17/08/2026
„Zahlreiche Bücher über Mental Load richten sich vor allem an Frauen, insbesondere an Mütter. Das ist wichtig – aber nicht genug. Der Gender Care Gap ist real, und die Mehrbelastung von Frauen bleibt eine große gesellschaftliche Baustelle. Aber Mental Load betrifft uns alle. In meinen psychologischen Studien und Gesprächen zeigt sich immer wieder: Auch Männer, Jugendliche, Kinder oder ältere Menschen tragen diese unsichtbare Last. Mental Load kennt weder Geschlecht noch Alter. Rund 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland fühlen sich häufig gestresst, etwa ein Drittel berichtet über psychosomatische Beschwerden wie Nervosität oder Schlafprobleme (Sendatzki et al., 2024). Bei rund 20 Prozent ist die Belastung so hoch, dass
sie in eine manifeste psychische Erkrankung übergehen könnte (Kaman et al., 2024).
Weitere Studien belegen: 20–30 Prozent der Erwachsenen berichten von psychischen Beschwerden oder hoher Belastung. Vermutlich fühlen sich noch weit mehr Menschen kontinuierlich mental belastet, ohne dass dies diagnostisch erfasst wird.
Mental Load ist keine Diagnose – aber oft der Vorläufer. Genau hier liegt die Chance für Prävention: handeln, bevor Überforderung krank macht.“
Ein Zitat aus dem Vorwort von „Mental Load – die unsichtbare Last im Kopf“ von Birgit Langebartels.
Erwähnte Quellen:
• Kaman, A., Erhart, M., Devine, J., Napp, A.-K., Reiss, F., Behn, S., & Ravens-Sieberer, U. (2025): Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Zeiten globaler Krisen: Ergebnisse der COPSY-Längsschnittstudie von 2020 bis 2024. Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz, 68(6), 670–680. DOI 10.1007/s00103-025-
04045-1.
• Sendatzki, S., Helmchen, R. M., Moor, I., Sudeck, G., Dadaczynski, K. & Rathmann, K. (2024): Gesundheitskompetenz von Schülerinnen und Schülern in Deutschland – Ergebnisse der HBSC-Studie 2022. Journal of Health Monitoring 2024 9(1). DOI 10.25646/1186.