Cleanthinking.de - Sauber in die Zukunft

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Ein Bergführer aus Peru verklagt RWE, weil ein schmelzender Gletscher sein Haus bedroht. Neun Jahre Verfahren, am Ende s...
05/09/2026

Ein Bergführer aus Peru verklagt RWE, weil ein schmelzender Gletscher sein Haus bedroht. Neun Jahre Verfahren, am Ende steht fest: Große Emittenten können grundsätzlich für Klimaschäden haften. Die Anwältin hinter dieser Klage heißt Roda Verheyen.

Die Hamburger Umweltjuristin bekommt dafür den Deutschen Umweltpreis der DBU, eine der höchstdotierten Umweltauszeichnungen Europas. 500.000 Euro, geteilt mit dem Membranfilter-Ingenieur Klaus Vossenkaul. Bundespräsident Steinmeier überreicht die Ehrung am 25. Oktober in Aachen.

Verheyen arbeitet seit mehr als zwei Jahrzehnten an einer Frage: Ist Klimaschutz einklagbares Recht oder eine Absichtserklärung? Sie hat Klagen geschrieben, als Sachverständige ausgesagt, Gesetzesinitiativen erarbeitet, Politik und Zivilgesellschaft beraten. 2021 vertrat sie die jungen Beschwerdeführer, mit denen das Bundesverfassungsgericht das deutsche Klimaschutzgesetz zum Teil für verfassungswidrig erklärte. Seitdem sind die Freiheitsrechte künftiger Generationen ein Rechtsargument, kein Schlagwort mehr.

Die DBU begründet den Preis so: Verheyen wende abstrakte Regeln auf konkrete Fälle an und mache sie damit wirksam. Sie verschaffe Menschen Gehör, die von Klimafolgen betroffen sind. Und sie habe entscheidend mitgeholfen, dass Gerichte Klimaaspekte überhaupt angemessen berücksichtigen können.

Sie selbst nennt sich "Möglichmacherin". Wer die Klimakrise ernst nimmt, stärkt die Handlungsfähigkeit des Staates, so ihre Haltung.

Man kann sich darüber aufregen, dass Gerichte inzwischen über Klimapolitik mitentscheiden. Oder man fragt sich, warum es überhaupt Anwältinnen wie Verheyen braucht, damit geltendes Recht eingehalten wird. Die Antwort auf die zweite Frage ist unbequemer.

Quellen: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Pressemitteilung zum Deutschen Umweltpreis 2026 / OLG Hamm, Urteil im Verfahren Lliuya gegen RWE (2025) / Bundesverfassungsgericht, Klimabeschluss 2021

Fotos: Felix Schmitt/Greenpeace / Kathrin Pohlmann/DBU

Spanien will Ölkonzerne für Klimaanpassung zahlen lassen: Konkret fordert die Umweltministerin einen EU-Klimaanpassungsf...
05/09/2026

Spanien will Ölkonzerne für Klimaanpassung zahlen lassen: Konkret fordert die Umweltministerin einen EU-Klimaanpassungsfonds.

Im September könnte beraten werden. Die Idee folgt der Politik von Präsident Sanchez, der sich zur EU-Lokomotive für Klimapolitik entwickelt.

Ob DE und FRA mitziehen?

Spanien will einen EU-Klimaanpassungsfonds, finanziert über eine Abgabe auf Öl- und Gasgewinne. Der Vorstoß geht an Kommissar Hoekstra.

Im April schrieb ein wütender Bürger - nach eigener Aussage viele Jahrzehnte Unternehmer - an 400 (!) Redaktionen: Das E...
05/09/2026

Im April schrieb ein wütender Bürger - nach eigener Aussage viele Jahrzehnte Unternehmer - an 400 (!) Redaktionen: Das E-Auto sei tot, die Zukunft gehöre Verbrennern mit synthetischem Sprit. Und das mitten in einem Rekordjahr für E-Autos. Die Disruption läuft.

Seine Fehlprognose wurmt den Mann offenbar. Jetzt kommt die zweite E-Mail mit einem 6-seitigen Anhang. Seine These dieses Mal? Klimawandel-Fakten stimmen nicht, Transformation teuer und sinnlos.

Sechs Seiten, Titel "Die Grüne Katastrophe". Adressat: T-Online-Chefredakteur Florian Harms, der über das bevorstehende Ende der Marshall-Inseln geschrieben hatte. Die Inseln würden nicht versinken, so der Wutbürger. Hitzetote gebe es nicht. Die Transformation koste 13 Billionen Euro.

Ein Blick in die Daten des Weltklimarats reicht. Gemessen werden 3,7 Millimeter Meeresspiegelanstieg pro Jahr. Der Wutbürger kommt auf 0,9 Millimeter. Faktor 4 daneben. Es gibt kein Zurück mehr für die kleine Inselgruppe.

Dabei beruft sich der Mann auf einen echten Effekt der Meeresphysik. Nur wirkt der im tropischen Pazifik gegen ihn: Für die Marshall-Inseln bedeutet er noch mehr Anstieg. Und seine Alternative zur "grünen Ideologie"? Steht schon im Gesetz.

Den Wahlabend in Sachsen-Anhalt kündigt er als "ersten Akt der Katastrophe" an. Schuld seien die Grünen und deren Ideologie. Aus dem ersten, tendenziell sachlichen schreiben ist eine wütende Attacke gegen die Grünen, etablierte Medien wie t-online oder gar Wissenschaftler von P*K und Co. geworden. Mitsamt verschwörungsideologischem Einschlag...

Die komplette Story ist nachzulesen auf Cleanthinking.de.

"Deutschland kann keine Zukunftstechnologie mehr." Diesen Satz hört man gerade auf jeder Wirtschaftskonferenz. Klaus Vos...
04/09/2026

"Deutschland kann keine Zukunftstechnologie mehr." Diesen Satz hört man gerade auf jeder Wirtschaftskonferenz. Klaus Vossenkaul hat ihn in einer alten Weberei in der Eifel widerlegt.

2012 fing er dort an, zu zweit, mit Verfahrenstechniker Dirk Volmering. Jahrelang haben die beiden an einer einzigen Sache gearbeitet: Membranen, die aus Klärschlamm kristallklares Wasser filtern. Heute hat Membion 40 Beschäftigte, 28 Patente und bekommt den Deutschen Umweltpreis der DBU. 500.000 Euro, überreicht am 25. Oktober in Aachen von Bundespräsident Steinmeier.

Die Technik: Hohlfasern, dünn wie Spaghetti, hohl wie Makkaroni, 1,60 Meter lang. Über 1.600 davon stecken in einem Fußelement und schweben im Schlamm wie Seegras. Die Poren sind so fein, dass Mikroplastik, Krankheitserreger und multiresistente Keime hängen bleiben.

Membranfilter gab es vorher schon. Ihr Problem war der Stromhunger beim Spülen, sonst verstopfen sie. Vossenkauls Antwort heißt "JetSplash": Luftpulse schleudern den Schlamm sekundenschnell nach oben. In der Pilotanlage in Konzen bei Monschau braucht die Spülung dadurch über 90 Prozent weniger Energie, die Anlage 75 Prozent weniger Platz. Der Betreiber spart laut Vossenkaul einen sechsstelligen Betrag Stromkosten pro Jahr.

Das läuft längst im großen Maßstab: beim Pommes-Weltmarktführer McCain, beim Galvanik-Konzern Collini, und bald als Herzstück von Deutschlands größter Membran-Kläranlage in Wolfsburg mit 3.000 Fußelementen.

Der Zeitpunkt könnte kaum besser sein. Die EU-Kommunalabwasserrichtlinie zwingt Hunderte deutsche Kläranlagen bis Juli 2027 zu einer vierten Reinigungsstufe gegen Mikroschadstoffe. Und der Hitzesommer 2026 hat gezeigt, wie knapp Wasser auch hierzulande werden kann. Gereinigtes Abwasser aus Membranen taugt zur Bewässerung in der Landwirtschaft, das schont Grundwasser und damit unser Trinkwasser.

Zwei Ingenieure, eine Garage, 14 Jahre Beharrlichkeit. Während Konzerne über Standortnachteile jammern, baut die Eifel den Exportschlager. GreenTech made in Germany funktioniert, wenn man es einfach macht.

Quellen: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Pressemitteilung zum Deutschen Umweltpreis 2026
Fotos: © Markus Große Ophoff/DBU / © Klaus Jongebloed/DBU

KI in der Landwirtschaft: Zehn Tonnen Kartoffeln pro Stunde, und niemand steht mehr am VerlesetischEin TUM-Spin-off sort...
04/09/2026

KI in der Landwirtschaft: Zehn Tonnen Kartoffeln pro Stunde, und niemand steht mehr am Verlesetisch

Ein TUM-Spin-off sortiert Kartoffeln per Kamera, in Helmstedt jätet ein Laser Zwiebelreihen, in Uffenheim greift ein Roboterarm in Müllschlacke.

Dieses und weitere Beispiele, in denen KI körperlich harte Arbeit übernimmt, haben wir für den Artikel recherchiert:

Kartoffeln verlesen, Zwiebeln jäten, Schlacke sortieren: Wo KI in der Landwirtschaft und im Recycling Knochenarbeit übernimmt.

Heute Morgen haben wir das aktuelle CT-Briefing veröffentlicht, unseren wöchentlichen Newsletter, der immer um 7 Uhr mor...
04/09/2026

Heute Morgen haben wir das aktuelle CT-Briefing veröffentlicht, unseren wöchentlichen Newsletter, der immer um 7 Uhr morgens am Freitag kommt.

Wir erreichen damit mittlerweile fast 1800 Menschen, vor allem solche, die Bock haben, die saubere Zukunft zu gestalten und keinen Bock mehr haben, auf rückwärtsgewandte Debatten.

Debatten, wie wir sie in dieser Woche erlebt haben mit der skurrilen Elektroauto-Studie der TU München. Im Briefing blicken wir zurück auf das, was geschehen ist, sozusagen auf die Chronologie der Ereignisse. Und blicken vor allem auch auf Dinge mit denen man den Blick nach vorne richten kann.

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https://steady.page/de/cleanthinking/posts/3fd21e14-291e-4dc0-8e9b-35c32e03bd32

04/09/2026

Während wir in Deutschland eine Debatte aufgezwängt kriegen, ob 41 Prozent weniger Emissionen durch Elektroautos ein Fortschritt sind oder man vielleicht auf die Verbrenner-Technologie setzen sollte, die 0 Prozent Emissionen spart, dreht sich die Welt längst weiter.

Sowohl in den USA als auch in China wird autonomes Fahren gerade zur Selbstverständlichkeit. Europa ist bislang - mal wieder - hintendran. Der Ökonom Moritz Schularick hat das schon vor zwei Jahren so auf den Punkt gebracht: Halten wir bei Innovationen wie dem autonomen Fahren nicht mit, wird unsere Autoindustrie sehr bald chinesisch.

Der Schrumpfkurs bei Volkswagen, der Schlingerkurs bei BMW und Mercedes sowie die Schwierigkeiten von Porsche sind Vorboten dieser Entwicklung. Es wird sehr bald noch viel härte Entscheidungen geben, als die, deutsche Werke zu schließen, für Rüstungsprojekte zu nutzen oder Marken wie SEAT aufzugeben.

Wie so oft hier auf Cleanthinking formuliert: Der Wandel zum Elektroauto wird durch KI und Lösungen wie autonomes Fahren zunehmend beschleunigt. In fünf Jahren sind Verbrenner weithin unverkäuflich. Autokonzerne, die heute noch Milliarden in Verbrennungsmotoren investieren, haben den Knall nicht gehört.

Falls mir nicht geglaubt wird, dann vertraut auf die Aussagen von unserem ehemaligen Vizekanzler (5 Minuten, die sich lohnen) - getroffen gestern in Rostock bei einem Wahlkampftermin der dortigen Kandidatin Claudia Müller:

Kein Kommentar nötig.
03/09/2026

Kein Kommentar nötig.

371,8 Prozent. So stark ist BYD im August bei den deutschen Neuzulassungen gewachsen. Tesla legte um 110,5 Prozent zu, L...
03/09/2026

371,8 Prozent. So stark ist BYD im August bei den deutschen Neuzulassungen gewachsen. Tesla legte um 110,5 Prozent zu, Leapmotor um 172,9 Prozent.

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat die Zahlen für August 2026 veröffentlicht: 212.563 Pkw wurden neu zugelassen, 2,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Der eigentliche Wandel steckt aber nicht in der Gesamtzahl, sondern im Antrieb.

68.930 der neuen Autos waren reine Elektro-Pkw. Ein Plus von 75,1 Prozent gegenüber August 2025, ein Marktanteil von 32,4 Prozent. Fast jedes dritte neu zugelassene Auto in Deutschland fuhr im August rein elektrisch.

Zusammen mit den Plug-in-Hybriden kamen 44,4 Prozent aller Neuzulassungen mit einem Stecker. Bei den Benzinern sieht es umgekehrt aus: minus 37,9 Prozent, Diesel minus 17,3 Prozent.

Die Wachstumszahlen bei den Marken zeigen, wer die Elektro-Nachfrage bedient. BYD, Tesla, Leapmotor und Xpeng (plus 311 Prozent) wachsen dreistellig. VW, Audi und Porsche verlieren zweistellig.

Wer noch glaubt, die Elektro-Wende in Deutschland komme nicht voran, sollte sich diese Zahlen genauer ansehen.

Quellen: Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), Pressemitteilung Fahrzeugzulassungen August 2026

Deutschland hat gerade den zweitwärmsten Sommer seit 1881 hinter sich. Die UN sagen, das 1,5-Grad-Ziel ist gerissen, wir...
03/09/2026

Deutschland hat gerade den zweitwärmsten Sommer seit 1881 hinter sich. Die UN sagen, das 1,5-Grad-Ziel ist gerissen, wir müssen den Rückweg planen. Und heute legt die Weltwetterorganisation nach: Ein sehr starker El Niño kommt obendrauf.

19,6 Grad im Sommermittel, 3,3 Grad über dem, was für unsere Großeltern normal war. Die Junihitze wäre ohne Klimawandel statistisch unmöglich gewesen, sagt der Deutsche Wetterdienst. Das CO2-Budget für 1,5 Grad reicht bei heutigem Ausstoß noch drei Jahre, sagt das UN-Umweltprogramm.

Und der Pazifik? Plus 4 Grad sehen die Modelle für November. Der Rekord-El-Niño von 1997/98 kam auf 2,4. Wahrscheinlichkeit, dass er bis Februar 2027 bleibt: nahezu 100 Prozent. So eindeutig war die WMO noch nie.

Anders Levermann vom Potsdam-Institut heute früh im ZDF: "El Niño kommt obendrauf." Er ist natürlich, er hat mit der Klimakrise nichts zu tun. Aber er holt die Wärme, die wir über Jahrzehnte in den tiefen Ozean gepumpt haben, jetzt wieder hoch.

Was das heißt? Levermann: "Es wird was passieren. Wir wissen nicht, was passieren wird."

Indiens Monsun schwächelt schon, die Aussaat bricht ein. Der Panamakanal lässt weniger Schiffe durch. Kenia bereitet sich auf eine Rekord-Regenzeit vor. Reis, Kakao, Kaffee, Frachtkosten: Das kommt in den Supermarkt, nicht nur in die Nachrichten. Und für unseren Winter gilt: Normalerweise mild, aber bei einem so starken Ereignis kann der Jetstream kippen und arktische Luft hereinholen. Auch das weiß niemand sicher.

Das ist der Punkt, an dem wir heute stehen. Nicht in zehn Jahren. Jetzt.

Die Grundlinie, auf der El Niño stattfindet, machen wir selbst. Jedes Jahr fossiler Emissionen schiebt sie höher. Jedes vermiedene Jahr hält sie unten. Wer nach diesem Sommer noch über den Ausstieg aus dem Ausstieg redet, hat die drei Meldungen dieser Woche nicht gelesen.

👉 Link im ersten Kommentar.

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