22/06/2026
Das Produkt funktioniert besser, als der Mensch.
Das glaubt zumindest immer noch ein Kunde von mir.
Letzte Woche hatte ich ein Gespräch mit ihm und wir arbeiten mittlerweile seit mehreren Monaten zusammen. Die Strategie steht, die Inhalte stehen und auch die Ergebnisse entwickeln sich in die richtige Richtung. Eigentlich also ein Termin, bei dem man auf Erfolge schaut, Feinjustierungen vornimmt und die nächsten Schritte plant.
Stattdessen landeten wir plötzlich wieder ganz am Anfang.
Die Frage lautete sinngemäß:
Warum zeigen wir eigentlich Menschen? Warum sprechen heute alle davon, Mitarbeiter sichtbar zu machen? Warum konzentrieren wir uns nicht einfach stärker auf unsere Produkte?
Und ganz ehrlich: Ich kann diese Frage verstehen.
Viele Unternehmer sind genau mit diesem Denken groß geworden.
Gute Produkte verkaufen sich über Qualität. Gute Arbeit spricht für sich. Das Unternehmen steht im Mittelpunkt.
Nur beobachte ich seit Jahren etwas anderes.
Wenn ich selbst auf LinkedIn unterwegs bin, bleibe ich nie bei einem Firmenlogo stehen. Ich bleibe bei Menschen stehen. Bei jemandem, der eine Erfahrung teilt. Bei jemandem, der einen Fehler gemacht hat und erzählt, was er daraus gelernt hat. Bei jemandem, der Einblicke in seinen Arbeitsalltag gibt und mir dadurch zeigt, wie er denkt.
WEIL mich der Mensch interessiert und dann erst das Produkt.
Früher hat man sich persönlich getroffen.
Heute begegnet man sich digital.
Aber Vertrauen entsteht immer noch auf dieselbe Weise.
Natürlich richte ich meine Arbeit nach den Werten, der Kultur und den Zielen meiner Kunden aus. Jedes Unternehmen hat seine eigene Geschichte und seine eigene Haltung. Genau das macht Kommunikation spannend.
Gleichzeitig werde ich aber auch dafür beauftragt, meine Erfahrung einzubringen. Und diese Erfahrung zeigt mir immer wieder dasselbe Bild:
Die wertvollsten Geschichten eines Unternehmens stehen selten auf der Website.
✔️ Sie entwickeln Produkte.
✔️ Sie beraten Kunden.
✔️ Sie führen Teams.
✔️ Sie lösen Probleme.
✔️ Sie machen Fehler und lernen daraus.
Kurz gesagt: Sie sitzen bereits im Unternehmen.
Vielleicht sollten wir deshalb weniger darüber nachdenken, wie wir Produkte sichtbarer machen.
Und mehr darüber, wie wir den Menschen hinter diesen Produkten eine Stimme geben.
Und was war jetzt besser: Fotos oder Videos mit mir als Mensch oder der Cappuccino 🤣?
Welche Erfahrungen sind deine und kommunizierst du schon, oder verkaufst du noch?