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Mögen Pferde auch unter dem menschlichen Schutz stehen, so lösen besonders visuelle Raubtierreize nach wie vor Anpassung...
09/09/2026

Mögen Pferde auch unter dem menschlichen Schutz stehen, so lösen besonders visuelle Raubtierreize nach wie vor Anpassungsreaktionen aus. Diese können sich in erhöhter Wachsamkeit, starkem Stress, Flucht- und Ansammlungsverhalten zeigen.

Eine aktuelle Studie untersuchte nun ganz gezielt Reaktionen auf visuelle Bedrohungsreize unter Berücksichtigung des individuellen Temperaments sowie dem sozialen Status des Pferdes.
Hierzu wurden 18 Pferde mit einem durchschnittlichen Alter von 7 Jahren und unterschiedlichem Geschlecht aus dem Equine Center der Ohio State University mittels Projektors ohne akustische Reize sowohl partnerschaftliches als auch aggressives Verhalten von Wölfen und grasenden Wombats gezeigt. Ihre Reaktionen wurden mit einem Herzfrequenz(HF)messer und einer Kamera festgehalten. Zuvor wurden Daten zur Bewertung von Angst, sozialer Abhängigkeit und sozialem Status innerhalb der Herde ermittelt.

Es zeigte sich, dass die Probanden in der Lage waren, Wolf und Wombat voneinander zu unterscheiden und beim Anblick der Wolfvideos statistisch gesichert mit einer deutlich höheren HF reagierten – nicht aber bei Ansicht der Wombats. Dabei war es unerheblich, ob sich die Wölfe partnerschaftlich oder aggressiv verhielten.

Ebenso signifikant war der Zusammenhang zwischen Alter und Angst sowie sozialem Status der Pferde (beides negativ korreliert). Außerdem reagierten Hengste stärker auf das Wolfvideo als Stuten.

Bei Analyse der Blickrichtung beim Anblick der Wölfe war auffällig, dass kein Blick mit dem linken Auge erfolgte. Dagegen hatten Pferde beim Betrachten von Wombats eine signifikante Präferenz für einen binokularen Blick gegenüber dem Blick mit rechts. Dies belege, so die Autor*innen, dass Pferde allein aufgrund vermeintlich bedrohlicher, visueller Hinweise eine natürliche Wachsamkeit zeigen, während sie auf nicht bedrohliche Reize mit explorativem Blickverhalten reagieren.

Quelle: Hofacker R, Sebunia N, Pihlblad J et al. Recognition of unfamiliar predators in domestic horses through only visual predator cues. PLOS One 15. Juli 2026.
Bildquelle: © callipso88/stock.adobe.com

Jedes Jahr fallen in deutschen Tierarztpraxen und -kliniken enorme Mengen an Einwegspritzen an. Schätzungen zufolge ents...
08/09/2026

Jedes Jahr fallen in deutschen Tierarztpraxen und -kliniken enorme Mengen an Einwegspritzen an. Schätzungen zufolge entstehen allein in der Tiermedizin rund 400 Tonnen Spritzenabfall pro Jahr, manche Quellen gehen sogar von bis zu 1500 Tonnen aus. Bisher werden die gebrauchten Spritzen überwiegend verbrannt oder deponiert und gehen damit der Kreislaufwirtschaft verloren.

Jetzt gibt es gute Nachrichten: Eine gemeinsame Machbarkeitsstudie von VetsforLife und dem Fraunhofer IWU konnte zeigen, dass das Recycling gebrauchter Einwegspritzen grundsätzlich möglich ist. ♻️💉🎉

Für die Studie wurden zwischen Januar und Juni 2025 gebrauchte Spritzen aus 56 Tierarztpraxen und -kliniken gesammelt. Insgesamt kamen rund 175 kg Material zusammen, das anschließend zerkleinert, sterilisiert, sortiert und zu Regranulat verarbeitet wurde.

📊 Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick:

✅ Aus gebrauchten Einwegspritzen kann ein Sekundärrohstoff hergestellt werden, der sich für die Produktion neuer Kunststoffprodukte eignet.

✅ Die Sterilisation beeinflusst die Materialeigenschaften nur geringfügig und stellt somit kein wesentliches Hindernis für das Recycling dar.

✅ Besonders entscheidend für die Qualität des Rezyklats ist eine saubere Sortierung der verschiedenen Kunststoffe.

✅ Die notwendige Anlagentechnik ist bereits verfügbar, sodass die technische Umsetzung grundsätzlich möglich wäre.

🔍 Eine Herausforderung bleiben einige Elastomer-Dichtungen an Spritzenkolben. Diese lassen sich nicht einschmelzen und können die Materialqualität beeinträchtigen.

💡 Zwar reichen die Materialeigenschaften aktuell noch nicht aus, um daraus erneut medizinische Spritzen herzustellen. Denkbar ist aber der Einsatz in anderen Bereichen, beispielsweise im Fahrzeugbau. Durch optimierte Sortierung und geeignete Additive könnte die Qualität künftig sogar weiter verbessert werden.

🌱 Fazit: Spritzenrecycling ist machbar! Nun gilt es, Sammel- und Logistikprozesse weiterzuentwickeln, damit aus der erfolgreichen Pilotstudie ein nachhaltiges Kreislaufsystem für die Tiermedizin werden kann. 🐶🐱🐴

Quelle: tiermedizin.thieme.de/blog/recycling-von-einwegspritzen-ist-machbar
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Insektengiftallergene 🐝 können beim Hund 🐕 schwerwiegende, akut allergische Symptome hervorrufen. Diese reichen von Quad...
07/09/2026

Insektengiftallergene 🐝 können beim Hund 🐕 schwerwiegende, akut allergische Symptome hervorrufen. Diese reichen von Quaddelbildung und Erbrechen bis hin zu Atemnot und Kollaps. Manchmal können sie sogar zum Tod führen. Erschwerend kommt hinzu, dass fast 2 Drittel der Hunde, die bereits eine allergische Reaktion auf einen Bienen- oder Wespenstich erlitten haben, bei weiteren Stichen dieselben oder sogar stärkere Symptome entwickeln 🚨.

Das Small Animal Hospital der University of Glasgow in Großbritannien setzt nun bei schweren allergischen Reaktionen die sog. Hymenoptera-Giftimmuntherapie (Venom Immunotherapy) 💉mit großem Erfolg ein. Eigentlich aus der Humanmedizin stammend, kann sie beim Hund durch Verabreichung von Bienen- oder Wespengift in kontrolliert steigenden Dosen 📈 das Immunsystem darauf trainieren, künftige Giftkontakte zu kontrollieren und so eine erneute schwere allergische Reaktion abwenden.

Zu Beginn der Behandlung erfolgt zunächst ein Allergietest, dem eine streng überwachte Einleitungsphase 📝 folgt, welche in die Erhaltungstherapie mündet, die (falls erforderlich) über mehrere Jahre andauert.

Professorin Ana Rostaher vom Small Animal Hospital in Glasgow führt hierzu aus: „Die Giftimmuntherapie stellt einen bedeutenden Fortschritt im Umgang mit schweren Insektenstichallergien bei Hunden dar. Für betroffene Tiere kann ein einziger Stich zu schweren Erkrankungen bis hin zum Tod führen. Diese Behandlung bietet jedoch eine proaktive Möglichkeit, das Risikoprofil zu verändern und gibt den Besitzerinnen und Besitzern von Tieren mit schweren Insektenstichallergien ein zusätzliches Stück Sicherheit."

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Quelle: University of Glasgow. First dogs in the UK treated with groundbreaking bee and wasp venom immunotherapy. University news. 30. Juli 2026
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M***e, Französische Bulldoggen oder Perserkatzen gelten aufgrund ihres runden Kopfes und der kurzen Schnauze als besonde...
04/09/2026

M***e, Französische Bulldoggen oder Perserkatzen gelten aufgrund ihres runden Kopfes und der kurzen Schnauze als besonders attraktiv. Hinter diesen Merkmalen verbirgt sich jedoch ein gravierendes gesundheitliches Problem: die ausgeprägte Brachyzephalie. Diese extreme Verkürzung des Schädels kann die Lebensqualität betroffener Tiere erheblich beeinträchtigen.

Vor allem Hunde leiden häufig unter verengten Atemwegen und damit verbundenen Beschwerden. Typische Symptome sind lautes Atmen, Schnarchen sowie eine schnelle Erschöpfung. In schweren Fällen tritt Atemnot sogar in Ruhe auf. Diese Anzeichen werden jedoch oft als „rassetypisch“ fehlinterpretiert, statt als krankhafte Veränderung erkannt. Neben den respiratorischen Einschränkungen sind betroffene Tiere anfällig für Überhitzung, da ihre Thermoregulation gestört ist. Hinzu kommen weitere gesundheitliche Probleme wie Hauterkrankungen, Zahnfehlstellungen sowie Augen- und neurologische Störungen, teilweise bis hin zu epileptischen Anfällen. In schweren Fällen kann die Lebenserwartung deutlich reduziert sein.

Medikamentöse oder chirurgische Maßnahmen können die Beschwerden zwar teilweise lindern, die zugrunde liegenden zuchtbedingten Ursachen jedoch nicht beheben. Viele Tiere benötigen wiederholte Eingriffe, die mit Risiken, Belastungen und teilweise hohen Kosten verbunden sind. Zudem bleibt trotz Behandlung nicht selten eine dauerhafte gesundheitliche Einschränkung bestehen.

Aus Sicht der Tiergesundheit sind extreme körperliche Ausprägungen, die chronische Leiden verursachen, klar als tierschutzrelevant einzustufen. Sie stehen im Widerspruch zu einer verantwortungsvollen Tierhaltung. Vor der Anschaffung eines Tieres sollte eine umfassende Information über mögliche rassetypische Gesundheitsrisiken erfolgen.

Eine geringere Nachfrage kann langfristig das Angebot entsprechender Rassen verringern. Auch eine zurückhaltende Darstellung solcher Tiere in Werbung und sozialen Medien kann diesen Prozess unterstützen.

Quelle: Bundesverband für Tiergesundheit e.V. - Kurze Nase – wenig Luft: Qualzucht bei kurzschnäuzigen Hunden und Katzen bleibt ein Tierschutzproblem. 24.06.2026
Bildquelle: ©K.Oborny/Thieme

🐇 🐰⚠️ Das ist ein Witz!Dies soll lediglich der Erheiterung dienen und hat in keiner Weise einen ernst gemeinten Hintergr...
03/09/2026

🐇 🐰
⚠️ Das ist ein Witz!
Dies soll lediglich der Erheiterung dienen und hat in keiner Weise einen ernst gemeinten Hintergrund.

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Mit der neuen grün-schwarzen Landesregierung in Baden-Württemberg soll die bislang unabhängige Tierschutzbeauftragte zu ...
02/09/2026

Mit der neuen grün-schwarzen Landesregierung in Baden-Württemberg soll die bislang unabhängige Tierschutzbeauftragte zu einer Stabsstelle im Landwirtschaftsministerium gemacht werden. Damit verbunden wäre eine Weisungsbefugnis des Ministeriums und ein Verlust der Unabhängigkeit des Amtes. Somit ginge die einzige Stimme verloren, die sich auf Ebene der Landespolitik alleinig den Tieren und ihrem Schutz verpflichtet fühlte, beklagt der Vorsitzende Stefan Hitzler des Landestierschutzverbands das Vorhaben. Und Thomas Schröder, Präsident des Tierschutzbundes (TSB) befürchtet, dass das Vorhaben einer Rückabwicklung gleichkäme, da eigenständige Handlungsmöglichkeiten verloren gingen.

Laut dem Deutschen Tierschutzbund konnten mit dem Amt in der Vergangenheit politische Diskurse in punkto Tierschutz angestoßen, ein hohes Maß an Vernetzungs- und Vermittlungsarbeit geleistet sowie regelmäßige Fortbildungen angeboten werden, was Sachkenntnis und Bewusstsein in der Öffentlichkeit und bei Behörden stärke. Auch das Inkrafttreten der Katzenschutzverordnung in mehr als 20% der Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg ist laut Ansicht des TSB dem Mitwirken der Landestierschutzbeauftragten zu verdanken.

Eine solche Beschneidung der Unabhängigkeit ist bislang schon aus den Bundesländern Berlin und Brandenburg bekannt. Schröder befürchtet, dass wenn das Amt erstmal vereinnahmt sei, eine Rückkehr zur Unabhängigkeit so schnell nicht mehr machbar wäre. Der Deutsche TSB befürchtet die Umwandlung bereits zu Ende Juli.

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Quelle: Deutscher Tierschutzbund. Baden-Württemberg: „Landestierschutzbeauftragte muss unabhängig bleiben!“ Pressemitteilung vom 22.07.2026
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Hat man bis vor einiger Zeit noch angenommen, die sog. Zytokinine spielten ausschließlich bei der Stress- und Wachstumsr...
01/09/2026

Hat man bis vor einiger Zeit noch angenommen, die sog. Zytokinine spielten ausschließlich bei der Stress- und Wachstumsregulation von Pflanzen 🪴🌽🌾eine Rolle, so hat nun eine neue Studie von Forschenden des Biozentrums der Universität Würzburg nachgewiesen, dass sie auch in der Säugetierphysiologie eine große Bedeutung haben.
Auch beim Säugetier nutzen sie die Blutbahn 🩸, um im ganzen Körper wirken zu können. Das müssen sie auch, da sie vor allem auf das Muskelwachstum 🏋🏻, die Zellalterung und den Schutz von Nervenzellen einwirken.

In ihrer Studie hatte das Würzburger Forscherteam nach kontrollieren Fütterungsversuchen das Mikrobiom, also die Gesamtheit aller Mikroorganismen 🦠 im Darm, genetisch analysiert 🔬. Wesentliche Erkenntniss daraus war, dass Zytokinine täglich mit der Nahrung aufgenommen werden. Die Konzentration der Botenstoffe steht und fällt mit dem Vorhandensein des Mikrobioms.

Allerdings verfügen Säugetiere auch über eine eigene genetische Ausstattung 🧬, um Zytokinine selbst produzieren zu können – wenngleich dies auch in geringerem Umfang geschieht. Damit lässt sich das Vorkommen einer inaktiven Speicherform des Hormons im Organismus erklären.

Hinzu kommt: Auch wenn der Transport der Zytokinine über das Blut erfolgt, besitzen doch Niere 🫘, Herz 💗 und Leber ihren eigenen Hormonvorrat, was auch dort auf eine potenzielle Wirkung schließen lässt.

Auf diesen Erkenntnissen ruht die Hoffnung auf neue Therapieansätze 💉 bei Entzündungen und neurodegenerativen Erkrankungen. Die Ergebnisse bestätigen abermals die große Bedeutung von Mikrobiom und Zytokinen für den Stoffwechsel, das Immunsystem und letztlich auch die Wirksamkeit von Medikamenten 💊.

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Quelle: Redaktion des VET-Magazins. Pflanzenhormone sind fester Bestandteil der Säugetier-Physiologie. 19.06.2026
Bildquelle: © thejokercze/stock.adobe.com

Nach wie vor gilt das Klopfen auf den Pferdehals in der Reiterwelt als das Lob für Pferde 🐴 schlechthin. Die Gründerin d...
31/08/2026

Nach wie vor gilt das Klopfen auf den Pferdehals in der Reiterwelt als das Lob für Pferde 🐴 schlechthin. Die Gründerin des Instituts für Verhalten und Kommunikation und promovierte Pferdewissenschaftlerin Dr. Vivian Gabor versteht in der Geste jedoch eher eine menschliche Gewohnheit.
Oftmals, so die Verhaltensexpertin, bleibt ein vorausgegangenes, eindeutig positiv verknüpftes Erlebnis beim Pferd aus. Viele Pferde würden das Klopfen offenbar sogar eher als unangenehm empfinden. Ein ruhiges Kraulen am Widerrist sei dagegen viel pferdegerechter, weiß die Fachfrau.

Futter 🍎🥕 gilt als direkter positiver Verstärker, während Lobworte erst durch die Verknüpfung mit Angenehmen erlernt werden müssen.

Darüber hinaus, so Gabor weiter, wirken auch Pausen, Entspannung und nachlassen von Druck als wichtiges Lob. Entscheidend sei jedoch vor allem das rechtzeitige Loben ⏰des Pferdes, so dass das Verhalten direkt mit dem Lob in Verbindung gebracht werden kann. Bei Futter zum falschen Moment wird dagegen eher unerwünschtes Verhalten mitbelohnt und wirkt nicht zielführend.

Richtiges Loben erfolgt demnach am besten mit einem dem Pferd bekannten Lobwort sofort auf das richtige Verhalten und endet mit nachlassendem Druck, erklärt Gabor. Auch mit etwas Futter oder Kraulen am Widerrist kann das Pferd die Situation positiv 👍🏻 abspeichern. Wichtig dabei ist, dass das Tier ruhig und respektvoll bleibt – Überschwang und Lautstärke sind in diesem Zusammenhang nicht erforderlich.

Auch, so die Expertin weiter, sei es wichtig, Vertrauen und Sicherheit zu vermitteln. Zurücktreten, um dadurch Raum zu schaffen und dem Pferd hierdurch die Möglichkeit zur Übersicht zu vermitteln, kommt oft besonders positiv an.

Das richtige Lob zur richtigen Zeit in geeigneten Umfang kann so Motivation und Lernfreude des Pferdes positiv beeinflussen 🥰.

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Quelle: Reimann E. Warum Klopfen am Hals für Pferde oft gar kein Lob ist. PETBOOK 22.07.2026.
Bildquelle: © Laura Battiato / stock.adobe.com

Studien der FU Berlin sowie der Universität Leipzig haben ergeben, dass Tierärzt*innen im Vergleich zum Rest der Bevölke...
28/08/2026

Studien der FU Berlin sowie der Universität Leipzig haben ergeben, dass Tierärzt*innen im Vergleich zum Rest der Bevölkerung häufiger von Depressionen und einem höheren Suizidrisiko betroffen sind. In einer Studie mit 3.118 Tierärzt*innen berichteten 19,2% aktuelle Suizidgedanken, 32,11 % ein erhöhtes Suizidrisiko und 27,78% klinisch auffällige Depressionswerte. Die mentale Gesundheit stellt deshalb eine der größten Herausforderungen für diese Branche dar.

Gründe liegen unter anderem in einer zunehmenden Arbeitsbelastung: Zwar gibt es mehr Tierärzt*innen als noch vor 10 Jahren, die meisten jedoch arbeiten als Angestellte, die Wert auf geregelte Arbeitszeiten legen. Da es sich um einen feminisierten Berufsstand handelt – der Frauenanteil der Tierärzteschaft lag 2024 bei rund 66% – müssen bei dem nach wie vor in der Gesellschaft vorherrschenden konventionellen Rollenbild die Vereinbarkeit von Job und Familie für Tierärztinnen gewährleistet sein. Die hierfür erforderlichen planbaren Arbeitsmodelle können jedoch nicht ohne weiteres von jeder Praxis zur Verfügung gestellt werden.

Besserung ist künftig dabei nicht in Sicht – im Gegenteil: Die Entwicklung zeigt, dass sich die Situation eher noch verschärfen wird.
Die Belastungen sind hierbei auf strukturelle Faktoren zurückzuführen, welche sich vorrangig in schlechter Entlohnung und geringer Wertschätzung sowie einer hohen Überverpflichtung wiederspiegeln. Darüber hinaus verschärft die wachsende Zahl an Haustieren die Belastung der Tierärzt*innen: So ist in den Jahren 2021 bis 2024 die Haustierpopulation europaweit um 35 Mio. gestiegen, was ein durchschnittliches Aufkommen von 100 zusätzlichen Haustieren pro Tierärzt*in bedeutet. Personalengpässe sowie der Mangel an Fachangestellten verschärfen die Problematik noch.

Derzeit kann die erhöhte Nachfrage nach tierärztlichen Dienstleistungen mit der aktuellen Anzahl an Tierärztinnen und Tierärzten einfach nicht gedeckt werden.

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Quelle: Thieme Tiermedizin. Mentale Gesundheit und Tiermedizin. 24.07.2026
Bildquelle: © D Lahoud/peopleimages.com/stock.adobe.com - Stock photo. Posed by a model

Katzen, die als hochintelligent und sensibel gelten, sollten ausgelastet werden, um sich wohlzufühlen. Das stellt viele ...
27/08/2026

Katzen, die als hochintelligent und sensibel gelten, sollten ausgelastet werden, um sich wohlzufühlen. Das stellt viele vor große Herausforderungen, bestimmt doch einerseits die Katze🐈‍⬛, wann und wie sie in Interaktion tritt, und andererseits der Alltag der Besitzer*innen⏰, der nicht leicht mit dem Entertainment zu vereinbaren ist und deshalb viel Kreativität erfordert. Das Naturell der Katze bestimmt, ob sie gern spielt oder sich lieber zurückzieht. Oft braucht sie die Zeit für sich ebenso wie den Austausch mit einem Spielpartner.

Ein abwechslungsreicher Wohnraum mit eigenem Regal zum Klettern 🪜, weichem Fensterplatz 🪟 oder auch Hängeschaukeln machen die Umgebung für sie interessant. Viele Katzen suchen gern Futter, andere haben einen ausgedehnten Jagdtrieb und lieben das Spiel mit der selbstgebastelten Reizangel. Erhöhte Sitz- und Liegeflächen ermöglichen es ihr, von oben zu beobachten, was neue Reize vermittelt. Mit alten Holzbrettern und Holzspielzeugen 🪵 kann ein Puzzlefeld 🧩 geschaffen werden, dass das Tier animiert kreativ zu werden und seine Intelligenz herauszufordern.

Katzen lieben Düfte aus der Natur und so ist alles willkommen, was den Duft von draußen mit in die Wohnung bringt (Unbedenklichkeit natürlich vorausgesetzt!). Auch klassische Musik 🎼, Vogelgezwitscher 🐦 oder Katzenmusik aus dem Internet 💻 sorgen bei vielen Tieren für eine gute Stimmung.

Unschlagbar für das Wohlbefinden ist natürlich der Gang nach draußen: Freigänger bekommen naturgemäß mehr Bewegung und Anregung für die Sinne als Wohnungskatzen. Dabei ist eine ruhige Wohngegend Voraussetzung. In einer hektischeren Umgebung hat sich das Trainieren mit Geschirr und Leine als günstig erwiesen. Danach kann es entspannt nach draußen gehen, um gemeinsam die Welt zu erkunden. Auch das Zurückrufen 📣 der Katze kann mit einer Positivverstärkung eingeübt werden.

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Quelle: Kinnula V. Happy Cat, Happy Life – Anleitung für ein artgerechtes Katzen-Entertainment. team.konkret 2024; 20(01): 2-6.
Bildquelle: © K. Oborny / Thieme

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