30/12/2025
Vor 30 Jahren, am 30.12.1995, starb Heiner Müller, einer der wichtigsten deutschsprachigen Dramatiker der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und einer der bedeutendsten Schriftsteller der DDR. Mit seinen Theaterproduktionen eckte er bei der Staatsführung früh an: 1961 wurde er nach der Uraufführung von „Die Umsiedlerin“ aus dem DDR-Schriftstellerverband ausgeschlossen, 1965 wurde das Stück „Der Bau“ abgesetzt, 1970 „Mauser“ verboten. 1973 setzte Ruth Berghaus am Berliner Ensemble (BE) sein Stück „Zement“ durch – ein Grundstein für die Rehabilitierung Müllers, der in den 1980er Jahren Mitglied der Akademie der Künste und auch wieder des Schriftstellerverbands wurde. Nach der Wiedervereinigung war Müller, der nun auch selbst inszenierte, Intendant des BE und Präsident der Akademie der Künste (Ost).
Als „Kind des totalen Krieges und der totalitären Nachkriegszeit“ bezeichnet Paul Virilio Heiner Müller in seinem Nachruf in TEXT+KRITIK. Müller ist seiner Zeit und seinem Land mit Rückgriff auf Antike („Sophokles/Ödipus, Tyrann“) und Shakespeare („Die Hamletmaschine“) stets mit Widerspruch begegnet. TEXT+KRITIK 73 untersucht seine Theaterästhetik und -praxis, aber auch seine Publikationsstrategien und seine Lyrik.
https://www.etk-muenchen.de/search/Details.aspx?sort=1&q=m%c3%bcller&ISBN=9783883775401