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Die Zahl der Tierärzt*innen wächst zwar weiter – doch immer weniger entscheiden sich für die eigene Praxis.2025 waren 46...
09/06/2026

Die Zahl der Tierärzt*innen wächst zwar weiter – doch immer weniger entscheiden sich für die eigene Praxis.
2025 waren 46.089 Tierärzt*innen registriert – ein Plus von 444 approbierten Tierärzt*innen im Vergleich zum Vorjahr. Der Frauenanteil bleibt hoch: Insgesamt lag er bei 66,8 Prozent, unter den aktiv tierärztlich Tätigen sogar bei 71,7 Prozent.

Trotz des quantitativen Wachstums zeigt die aktuelle Tierärztestatistik deutliche Veränderungen in der Berufsstruktur. „Immer weniger Tierärzt*innen entscheiden sich für die eigene Niederlassung, während angestellte Tätigkeiten weiter zunehmen“, erklärt Ltd. VD Dr. Holger Vogel, Präsident der Bundestierärztekammer (BTK).
Die Zahl der Niedergelassenen sank 2025 auf 11.216 (Vorjahr: 11.264). Gleichzeitig nahm die Zahl der angestellten Tierärzt*innen von 11.990 auf 12.125 zu.
Auch die Struktur der tierärztlichen Einrichtungen verändert sich. In den meisten Kammerbezirken ging die Zahl der Tierarztpraxen im Jahr 2025 zurück. Die Zahl der tierärztlichen Kliniken blieb dagegen weitgehend stabil.

Aus Sicht der BTK reicht ein Blick auf die Gesamtzahl der Tierärzt*innen nicht aus, um die Versorgungslage zu bewerten. Entscheidend sei die konkrete Verteilung und Arbeitsform. „Ein reiner Blick auf die Gesamtzahl der Tierärzt*innen reicht nicht aus. Entscheidend ist, wo und in welchen Arbeitsformen Tierärzt*innen tätig sind. Wenn Praxen keine Nachfolge finden oder immer weniger Kolleg*innen eine eigene Niederlassung übernehmen möchten, kann das regional zu Versorgungsengpässen führen – insbesondere in ländlichen Räumen und in der Nutztierpraxis“, erläutert Dr. Vogel.

Vor diesem Hintergrund fordert die Bundestierärztekammer angepasste Rahmenbedingungen für die tierärztliche Tätigkeit. "Wir brauchen (...) planbare Arbeitszeiten, eine verlässliche Finanzierung tierärztlicher Leistungen und moderne Praxis- und Kooperationsmodelle“, verdeutlicht der BTK-Präsident.

Mehr News findet ihr kostenlos auf unserem Tiermedizin-Portal: 🌐 https://tiermedizin.thieme.de/aktuelles/vet-news/detail/tieraerztestatistik-2025-strukturwandel-setzt-sich-fort-2401

Quelle: Bundestierärztekammer e.V. "Tierärztestatistik 2025: Mehr Tierärzt:innen – aber weniger Selbstständige". 01.06.20206
Bildquelle: © jirsak / stock.adobe.com

Das Deprivationssyndrom beschreibt eine Reihe von Verhaltensauffälligkeiten bei Hunden, die von Angststörungen 😱 über Ag...
08/06/2026

Das Deprivationssyndrom beschreibt eine Reihe von Verhaltensauffälligkeiten bei Hunden, die von Angststörungen 😱 über Aggression 🤬 bis hin zu starker Reaktivität reichen. Dabei werden Hunde oft einfach mit einem Etikett 🏷️ versehen, ohne eine ausführliche Diagnostik betrieben zu haben.

Die Deprivation ist als Mangel oder Entzug definiert, wobei ein Mangel an Nahrung 🌭🍗, sozialen Kontakten oder sensorischen Stimuli bestehen kann, was letztlich zum Deprivationsschaden führt. Dieser bedingt bei noch nicht vollentwickelten Hunden eine mangelnde Entwicklung des Gehirns 🧠 und des Körpers generell, was als Deprivationssyndrom (in der Humanmedizin: Hospitalismus) verstanden wird.

Bis in die Pubertät ist das Gehirn sehr empfänglich gegenüber Umweltstimuli. Durch diese sog. hohe neuronale Plastizität ist eine höchstmögliche Anpassung an die Umgebung möglich. Findet die Reizung durch diese Stimuli dagegen nicht oder nur unzureichend statt, äußert sich das besonders in einem geänderten Bindungsverhalten mit den unterschiedlichsten Verhaltensmustern. Emotionen wie Angst 😨 mit darauf entsprechenden Reaktionen und ein langfristig reduziertes Wohlbefinden 😢 sind bei diesen Tieren häufig anzutreffen. Das trifft vor allem auf Hunde aus einer "kommerziellen Produktion" 💰 zu, da diese oft in einer reizärmeren Umwelt leben. Es ist deshalb wichtig, eine adäquate Stimulation während der Welpen- und besonders der Sozialisationsphase stattfinden zu lassen.

Strafen und Korrekturen 😠 bei Problemverhalten sind dagegen kontraproduktiv und erhöhen das Risiko eines Beißzwischenfalls ebenso wie die Verstärkung ⚡der Stress- und Angstproblematik. Hierdurch ist es dem Hund unmöglich, differenzierte Verhaltensmuster in angstauslösenden Situationen zu zeigen und zu erlernen. Vielmehr setzen Lernprozesse ein, die in wenig hilfreiche Bewältigungsstrategien wie (z. B. Beutefang, Passivität, Depression) münden können.

Mehr dazu findet ihr kostenlos auf: 🌐 https://tiermedizin.thieme.de/hund-katze-co/fachbeitraege/detail/deprivationssyndrom-beim-hund-was-ist-das-2263

Quelle: Schöning B. Das Deprivationssyndrom beim Hund. kleintier konkret 2025; 28(06): 39-49.
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Die Ursachen für Epilepsie bei Hunden sind mannigfaltig und ihre Prävalenz wird mit 0,62 – 0,82% angegeben. Grob untersc...
05/06/2026

Die Ursachen für Epilepsie bei Hunden sind mannigfaltig und ihre Prävalenz wird mit 0,62 – 0,82% angegeben. Grob unterschieden wird zwischen idiopathischer und struktureller Epilepsie. Während die Ursache für die idiopathische Epilepsie unklar bleibt, liegt letzterer eine strukturelle Veränderung des Gehirns zugrunde. Auch genetische Ursachen kommen rassebedingt vor.

Die Richtlinien der International Veterinary Epilepsy Task Force sollen bei der diagnostischen Aufarbeitung helfen. Brachyzephale Rassen sind dabei bislang nicht gesondert berücksichtigt.
In einer Studie sollte nun untersucht werden, ob dies künftig erforderlich sei. Hierzu wurden 111 Patienten anhand der Rasse in eine brachyzephale (n=34) und eine nicht-brachyzephale Gruppe (n=77) sowie darauffolgend hinsichtlich ihres Alters bei Auftreten der epileptischen Anfälle gemäß den Richtlinien eingeteilt und untersucht.

Insgesamt konnten bei 21 brachyzephalen und bei 17 nicht-brachyzephalen Hunden strukturelle Veränderungen nachgewiesen werden. 11 Brachyzephale und 42 nicht-Brachyzephale litten unter idiopathischer Epilepsie. Ungeachtet ihres Alters litten 60% der brachyzephalen und nur knapp 23% der nicht-brachyzephalen Hunde unter einer strukturellen Epilepsie. Statistisch gesichert war der Altersunterschied bei Diagnosestellung einer strukturellen Epilepsie zwischen den brachyzephalen (jünger) und nicht-brachyzephalen Hunden (fast doppelt so alt).

Die Brachyzephalie stellt damit vermutlich einen Risikofaktor für die Entwicklung einer strukturellen Epilepsie dar. Somit sollten brachyzephale Hunde mit epileptischen Anfällen, deren Erkrankungsbeginn zwischen 6 Monaten und 6 Jahren routinemäßig einer Magnetresonanztomografie (idealerweise auch Liquoranalyse) unterzogen werden.

Mehr hierzu findet ihr kostenlos auf unserem Tiermedizin-Portal: 🌐 https://tiermedizin.thieme.de/hund-katze-co/fachbeitraege/detail/haben-brachyzephale-hunde-ein-hoeheres-risiko-fuer-die-entwicklung-von-epilepsie-2312
Quelle: Prodger A, Khan S, Harris G. Prevalence of structural and idiopathic epilepsy in brachycephalic and non-brachycephalic dogs in the context of the International Veterinary Epilepsy Task Force guidelines. J Small Anim Pract 2025; 66: 540 – 546
Bildquelle: ©K.Oborny/Thieme

🐾💛 Umarme-deine-Katze-Tag 💛🐾Heute dreht sich alles um unsere samtpfotigen Lieblinge – aber Moment mal: Möchten Katzen üb...
04/06/2026

🐾💛 Umarme-deine-Katze-Tag 💛🐾
Heute dreht sich alles um unsere samtpfotigen Lieblinge – aber Moment mal: Möchten Katzen überhaupt umarmt werden? 🤔

Katzen zeigen ihre Zuneigung oft ganz anders als wir Menschen. Ein langsames Blinzeln, ein sanftes Köpfchengeben oder das liebevolle Anstupsen mit der Nase („Headbutt“ 🥹), Schnurren oder das „Kneten“ mit den Pfoten sind ihre Art zu sagen: Ich vertraue dir. 🐱✨
Wenn deine Katze dich mit dem Kopf anstupst, markiert sie dich sogar mit ihrem Duft – du gehörst also offiziell zu ihrer Familie. Besonders vertraute Katzen legen sich nah zu uns oder folgen uns von Raum zu Raum – ihre stille Form von Nähe.

Und wir? Wir zeigen Liebe gern durch Umarmungen👥, Streicheln oder Nähe. Aber genau hier kann es zu Missverständnissen kommen. Für viele Katzen ist eine feste Umarmung eher unangenehm oder sogar stressig. Sie fühlen sich eingeengt und verlieren die Kontrolle – etwas, das Katzen gar nicht mögen. 😿

💡 Wie kannst du deiner Katze heute (und jeden Tag) deine Liebe zeigen?
😻 Lass sie entscheiden, wann sie Nähe möchte.
😽 Streichle sie sanft an ihren Lieblingsstellen (oft Kopf, Kinn oder Rücken).
🗣️ Sprich ruhig und liebevoll mit ihr.
⚽ Biete gemeinsame Spielzeit – das stärkt eure Bindung enorm.
😉 Blinzle ihr langsam zu – ja, wirklich! Das ist ein „Katzenkuss“ 😺.

❗ Das kann missverständlich sein:
Was für uns wie Liebe aussieht (z. B. hochheben, festhalten oder umarmen), kann für deine Katze Stress bedeuten. Achte auf ihre Körpersprache: angelegte Ohren, ein zuckender Schwanz oder Wegdrehen sind klare Signale, dass sie gerade ihre Ruhe möchte.

👉 Fazit: Umarme deine Katze – aber auf ihre Art. Liebe bedeutet, ihre Sprache zu verstehen und zu respektieren. 💛

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In Deutschland fehlt bislang eine spezialisierte Vergiftungsberatung für die Tiermedizin. Zwar existieren in der DACH-Re...
03/06/2026

In Deutschland fehlt bislang eine spezialisierte Vergiftungsberatung für die Tiermedizin. Zwar existieren in der DACH-Region mehrere Giftnotrufe, diese sind jedoch auf die Humanmedizin ausgerichtet. Entsprechend mangelt es dort an veterinärtoxikologischer Expertise. Hinzu kommt, dass die Giftinformationszentren häufig stark ausgelastet sind und keine Kapazitäten haben, Anfragen zu Vergiftungsfällen bei Tieren zu bearbeiten.

Mit Tox-help soll diese Lücke geschlossen werden. Der Service versteht sich als KI-gestützter Diagnose- und Behandlungsassistent für Vergiftungsverdachtsfälle bei Hund und Katze und steht rund um die Uhr zur Verfügung. Auf Basis einer umfangreichen Datenbank werden relevante Informationen in kurzer Zeit identifiziert, um eine individuelle Einschätzung des jeweiligen Falls zu ermöglichen. Ziel ist es, durch passgenaue Empfehlungen zu erforderlichen Maßnahmen schneller und gezielter helfen zu können.

Es gibt 2 verschiedene Anwendungen:
⚠️Tox-help Vet Professional richtet sich an Tierärztinnen und Tierärzte und bietet weiterführende toxikologische und pharmakologische Fachinformationen sowie konkrete Therapieempfehlungen für den Praxisalltag.

⚠️Tox-help Vet Home soll Tierhalterinnen und Tierhaltern eine fundierte Ersteinschätzung ermöglichen und Hinweise zu Sofortmaßnahmen geben. Diese Version ist voraussichtlich ab Anfang 2027 verfügbar.

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Quelle: tox-help.de
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Othämatome sind zumindest bei Hunden Alltag in der Praxis. Sie kennzeichnet die Ansammlung von serosanguinöser Flüssigke...
01/06/2026

Othämatome sind zumindest bei Hunden Alltag in der Praxis. Sie kennzeichnet die Ansammlung von serosanguinöser Flüssigkeit in der Ohrmuschel und entstehen durch Traumata nach Kratzen, Reiben oder starkem Kopfschütteln, bei dem Gefäße verletzt werden und Blut zwischen Ohrknorpel und Haut austritt. Ein starkes Anschwellen der Ohrmuschel führt zu Schmerzen und weiterem Kopfschütteln, wodurch der Prozess selbst unterhaltend ist. Ätiologie und Pathogenese werden kontrovers diagnostiziert, Juckreiz spielt aber eine zentrale Rolle.

Je nach Alter des Hämatoms kann sich dieses warm, prall und fluktuierend oder aber auch fest anfühlen, wobei Schmerzen auftreten können, aber nicht müssen. Häufig ist nur ein Ohr betroffen.

Für eine erfolgreiche Therapie ist die Ermittlung der Primärursache sehr wichtig. Hierfür kommen Otitiden, aurale Fremdkörper, entzündliche oder neoplastische Massen im Gehörkanal, Ektoparasiten, Traumata und allergische, endokrine oder (auto)immune Erkrankungen infrage. Eine gründliche Anamnese, vollständige klinische und dermatologische Untersuchung und Blutwerte gehören ebenso wie die Otoskopie und Zytologie beider Ohren zur Diagnostik.

Therapeutisch kommen sowohl eine konservative wie chirurgische Intervention infrage. Beide Methoden haben häufig Rezidive zur Folge. Inzision und Stanzbiopsien, Drainagen und Lasertherapien sind chirurgisch möglich. Die alleinige Punktion mit Aspiration des Materials erbringt i.d.R. keinen dauerhaften Erfolg, kann aber Akutsymptome lindern. Die Instillation von Glukokortikoiden wird ebenfalls kontrovers diskutiert. Eine alternative Möglichkeit bietet dagegen das Ansetzen von Blutegeln. Über ihre Wirksamkeit ist bislang nur wenig bekannt.

Othämatome haben bei zeitnaher und fachgerechter Therapie eine gute Prognose, dennoch sind Rezidive, Komplikationen und Deformationen durch Narbenbildung möglich. Besonders wenn die Primärursache nicht gefunden wird, bleibt der Erfolg häufig aus.

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Quelle: Bannoehr J. „Blut im Ohr“ – Othämatome bei Hund und Katze. kleintier.konkret 2016; 1:10–20
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Das Erkennen von Schmerzen bei unseren Haustieren 🐶🐱 ist gar nicht immer so einfach. Eine aktuelle Studie aus den Nieder...
29/05/2026

Das Erkennen von Schmerzen bei unseren Haustieren 🐶🐱 ist gar nicht immer so einfach. Eine aktuelle Studie aus den Niederlanden belegt, dass viele Hundebesitzende 🧍🏼‍♀️🐕 Schmerzen bei ihren Hunden gar nicht zuverlässig erkennen. Gerade subtile Verhaltensänderungen werden selbst von erfahrenen Hundehaltenden fehlgedeutet.

In der Studie bewerteten 530 Hundebesitzende und 117 Personen ohne Hund typische Verhaltens- und Körpersignale bei Hunden mit Schmerzen. Während auffällige Symptome wie Einschränkungen der Beweglichkeit von nahezu allen Teilnehmenden richtig eingeordnet wurden, wurden nächtliche Unruhe, verändertes Sozialverhalten oder das ständige Folgen von Bezugspersonen oft fehlgedeutet. Interessant hierbei war, dass Besitzende nicht wesentlich besser als die Probanden ohne Hund abschnitten. Haltende, die bereits ein Tier mit schmerzhaften Erkrankungen erlebt hatten oder selbst an Schmerzen litten, erkannten unauffällige Schmerzzeichen häufiger.

Also kann das Wohlbefinden der Hunde durch ein fehlendes Erkennen von Schmerzen deutlich beeinträchtigt sein. Dies mache ein breiteres Angebot für Fortbildungen über Hundeverhalten erforderlich, um gezielter über subtile Schmerzanzeichen aufzuklären.

Auch der Deutsche Tierschutzbund fühlt sich bestätigt, macht er doch seit Jahren die gleichen Beobachtungen und fordert schon lange einen Nachweis theoretischer Sachkunde vor der Anschaffung eines Hundes.

Bereits 2024 kam eine Studie mit vergleichbaren Ergebnissen zur gleichen Schlussfolgerung. Dort wurde gezeigt, dass Hundevideos in sozialen Medien Zeichen für Stress oder Unbehagen der Tiere häufig missverstanden werden. Die aktuellen Ergebnisse machen abermals deutlich, wie wichtig Wissen über Körpersprache und Verhalten von Hunden ist.

Mehr hierzu findet ihr kostenlos auf unserem Tiermedizin-Portal: 🌐 https://tiermedizin.thieme.de/aktuelles/detail/hundeschmerzen-bleiben-fuer-viele-halter-verborgen-2356

Quelle: Gardeweg SMA, Picard DE, van Herwijnen IR. The abilities in dog pain sign recognition as assessed by presenting seventeen listed dog behavioural signs and three case descriptions to dog owners and non-dog owners. PLoS One. 2026;21(4):e0344512.
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Forscher*innen der Veterinärmedizinischen Universität Wien untersuchten ein oft übersehenes Thema, nämlich den Tod von H...
28/05/2026

Forscher*innen der Veterinärmedizinischen Universität Wien untersuchten ein oft übersehenes Thema, nämlich den Tod von Haustieren in der gegenwärtigen Gesellschaft. Präziser befasst sich eine Studie unter der Leitung von Svenja Springer und Co-Autor Christian Dürnberger vom Messerli Forschungsinstitut mit den sozialen Dimensionen des Todes von Heimtieren, betrachtet durch die Linse der so genannten Thanatosoziologie.

Die Studie umfasste qualitative Interviews mit Tierärzt*innen, die auf Hospiz- und Palliativpflege spezialisiert sind. Ziel war es herauszufinden, wie diese Fachleute gesellschaftliche Diskussionen über Sterben und Tod wahrnehmen und welche Bedeutung sie dem Verlust von Haustieren beimessen. „Die Erfahrung, ein geliebtes Haustier zu Hause zu verlieren, kann einen reflektierteren Umgang mit dem Tod sowohl für Erwachsene als auch für Kinder fördern“, stellten die Autor*innen fest.

Die Studie verdeutlicht klar, dass Tierärzt*innen signifikante Veränderungen in der Wahrnehmung und Haltung gegenüber Sterben und Tod erkennen, wenn Menschen den Sterbeprozess eines Haustieres aktiv miterleben und reflektieren. Die Befragten beschrieben den Verlust eines Haustieres als ein „Trainingsfeld“ für den Umgang mit dem Tod und betonten, wie diese Erfahrungen helfen können, gesellschaftliche Tabus abzubauen und eine offenere Auseinandersetzung mit der Sterblichkeit zu fördern.

Wie die Studie hervorhebt, ist die Integration von Diskussionen über den Tod in die veterinärmedizinische Ausbildung hilfreich, um Tierärzt*innen darauf vorzubereiten, bedeutungsvolle Gespräche über Sterblichkeit zu führen und trauernde Tierbesitzer*innen zu unterstützen. Diese Forschung bereichert nicht nur unser Verständnis der Mensch-Tier-Beziehung, sondern eröffnet auch neue Perspektiven im Umgang mit Tod und Trauer in der zeitgenössischen Gesellschaft.

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Quelle: Das Schweigen brechen: Einblicke in den Verlust von Haustieren und das Tabu des Todes (vetmeduni.ac.at)
Bildquelle: © Oszkár Dániel Gáti/stock.adobe.com

Klimatische Ursachen 🌞, unsachgemäßer Neonicotinoideinsatz und vor allem infektiöse Erkrankungen machen unseren Bienen 🐝...
27/05/2026

Klimatische Ursachen 🌞, unsachgemäßer Neonicotinoideinsatz und vor allem infektiöse Erkrankungen machen unseren Bienen 🐝 mehr und mehr zu schaffen. Bei den Infektionen ist der Befall mit Varroamilben hervorzuheben. Die frühzeitige Erkennung und richtige Diagnose spielt in der Bekämpfung eine große Rolle, noch dazu ist der Varroamilbenbefall (sog. Varrose) laut EU-Tierseuchenrecht meldepflichtig 🔊.

Die Varroaspezies stammen ursprünglich aus Asien und sind als Brutschädlinge in nahezu allen Bienenvölkern anzutreffen. Sie schwächen das gesamte Volk und führen nicht selten spätestens im Herbst und Winter zu dessen Absterben. Die Milbe befällt dabei die Brutzellen der Honigbiene 🐝 und infizieren die Larven, welche häufig noch vor dem Schlupf versterben. Hinzu kommt, dass Varroamilben gefährliche Virenüberträger sind, wobei das Flügeldeformations- und Sackbrutvirus im Vordergrund stehen.

Die 🚫Bekämpfung des Schädlings erfolgt vorrangig mit Akariziden wie etwa Flumethrin.
🧪Flumethrin kann nur nach der Honigernte eingesetzt werden und bildet Rückstände im Wachs, was als problematisch gilt. Auch führen wiederholte Behandlungen zu einer schnellen Resistenzentwicklung gegen den Wirkstoff.
🧪Der Einsatz von organischen Säuren, vorrangig auf Basis von Ameisensäure ist dagegen unproblematischer. Ameisensäure wird verdampft und kann damit in verdeckelte Brutzellen eindringen, wo sie gut gegen die Milbe wirkt.
🧪Auch Oxalsäure kann durch Bedampfen oder Beträufelung eingesetzt werden. Auf einen ausreichenden Anwenderschutz (Atemschutz) ist zu achten.

🌻Biologische Verfahren erfahren zunehmende Beliebtheit. Hierbei werden Arbeiterinnen und Königin von der Brut getrennt und letztere vernichtet. Dann wird dem brutlosen Volk ein neues Zuhause 🏡 mit frischen Mittelwänden angeboten und das Volk mit Oxalsäure behandelt. Hierdurch entstehen nach neuerlicher Eiablage gesunde Winterbienen.
🌡️Auch die Hitzebehandlung der Brutwaben mit Erwärmung auf 42°C über mehrere Stunden tötet die Varroamilbe ab, lässt die Brut aber überleben. Der technische Aufwand ist dabei nicht zu unterschätzen.

Quelle: Vetmeduni.at. Tipps fürs Tier: Bienengesundheit
Bildquelle: ©K.Oborny/Thieme

Gangstörungen bei Hund und Katze 🐕🐈 zeigen sich als Taktunreinheiten, schwankender Gang oder atypische Bewegungsmuster. ...
25/05/2026

Gangstörungen bei Hund und Katze 🐕🐈 zeigen sich als Taktunreinheiten, schwankender Gang oder atypische Bewegungsmuster. Da sie nicht nur orthopädische Ursachen 🦴 haben, sondern auch internistisch, genetisch 🧬 oder rassebedingt sein können, ist die Labordiagnostik 🧪 stets sinnvoll.

Ist die Lahmheit unspezifisch oder wechselnd, muss an Infektionen 🦠, autoimmun-bedingte Gelenks- und Muskelerkrankungen oder reine Schmerzreaktionen ⚡ gedacht werden. Auch Neoplasien (lymphatisches System) können Ursache sein.

Elektrolytverschiebungen (z.B. Hyperphosphatämie) führen durch schmerzhafte extraossale Ablagerungen zur Lahmheit. Zu den häufigsten Gründen für veränderte Elektrolytkonzentrationen zählen Nierenfunktionsstörungen, Endokrinopathien sowie nutritive Fehlversorgung.

Ein ataktisches Gangbild, Tremor und eine gestörte Körperhaltung sind oft Ausdruck einer Anreicherung neurotoxischer Stoffwechselprodukte oder einer Funktionsstörung von Leber und Niere, sichtbar im Organscreening🔍. Aber auch ein Mangel an Substraten kann zu Neuropathien mit verändertem Gangbild führen: Liegt etwa ein Vitamin-B12-Defizit vor, zeigt sich eine makrozytäre, hyperchrome Anämie, chronisch auch eine periphere Polyneuropathie, Hyporeflexie und Muskelschwäche, Ataxien sowie Myoklonien.

Autoimmunerkrankungen wie das Epileptoid Cramping Syndrome des Hundes dagegen sind eher durch Dystonie, Chorea, Ballismus, Tremor und Athetose im Ruhezustand ohne Bewusstseinsverlust mit unterschiedlicher Ausprägung gekennzeichnet.
Durchblutungsstörungen und Infekte etwa mit Toxoplasma gondii, Neospora caninum und Viren (Borna, FSME, Staupe, Herpes) können ebenfalls zu Gangstörungen führen.

Ein steifer und ataktischer Gang, diskrete und deutliche Lahmheiten sowie andere Gangstörungen bedürfen einer gezielten diagnostischen Aufarbeitung zur Ermittlung der Ursache. Auch die Durchführung von entsprechenden Gentests kann hilfreich sein.

Mehr hierzu findet ihr kostenlos auf unserem Tiermedizin-Portal: 🌐 https://tiermedizin.thieme.de/hund-katze-co/fachbeitraege/detail/gangstoerungen-der-ursache-auf-der-spur-2298

Quelle: Klein R. Gangstörungen – was tun, wenn der Patient nicht rund läuft? Veterinärspiegel 2023; 33(01): 9-14.
Bildquelle: © Przemyslaw Iciak/stock.adobe.com

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