26/12/2025
Wie du zwischen Weihnachten und Neujahr garantiert einen Familienkonflikt startest…
Vielleicht kennst du diesen Reflex.
Es wird laut am Tisch. Die Meinungen gehen auseinander.
Als rationaler und verantwortungsvoller Mensch versuchst du, die Situation zu retten.
Du bringst Fakten, analysierst und willst das Problem „lösen“.
Aber statt Ruhe kehrt das Gegenteil ein.
Alle Beteiligten werden nur noch wütender. Türen knallen und die Weihnachtsstimmung ist hinüber. Und du bleibst ratlos zurück: „Ich wollte doch nur vernünftig reden.“
Aber warum?
Familie funktioniert nicht nach Entscheidungslogik (Wer hat Recht?),
sondern nach Zugehörigkeitslogik (Wie bleiben wir wir verbunden?).
In dem Moment, wo du versuchst „sachlich“ zu beweisen, dass der andere Unrecht hat, signalisierst du unbewusst:
„So wie du denkst, bist du falsch.“
„Du musst dich ändern, damit wir uns einig sind.“
Das ist ein Angriff auf seine Identität und genau da kracht es.
Meine Beobachtung ist:
In der Familie müssen wir uns nicht einigen, um verbunden zu sein.
Es geht um das: “𝗭𝘂𝘀𝗮𝗺𝗺𝗲𝗻𝗹𝗲𝗯𝗲𝗻 𝗯𝗲𝗶 𝗯𝗹𝗲𝗶𝗯𝗲𝗻𝗱𝗲𝗿 𝗨𝗻𝘁𝗲𝗿𝘀𝗰𝗵𝗶𝗲𝗱𝗹𝗶𝗰𝗵𝗸𝗲𝗶𝘁“.
Oder es geht, wie der Philosoph Levinas sagt, um
„𝗧𝗵𝗲 𝗢𝘁𝗵𝗲𝗿𝗻𝗲𝘀𝘀 𝗼𝗳 𝘁𝗵𝗲 𝗢𝘁𝗵𝗲𝗿“.
Das Anderssein des Anderen zu akzeptieren.
Vielleicht ist das eine Einladung für dich, wenn du dir friedliche Feiertage wünscht:
Wenn du merkst, dass du anfangen willst zu argumentieren:
Versuch bewusst inne zu halten und die Perspektive zu wechseln.
Von Bewertung zu Neugier.
Und sag etwas in die Richtung:
Ach, das ist ja interessant, dass du das so siehst. Hätte ich nicht gedacht.
Du musst nicht zustimmen.
Aber du lässt den anderen so stehen, wie er ist.
Das nimmt den Druck raus.
Weil ihr nicht das Gleiche denken müsst, um am selben Tisch zu sitzen.
Und erst recht nicht, um zwischen Weihnachten und Neujahr gemeinsam eine gute Zeit zu haben.
Ich wünsche dir noch eine gute Zeit zwischen den Jahren mit der Familie,
genau so unterschiedlich, wie ihr seid. 🔥🧯🌟