01/02/2026
»Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne« lautet eine berühmt gewordene Gedichtzeile von Hermann Hesse. Fragt man die Chroniken des weltumspannenden Netzes, was denn so geschehen sei vor genau 25 Jahren, am 1. Februar 2001, so lassen sich die Suchergebnisse mit den Worten zusammenfassen: nichts allzu Bedeutsames. Und doch setzte an eben jenem Donnerstag, der ein wenig sonniger gewesen sein soll als der heutige Sonntag, ein bürokratischer Vorgang etwas gar Wundersames in Gang. Die Gewerbeanmeldung bezeugt es: Ein Verlag wurde gegründet.
Bereits die Wahl des Namens verriet, welchen Leitgedanken die Verleger Roland Buhles und Stefan Wirtz bei der Ausgestaltung des künftigen Verlagsprogramms folgen wollten: Der Conte Verlag – von französisch conte = Erzählung, Märchen – sollte sich vor allem jenen Autorinnen und Autoren zuwenden, die etwas zu erzählen hatten und die zu erzählen wussten; zugleich sollte sich die geografische und kulturelle Nähe des damals in Saarbrücken, heute in St. Ingbert beheimateten Verlages zu Frankreich im Verlagsprogramm niederschlagen.
Über die Jahre folgten vielfältige Veröffentlichungen in unterschiedlichsten Genres. Die programmatischen Schwerpunkte Belletristik und Regionalia wurden ausgebaut, gleichsam wurde keine Gelegenheit für kühne Buchprojekte ausgelassen. Letztlich sind es wohl vor allem jene Buchideen, die man nicht, wie man heute sagt, »auf dem Schirm hatte« und jene Manuskripte, die einen selbst zu überraschen vermögen, die den besonderen Reiz des Verlagsdaseins ausmachen.
Die fünfundzwanzigjährige Verlagsgeschichte verzeichnet – wie könnte es anders sein – Höhen und Tiefen. Der Tiefpunkt war der Tod unseres unvergessenen Verlegers Roland Buhles, der den Conte Verlag mit aufbaute und prägte. Höhepunkte waren die Aufnahme unseres Verlages in die Kurt-Wolff-Stiftung, die Auszeichnung unseres »Haus-Autors« Frank P. Meyer mit dem Grimmelshausenpreis 2023 sowie unsere Auszeichnung mit dem Deutschen Verlagspreis 2025.
Wir danken an dieser Stelle allen, die den Conte Verlag in den vergangenen 25 Jahren auf unterschiedlichste Weise unterstützt und gefördert haben. Wir danken allen ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich stets aufs Neue mit Hingabe und Energie in die Arbeit am nächsten Buch stürzten. Wir danken unseren Autorinnen und Autoren, die uns teils seit vielen Jahren die Treue halten und ohne die wir ganz und gar unmöglich wären. Wir danken den Buchhändlerinnen und Buchhändlern, die unsere Bücher in ihr Sortiment übernehmen, sie präsentieren und empfehlen.
Unverdrossen und erwartungsfroh blicken wir auf die Jahre und die Veröffentlichungen, die vor uns liegen. Wir freuen uns auf das Erscheinen der Romane »Ferien auf Khnomo« von Andreas Brettschneider und »Krampenschießen« von Eva Paula Pick sowie auf die Fertigstellung der in Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum Saar entstandenen Publikation »Inszenierung der Nation« zu den Saarbrücker Monumentalgemälden Anton von Werners. Nicht zu reden von den originellen Manuskripten und Buchideen, welche die Zukunft, dessen sind wir gewiss, für uns bereit hält.
Es grüßen Euch
Stefan Wirtz, Markus Dawo und Claudia Jochum