers! Michael Jung, ein Vielseitigkeitsreiter, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat: drei Olympiasiege, und jetzt nach 2010 zum zweiten Mal Weltmeister, dazu die drei EM-Titel und mehrere Fünfsterne-Siege. Ich erinnere mich noch gut an 2009, Europameisterschaft in Fontainebleau, Michis erster Championatsauftritt. Er beendete die Prüfung mit einer Bronzemedaille. (Und hätte damals schon Besseres verdient, wären die Dressurrichter ein bisschen sachkundiger gewesen). Die Deutschen, Olympiasieger von 2008, waren mit breiter Brust nach Frankreich gekommen. „Jeder einzelne wollte Europameister werden, jeder ritt für sich“, erinnert sich Andreas Dibowski, in Aachen als Geländetrainer vor Ort. „Da waren wir kein gutes Team.“ Es ging gründlich schief ❌. Dieses Mal waren sie ein Team, ritten so wie vorher abgesprochen und standen am Sonntag als Silbermedaillengewinner 🥈 auf dem Treppchen, hinter den hochfavorisierten Briten 🇬🇧, die man wohl nur schlagen kann, wenn sie vom Pferd fallen, so wie im vergangenen Jahr bei der EM in Blenheim. Die Schweizer 🇨🇭verloren im Springen die Bronzemedaille 🥉 an die USA 🇺🇸, wurden Fünfte hinter den Iren 🇮🇪, erreichten aber ihr Ziel, die Olympiaqualifikation. Einzelsilber ging an Ros Canter auf Graffalo, Bronze an Laura Collett auf London.
Es war ein hauchdünner Vorsprung von 0,4 Punkten, mit dem Jung ins Abschlussspringen ging, nicht mal einen Zeitfehler durfte er sich erlauben, und den hatte man schnell an der Backe, wie die Vorreiter gezeigt hatten. Und dass der wunderbare Chipmunk 🐴 sehr sparsam springt, was ja ein gutes Springpferd auch soll, war bekannt. Aber so sparsam? Auch diesmal klapperte es zweimal laut, das vollbesetzte Stadion stöhnte auf und hielt die Luft an (Michi: „Ich auch!“). Nach dem letzten Hindernis galt sein erster Blick der Uhr, jawohl, in der Zeit. Vater Joachim Jung hielt es nicht mehr in seiner „Kiss and Cry“-Zone, er rannte einfach auf den Rasen, seinem Sohn entgegen 🙌. Wie bei jedem Reiter-und-Pferd-Paar, steht ein ganzes Team hinter so einem Erfolg und die Jungs, die gibt es eh nur in der Familienpackung 🧑‍🧑‍🧒‍🧒. Erst nur die Eltern Joachim und Brigitte, manchmal der Bruder, inzwischen auch Ehefrau Faye und die Kinder Lio und Mara trugen Michi mit zum Erfolg. Ich kann mich an kein Championat erinnern, an dem der Jung-Clan nicht dabei war.
Auch der Contendro I-Sohn Chipmunk kann auf eine stolze Karriere blicken, es war seine dritte Weltmeisterschaft, die erste war 2018 noch unter Julia Krajewski in Tryon, deren Ausbildung den Grundstein gelegt hat, die aber in Aachen neidlos zugab, dass dieser Titel 🏆 vor allem Michi Jungs Aufbauarbeit zu verdanken sei. Er hat Chipmunk zu einem Superathleten geformt. Aachen war dessen letztes Championat, vielleicht noch ein oder zwei Auftritte, dann hat der große Braune wohl ausgesorgt. Und für Michael Jung stellt sich die Frage: „Was kommt jetzt?“ ☝️ Ein Nachfolger für Chipmunk wird gesucht: Um für Olympia in Frage zu kommen, sollte er mindestens acht Jahre alt sein, schon mit guten Ergebnissen mindestens auf Dreisterne-Niveau. Wer so einen hat, bitte melden! Geld sei da, so Vater Jung, man habe investitionsfreudige Sponsoren. Aber womöglich steht der Olympiacrack auch schon in Horb bei den Jungs in der Box. Einige gute junge Pferde habe er im Stall, sagt Michi. Vielleicht ist ja einer dabei 🏇.
Die anderen deutschen Pferde sind alle jung genug, um auch 2028 noch mitzumischen: Nickel von Julia Krajewski ist dann 14. Er sorgte noch für einen Angstmoment, als ihn die Jury bei der letzten Verfassung in die Holdingbox zitierte, ihn dann aber durchwinkte. Carlitos Quidditch K von Malin Hansen-Hotopp, der sich inzwischen zu einer Art „Bank“ fürs Team entwickelt hat, ist dann 16, Caramia von Libussa Lübbecke allerdings schon 18, wie auch D’Accord von Christoph Wahler, nach schneller Geländerunde in der Zeit und zwei Abwürfen im Springen am Ende 16. Die WM in Aachen bewies auch, wie Pferde, richtig trainiert und eingesetzt, in diesem Sport lange gesund und leistungsfähig bleiben 💪. Und nervlich durchaus auch eine Siegerehrung durchstehen, anders als die Dressurpferde. Da wurden die Reiter in Kutschen hereingefahren, ihre Pferde blieben im Stall. Offizieller Grund: Dressurpferde haben keine Stollen, und könnten auf dem Rasen 🌱🌱ausrutschen. Dann dürfte man ja auch kein Pferd mehr auf die Weide stellen, aber lassen wir das. Wahrscheinlich war den Aachenern noch die schreckliche Szene von 2006 vor Augen, als der Weltmeisterin Anky van Grunsven ihr Pferd Salinero durchging und sie für die Kür-Ehrenrunde auf ein halblahmes Polizeipferd umsteigen musste. Auch alle anderen Siegerehrungen in Aachen werden zu Pferde durchgeführt. Ein bisschen blamabel ist es ja doch, dass ausgerechnet die Disziplin, in der Gehorsam und Vertrauen so eine große Rolle spielen, sich die Akteure außerstande sehen, ihr Vierbeiner eine Viertelstunde unter Kontrolle zu behalten, wenn die Kulisse mal ein bisschen lauter 📣ist.
Heute sind die Buschpferde schon wieder zuhause, bis halb acht Sonntagabend mussten die Ställe geräumt sein. Heute ist Bettenwechsel 🧹, sprich Boxenausmisten für die Springpferde, die morgen mit dem Trainingsspringen beginnen.

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