10/01/2026
VULKANGRUPPEN: Diesmal kein Bekennerschreiben, sondern ein offener Brief...
Seit 8.1. gibt es ein neuerliches Schreiben der "Vulkangruppe: Den Herrschenden Saft abdrehen", die sich zum Sabotage-Akt auf das Stromnetz in Berlin bekannt hat.
🧾 Kernaussagen der Erklärung
🔹 1. Verantwortung für die Aktion – aber keine Absicht, Menschen zu schaden
Die Gruppe übernimmt ausdrücklich Verantwortung für das Ausschalten des Gaskraftwerks, betont jedoch, dass sie nicht geplant hatte, damit die Stromversorgung Berlins über Tage lahmzulegen. Die erheblichen Auswirkungen auf Haushalte und Menschen seien nicht einkalkuliert worden – zumindest nicht in dem Maße, wie es schließlich kam. Manche Stadtteile, insbesondere wohlhabende Villenviertel, würden zwar „keine Träne“ bei Ausfall wert sein, doch grundsätzlich betont die Gruppe, menschenfeindliche Absichten seien nicht der Grund der Aktion.
🔹 2. Ablehnung der Terrorismusvorwürfe
Die Autor*innen weisen den Vorwurf des Terrorismus klar zurück. Sie kritisieren, dass Politik, Behörden und Medien bewusst mit diesem Begriff arbeiten, um von inhaltlichen Fragen zur Energieversorgung, fossiler Wirtschaft und Klimakrise abzulenken. Der Begriff „Linksterrorismus“ sei ein Instrument, um die Debatte zu delegitimieren und den Fokus auf die vermeintliche Gefährlichkeit ihrer Aktion zu lenken, statt auf die Gründe dafür.
🔹 3. Kritik an Energiepolitik und Netzstruktur
Ein zentraler Punkt der Erklärung ist die Kritik an der aktuellen Energiepolitik:
Die Infrastruktur sei nicht robust genug für einen Ausfall, Schächte und Netze würden eher auf Effizienz und Rendite statt auf Sicherheit ausgerichtet.
Der Ausfall habe gezeigt, wie abhängig die Bevölkerung von Strom und „smarter“ Technik geworden sei.
Der Staat verschleiere durch die mediale Fixierung auf Terrorismus die Frage, warum die Versorgungssicherheit so mangelhaft ist.
🔹 4. Eigene politische Motivation
Die Gruppe stellt ihre Aktion als „Notstandsmaßnahme“ im Angesicht von Klimakatastrophe, fossiler Zerstörung und wachsender sozialer Ungerechtigkeit dar. Sie behauptet, die Erde befinde sich in einem Zustand, der radikales Eingreifen rechtfertige. Dabei verbinden sie Kritik an fossiler Energie mit einer grundsätzlichen Ablehnung technologischer „Fortschritte“, Smart Cities und autoritärer Strukturen.
🔹 5. Solidarität und Selbstorganisation
Trotz der kritischen Lage heben sie hervor, dass Betroffene sich selbst organisiert hätten, unterstützt durch Nachbar*innen und solidarische Gruppen – und nicht einfach als Opfer des Anschlags dastehen würden. Sie sehen darin einen Hinweis darauf, dass die Gesellschaft gemeinschaftlich und resilient auf Krisen reagieren kann.
🔹 6. Angriff auf Medien, Behörden und „Fake-Distanzierungen“
Die Autor*innen lehnen vermeintliche Distanzierungsschreiben anderer Gruppen (etwa auf Indymedia) als „Fake“ oder irreführend ab und werfen Medien spekulative, unwissenschaftliche Zuschreibungen (z. B. Geheimdienst- oder ausländische Einflussnahme) vor. Sie sehen darin Versuche, militante Gruppen zu spalten oder zu schwächen.
🔹 7. Forderungen und Ausblick
Zum Schluss ruft die Gruppe zur Verbreitung ihrer Erklärung auf, nennt keine konkreten organisatorischen Strukturen und betont, dass zukünftige Aktionen „autonom“ und ohne zentrale Leitung stattfinden könnten. Die Motivation bleibt in erster Linie ideologisch: Sabotage gegen fossile Energie und die sie tragenden Strukturen weltweit, verbunden mit einer fundamentalen Kritik an Kapitalismus, Technologie und gesellschaftlicher Ordnung.
📌 Einordnung
Die Erklärung ist ein politisches Manifest, das versucht, die Sabotage als moralisch gerechtfertigten Akt im „Kampf gegen Klimazerstörung, fossile Energiewirtschaft und gesellschaftliche Verhältnisse“ darzustellen. Zugleich lehnt sie die Einordnung als „Terrorismus“ ab und kritisiert staatliche und mediale Reaktionen als ideologisch motiviert und verzerrend.
Insgesamt mit der Ideologie der "militanten Öko-Anarchisten" habe ich mich hier geäußert: https://www.cleanthinking.de/oeko-anarchisten-berlin-keine-klimaschuetzer/