28/07/2026
+++ Neue Betrugsmasche +++
Die Nachricht eines Verwandten oder Bekannten kommt über WhatsApp: stimmt bitte für die Tochter von Freunden ab, damit sie einen Online-Tanzwettbewerb gewinnt. Doch die harmlose Bitte ist nur vorgeschoben:
Kriminelle haben die WhatsApp-Konten ihres Bekannten übernommen und versuchen anschließend, dessen Kontakte mit täuschend echt wirkenden Nachrichten um Geld zu betrügen.
So funktioniert die Betrugsmasche
1. Der übersandte Link führt auf eine gefälschte Internetseite.
2. Dort werden die Nutzer aufgefordert, eine Bestätigung vorzunehmen, einen QR-Code zu scannen oder eine PIN einzugeben.
3. In Wirklichkeit greifen die Täter in diesem Falle dann auf Ihre Daten und Kontakte zu und erhalten vollen Zugriff auf Ihr eigenes WhatsApp-Konto.
So können Sie sich schützen:
Klicken Sie niemals unüberlegt auf Links in Messenger-Nachrichten.
Scannen Sie keine QR-Codes und geben Sie keine Bestätigungscodes oder PINs ein,
wenn Sie deren Herkunft nicht zweifelsfrei kennen.
Verifizieren Sie ungewöhnliche Nachrichten immer telefonisch oder persönlich
über die Ihnen bekannte Rufnummer.
Kontrollieren Sie regelmäßig unter "Verknüpfte Geräte" in WhatsApp, ob
unbekannte Geräte angemeldet sind, und entfernen Sie diese sofort.
Aktivieren Sie die "Verifizierung in zwei Schritten", um Ihr WhatsApp-Konto
zusätzlich zu schützen.
Werden Sie von Freunden oder Angehörigen plötzlich um Geld gebeten, seien Sie
besonders vorsichtig und überprüfen Sie die Echtheit der Nachricht.
Aktueller Fall aus dem Landkreis Rostock
Im Zuständigkeitsbereich des Kriminalkommissariats Sanitz erhielt ein
65-jähriger Mann am vergangenen Freitag von einer ihm bekannten Person einen
Link zu einem vermeintlichen Online-Voting. In der Annahme, etwas Gutes zu tun,
folgte er den Anweisungen und bestätigte den Link. Kurze Zeit später meldete
sich der tatsächliche Inhaber der Rufnummer und informierte ihn darüber, dass
sein WhatsApp-Konto missbräuchlich verwendet werde.
Zwischenzeitlich hatten die Täter bereits zahlreiche Nachrichten an die Kontakte
des 65-Jährigen versendet. Darin täuschten sie eine finanzielle Notlage aufgrund
einer angeblich dringend notwendigen Zahnbehandlung vor und übersandten
gleichzeitig eine Bankverbindung mit der Bitte um finanzielle Unterstützung.
Obwohl der Geschädigte seine Kontakte unmittelbar nach Bekanntwerden des
Betruges warnte, kam es bereits zu einzelnen Überweisungen.
Die Auswertung der Chatverläufe zeigt, wie professionell die Täter vorgehen. Die
Nachrichten wirken authentisch und werden bei Rückfragen plausibel beantwortet.
Telefonate oder Sprachanrufe werden häufig mit vorgeschobenen Gründen - etwa
einer angeblichen Betäubung nach einer Operation oder technischen Problemen -
abgelehnt.
Auch im Zuständigkeitsbereich des Kriminalkommissariats Gadebusch wird derzeit
ein vergleichbarer Sachverhalt bearbeitet. Dort gaben sich die Täter ebenfalls
als vertraute Kontaktperson aus und täuschten eine finanzielle Notlage vor. In
diesem Fall wurde der Betrug jedoch rechtzeitig erkannt und angezeigt.
Die Kriminalpolizei ermittelt in beiden Fällen wegen des Verdachts des Betruges
sowie des Ausspähens von Daten.
Appell der Polizei
Die Polizei appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger, bei ungewöhnlichen
Nachrichten über Messenger-Dienste stets misstrauisch zu sein. Schon ein kurzer
Anruf bei der vermeintlich schreibenden Person kann einen Betrug verhindern.
Sprechen Sie auch mit älteren Familienangehörigen und Bekannten über diese
Betrugsmasche und sensibilisieren Sie sie für die Vorgehensweise der Täter.