Kirche im SWR

Kirche im SWR Hallo, wir sind die ökumenische Rundfunkarbeit der Kirchen beim SWR. *Netiquette*

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"Nichts ist für die Ewigkeit.“ So lautet eine Volksweisheit. Und ich finde: Sie stimmt. Was ich sehe, was ich habe, was ...
04/06/2026

"Nichts ist für die Ewigkeit.“ So lautet eine Volksweisheit. Und ich finde: Sie stimmt. Was ich sehe, was ich habe, was mir unendlich wichtig vorkommt. Alles ist endlich und damit nicht für die Ewigkeit: mein Haus, mein Auto, mein Beruf, mein ganzes Leben. Auch meine Texte hier in SWR1, sogar wenn sie sich mit der Ewigkeit beschäftigen. Was ich hier sage, ist eine Momentaufnahme, die morgen schon wieder überholt sein kann. Ich suche nach der Wahrheit, nach dem, was Bestand hat, und finde doch nur Vergängliches.

Was ist dann aber mit dem folgenden Satz, der heute an Fronleichnam in den katholischen Gottesdiensten eine zentrale Rolle spielt: Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben[1]. Es gibt kein Brot und auch sonst nichts, das ewiges Leben schenkt. Menschen haben immer wieder damit experimentiert, ohne je etwas gefunden zu haben. Für manche ist es eine verlockende Vorstellung, das Altern stoppen zu können. Eine gesunde Ernährung, Methoden sich selbst zu optimieren – die Ideen dazu schießen wie Pilze aus dem Boden.

Das ist aber alles mit diesem biblischen Gedanken nicht gemeint. Als Jesus den Satz vom Brot der Ewigkeit sagt, löst er damit bei dem anwesenden Menschen eine große Irritation aus. Er soll etwas haben, dem der Tod nichts anhaben kann? Er behauptet: Es gibt auf dieser Welt doch etwas für die Ewigkeit. Etwas, das die Grenze zum Himmel überwinden kann. Etwas, das sich nicht den Gesetzen von Raum und Zeit unterwerfen muss, weil es aus dem Himmel, aus der Ewigkeit stammt: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben.[2]

Um zu verstehen, was Jesus damit meint, muss man jeden Gedanken an Kannibalismus oder Zauberei beiseitelegen. Jesus sagt auf seine Weise, dass er der Weg ist, um in die Ewigkeit zu kommen. Konkret heißt das: Wie er leben – menschenfreundlich, großherzig, gütig. An ihn glauben, der aus Liebe in den Tod ging. Das ist die Richtung, die Christen einschlagen sollen. Und damit sie wenigstens etwas in der Hand haben, einen Vorgeschmack des Himmels, vergleicht Jesus sich mit Brot. Ich bin wie das wichtigste Lebensmittel. Schlicht und unverzichtbar.

Daran denken Katholiken heute an Fronleichnam, wenn sie ein kleines Stückchen Brot verehren; es durch die Straßen tragen, vor ihm das Knie beugen, Blumen streuen, feierliche Lieder singen. Weil sie glauben: Mit Jesus bin ich gerettet. Mit ihm gehe ich in die Ewigkeit.

/ Thomas Steiger mit "Kann der Mensch ewig leben?" im SWR1 3vor8 Beitrag.


[1] Johannes 6,51b

[2] Johannes 6,51ab

04/06/2026

Ein wunderschönes Zeichen des Glaubens und der Gemeinschaft:
Bei der Fronleichnamsprozession entstand ein Blumenteppich mit unserem Motto „Sei willkommen“ – gestaltet von Barbara Gentner, ihrem Team sowie den Bewohnerinnen und Bewohnern und Mitarbeitenden des Pflegeheims. 🌸

Warum genau tue ich das, was ich tue? Welche Erfahrungen haben mich dazu gebracht, wo hat meine Lebensgeschichte ihre en...
04/06/2026

Warum genau tue ich das, was ich tue? Welche Erfahrungen haben mich dazu gebracht, wo hat meine Lebensgeschichte ihre entscheidenden Impulse bekommen?
Diese Frage finde ich spannend. Und ich bin darauf gestoßen, als ich mich mit Theo Lorch beschäftigt habe. Theo Lorch war Pfarrer in Württemberg. Und unter seiner Regie wurde 1969 der Verein „Werkstatt für Behinderte in Ludwigsburg e.V.“ gegründet. Menschen mit Behinderung sollten dort die Möglichkeit bekommen, sich beruflich im Arbeitsleben einzubringen. Das war damals ein wichtiger Schritt. Denn davor hatten Menschen mit Behinderung höchstens noch die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Anschließend gab es keinen richtigen Platz mehr für sie.
Wenn man in Theo Lorchs Lebensgeschichte schaut, merkt man: Keinen Platz zu haben, ausgeschlossen zu sein, das hat auch er persönlich erlebt, gleich mehrmals.
Als er gerade mal zehn Monate alt war, sind seine Eltern als Missionare nach Kamerun gereist – und zwar ohne ihren Sohn. Zusammen mit seinen beiden älteren Schwestern ist Theo Lorch bei einer Großtante geblieben. Mit sechs Jahren dann ist er in ein Kinderhaus gekommen. Dort waren Mädchen und Jungen streng getrennt – nur sonntags zwischen 13:00 und 14:00 Uhr durften sich die Geschwister sehen. Für Theo Lorch war das ein heftiger Einschnitt. Die Erfahrung, zurückgelassen zu werden und alleine zu bleiben, muss ihn tief geprägt haben.
Später als Pfarrer ist Theo Lorch mit seiner eigenen Familie nach Indien gegangen, hat dort an einer theologischen Ausbildungsstätte gelehrt. Doch 1939 wurde die Familie von der englischen Kolonialregierung verhaftet, musste für sieben Jahre in ein Internierungslager. Dort war Theo Lorch arbeitslos. Auch das Gefühl, nicht gebraucht zu werden, seine Fähigkeiten nicht einbringen zu können, hat er also aus eigener Erfahrung gekannt.
Ich glaube: Das alles hat eine Rolle gespielt bei der Gründung der Werkstatt für Menschen mit Behinderung später in Ludwigsburg. Da hat Theo Lorch seinen Teil dazu beigetragen, dass Menschen eben nicht ausgeschlossen werden und einen guten Platz finden.
2006, vor zwanzig Jahren also, ist Theo Lorch im Alter von 100 Jahren gestorben. Bereits im Jahr zuvor wurde das von ihm mitgegründete Unternehmen nach ihm benannt: In den Theo-Lorch-Werkstätten nehmen heute über 800 Menschen mit Behinderung aktiv am Arbeitsleben teil.

/ Daniel Renz mit „Fürs Leben geprägt“ in den SWR1 Anstößen BW

Heute Feiertag, morgen Brückentag, langes Wochenende. Für Viele zumindest. Fronleichnam sei Dank. Doch was da eigentlich...
04/06/2026

Heute Feiertag, morgen Brückentag, langes Wochenende. Für Viele zumindest. Fronleichnam sei Dank. Doch was da eigentlich gefeiert wird, das wissen deutlich weniger. Wenn ich mich ans katholische Westfalen erinnere, wo ich aufgewachsen bin, dann bedeutete Fronleichnam damals vor allem: Geschmückte Straßen. Blumenteppiche in Hauseingängen. Feierliche Prozessionen. Fronleichnam, das waren Blaskapellen und hunderte Menschen, die singend und betend durch den Ort zogen. Und ein Pfarrer, der mittendrin das geweihte Brot aus dem Gottesdienst feierlich durch die Straßen trug. Das alles gibt es auch heute noch. Nur vielleicht bescheidener als früher.
Mag sein, dass manches heute auch etwas aus der Zeit gefallen erscheint. Auch für viele Katholiken. Nicht aus der Zeit gefallen ist aber, worum es dabei gehen sollte. Denn Prozessionen erzählen ja immer von einer Hoffnung. Dass Gott mit dabei ist. Mit auf dem Weg. Überall. Und weil Gott nun mal nicht zu greifen ist, wird das Brot aus dem Abendmahl mit durch den Ort getragen. Das Brot als Zeichen der Gemeinschaft mit ihm. So wie Jesus es damals, bei seinem letzten Mahl mit seinen Jüngern, gewollt hatte. Wenn Katholiken Fronleichnam feiern, dann feiern sie also dieses Brot der Gemeinschaft. Und einen Gott, der sich nicht in Kirchen versteckt. Einen, der sich überall finden lässt.

/ Martin Wolf mit „Brot der Gemeinschaft“ in den SWR3 Gedanken

Ich mag den Frühsommer, wenn Wälder und Wiesen voller Leben sind. Besonders mag ich die weiten Felder mit Gänseblümchen....
03/06/2026

Ich mag den Frühsommer, wenn Wälder und Wiesen voller Leben sind. Besonders mag ich die weiten Felder mit Gänseblümchen. Jedes einzelne kann für mich etwas vom Leben erzählen.
Da steht ein kleines, noch ganz junges Gänseblümchen im Gras. Die Blütenblätter sind weiß, manche zart rosa überhaucht, die Mitte leuchtet hellgelb. Es wirkt frisch und offen, als hätte es gerade erst das Licht der Welt erblickt.
Wenn ich dieses junge Blümchen anschaue, denke ich an einen Anfang, der noch nicht beladen ist. An das Helle und Unschuldige, das wir alle einmal in uns getragen haben. An diese erste Offenheit, die in Kinderaugen glänzt.
Daneben steht ein zweites Gänseblümchen. Es hält sich noch aufrecht, aber der Wind hat es zerzaust. Einige Blütenblätter fehlen, andere hängen schief. Man sieht ihm an: Da ist schon einiges darüber hinweggefegt. Regen. Kälte. Vielleicht ein Fußtritt. Vielleicht einfach die Zeit.
Bei diesem zweiten Blümchen empfinde ich eher Respekt und Achtung. Es ist, als schaue ich in ein altes Gesicht. Ein Gesicht mit Falten und Müdigkeit. Verwittert und nicht mehr makellos, aber mit einer Würde, die tiefer reicht als äußerliche Schönheit.
Im christlichen Glauben gibt es die Hoffnung, dass das, was mich verletzt und verwundet hat, nicht ausradiert werden muss, damit neues Leben möglich wird. Auch der auferstandene Jesus wird nicht als einer gezeigt, an dem alles Leid spurlos vorübergegangen ist. Seine Wunden bleiben sichtbar. Aber sie bestimmen ihn nicht mehr. Sie stehen nicht im Mittelpunkt.
Für mich ist das die tröstliche Botschaft unseres Glaubens: Gott liebt nicht nur das, was unversehrt ist. Nicht nur, was jung ist und blüht. Gott sieht auch das Zerzauste. Das Müde. Das, was nicht gelungen ist. Auch das, was Wunden trägt und trotzdem weiterwächst und lebt.
Die beiden Gänseblümchen erinnern mich an diese beiden Seiten. Das eine sagt: Vergiss nicht, dass in dir etwas unschuldig geblieben ist, das heil ist. Etwas Helles. Etwas, das hoffen kann.
Und das andere sagt: Auch deine Spuren gehören zu dir. Deine Wunden nehmen dir nicht deine Würde. Und Deine Narben: hey - die machen Dich liebenswert.

/ Andreas Hase mit "Heil und zerzaust" in den SWR4 Abebndgedanken.

Jetzt im Frühjahr sind immer meine Himbeersträucher im Garten dran. Die alten Ruten vom vergangenen Jahr müssen raus. Üb...
03/06/2026

Jetzt im Frühjahr sind immer meine Himbeersträucher im Garten dran. Die alten Ruten vom vergangenen Jahr müssen raus. Übrig bleiben nur die jungen, frischen Triebe, die dann wieder genug Licht, Luft und Kraft zum Wachsen haben. Anfangs ist mir das ziemlich schwergefallen. Denn die alten sahen eigentlich noch ganz gut aus. Bekamen frische Blättern und neuen Blüten. Also hab ich immer nur ein bisschen weggeschnitten. Die Folge: Kranke, zugewucherte Sträucher und schlechte Himbeeren.
Das ist wie im Leben. Altes loszulassen, was ich oft viele Jahre liebgewonnen habe, ist mir immer schon schwergefallen. Die alten Klamotten etwa, die ich so gern angezogen habe, die jetzt aber abgetragen sind. Aber auch ganze Lebensabschnitte, die zu Ende gehen. Die Ausbildung. Die Zeit, als die Kinder noch klein waren. Irgendwann auch das Berufsleben. Immer wieder geht’s da um Menschen, die mich ein ganzes Stück auf meinem Weg begleitet haben. Ich muss sie weiterziehen lassen. Meine erwachsenen Kinder, enge Arbeitskollegen. Solche Abschiede fallen mir oft besonders schwer.
Inzwischen weiß ich, dass das wohl zu den wichtigsten Lektionen gehört, die man im Leben lernen muss: Loslassen können. Dabei auch traurig sein dürfen. Und sich dann auf das freuen, was kommt.

/ Martin Wolf mit „Auslichten“ in den SWR3 Gedanken

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich Fahrradfahren gelernt habe. Ich war vier, mächtig stolz und überzeugt: Ich kan...
03/06/2026

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich Fahrradfahren gelernt habe. Ich war vier, mächtig stolz und überzeugt: Ich kann das jetzt. Genauso wie meine große Schwester. Deshalb habe ich gedrängelt, dass die Stützräder endlich weggemacht werden. An einem Samstagvormittag war es dann so weit: Mein Vater hat die Stützräder abgeschraubt, und ich habe mich voller Stolz auf mein orangerotes Fahrrad gesetzt. Und – bin umgefallen. Ich musste lernen, dass so ein Fahrrad mit seinen zwei schmalen Reifen erst stabil wird, wenn man losfährt. Meinen Vater hat das viel Mühe gekostet. Denn er musste bei meinen weiteren Fahrversuchen die ganze Zeit hinterherrennen und mich am Sattel festhalten. Irgendwann hat er einfach losgelassen. Und das Wunder ist passiert: Ich bin mühelos weitergefahren.
Ich habe gemerkt: Es trägt. Ich komme vorwärts. Es funktioniert tatsächlich.
Ich finde, dass Fahrradfahren und Glauben da eine ganze Menge gemeinsam haben.
Manchmal sagt jemand zu mir: „Ich kann erst an Gott glauben, wenn ich Beweise habe, dass es ihn gibt.“ Aber vom Fahrradfahren weiß ich: Auch der Glaube funktioniert gar nicht so, dass erst alle Zweifel verschwinden und man dann sicher losglauben kann.
Ich erlebe: Beim Glauben ist es wie beim Fahrradfahren: Ich muss einfach mal loslegen. Obwohl ich nicht alles weiß. Sonst komme ich nicht vom Fleck. Vielleicht ein Gebet sprechen, obwohl ich mir nicht sicher bin, ob es jemand hört. Vertrauen wagen, Schritt für Schritt. Die Stabilität kommt dann unterwegs. Dass mein Glaube mich trägt, das habe ich oft erst mitten im Leben gemerkt.
Heute, am 3. Juni, ist der „Tag des Fahrradfahrens“. Ein Tag für etwas, das viele jeden Tag wie selbstverständlich tun. Trotzdem ist Fahrradfahren für mich ein kleines Wunder geblieben: Denn man bleibt nur im Gleichgewicht, wenn man sich bewegt. Und genauso erlebe ich meinen Glauben: nicht als fertige Sicherheit, sondern als Vertrauen auf dem Weg. Einfach losfahren — und irgendwann überrascht feststellen: Ich werde getragen. Wie wunderbar!

/ Anne Waßmann-Böhm mit „Glauben ist…“ in SWR1 Anstöße RP

„Menschen des Weges“. So hat man vor 2.000 Jahren die ersten Christen genannt [vgl. z.B. Apostelgeschichte 9,2]. Also di...
03/06/2026

„Menschen des Weges“. So hat man vor 2.000 Jahren die ersten Christen genannt [vgl. z.B. Apostelgeschichte 9,2]. Also die Nachfolgerinnen und Nachfolger von Jesus. Vermutlich um auszudrücken: Christen machen sich auf einen neuen Weg, und zwar ganz praktisch, mitten im Leben.
„Menschen des Weges“. Ich persönlich habe einen ganz neuen Zugang bekommen zu dieser Bezeichnung. Seit ich nämlich mit dem Laufen angefangen habe.
Wenn ich da aufbreche zum Training, dann mache ich das meistens für mich persönlich. Wann ich eben gerade Zeit habe und in meinem eigenen Tempo. Das ist mit das Schöne für mich an diesem Sport – ich kann da völlig individuell unterwegs sein, immer und überall.
Und auch für mich als Christ ist wichtig: Erst mal glaube ich auf meine persönliche Art und Weise. Mich Gott nahe fühlen oder beten – das tue ich, wie es mir entspricht.
Aber auch wenn ich gern in meinem Tempo und auf meine Weise laufe, bin ich nicht allein unterwegs. Natürlich begegnen mir auf meinen Laufrunden immer wieder auch andere Läufer. Die meisten kenne ich gar nicht persönlich. Meistens reicht es nur für ein hastiges „Hallo“. Und trotzdem spüre ich dann Verbundenheit. Wir haben dieselbe Leidenschaft, machen ähnliche Erfahrungen, sind auf einem gemeinsamen Weg. Das macht das Laufen noch viel schöner.
So geht es mir auch, wenn ich mitkriege, dass jemand wie ich an Gott glaubt oder sich Christ nennt. Manchmal erfährt man das ja voneinander, und sei es nebenbei auf der Arbeit oder über Social Media. Dann merke ich: Wir gehören zusammen. Auch wenn wir unseren Glauben vielleicht ganz unterschiedlich leben.
Und manchmal genieße ich auch größere gemeinsame Treffen unter Christen. Bei einem Gottesdienst zum Beispiel. Oder wenn Kirchentag ist. Dann spüre ich: Wir sind gemeinsam Teil einer großen weltweiten Bewegung.
Als Läufer erlebe ich das bei Lauftreffs. Wenn sich ein paar Leute verabreden und als Gruppe eine Runde drehen. Und natürlich bei großen offiziellen Laufveranstaltungen. Wenn Hunderte oder gar Tausende zusammen auf die Strecke gehen. Jeder hat dann ein persönliches Ziel – aber genauso geht es um die gemeinsame Leidenschaft. Auch heute ist das so, am ersten Mittwoch im Juni. Da wird in vielen Ländern auf der Welt der Tag des Laufens begangen. Und Menschen machen sich gemeinsam auf den Weg.
Das ist schon was mit den „Menschen des Weges“. Ich bin gerne einer von ihnen. Mit Laufschuhen genauso wie als Christ.

/ Daniel Renz mit „Menschen des Weges“ in den SWR1 Anstößen BW

Auf dem Tisch vor mir steht eine weiße Schale mit drei roten Äpfeln. Der erste Apfel ist dunkelrot, fast samtig, mit ein...
02/06/2026

Auf dem Tisch vor mir steht eine weiße Schale mit drei roten Äpfeln. Der erste Apfel ist dunkelrot, fast samtig, mit einem kleinen goldenen Schimmer an der Seite. Der zweite ist heller, lebendiger, übersät mit feinen gelben Punkten. Der dritte hat rote und gelbe Stellen, als würde sich das Morgenlicht in seiner Schale verfangen. Nichts Besonderes.
Was aber … ja, was wäre, wenn es auf der ganzen Welt nur einen einzigen Apfel gäbe? Dann wäre er doch ein Weltwunder, größer als die Pyramiden in Ägypten! Menschen würden von überall her pilgern, um ihn zu sehen. Sie würden still werden vor diesem runden, leuchtenden Wunder. Sie würden tagelang Schlange stehen, nur um ihn einmal berühren zu dürfen. Und wer ihn in der Hand halten dürfte, würde vor Staunen zittern.
Eigentlich ist es doch genauso! Diesen einen Apfel gibt es kein zweites Mal. Den zweiten Apfel auch nicht. Den dritten auch nicht! Nie wieder wird sich dieses Rot genauso mit Gelb mischen. Nie wieder werden diese kleinen Punkte genau an dieser Stelle sitzen. Nie wieder wird ein Apfel genauso gewachsen sein: aus Erde, Regen, Licht, Wind, Blüte, Biene und Zeit. Im ganzen Universum ist jeder dieser Äpfel einmalig in seiner Herrlichkeit. Ich übersehe dieses Wunder nur deshalb so häufig, weil es so verschwenderisch oft vorkommt! Weil Äpfel in Schalen liegen, an Bäumen hängen, im Gras liegen. Genauso ist es mit so vielen anderen Dingen: Brot steht immer auf dem Tisch. Blumen wachsen selbstverständlich am Wegrand. Und Menschen … begegnen uns jeden Tag!
Diese Welt ist nicht beliebig. Die Schöpfung geschieht und sie geschieht jeden Tag. Und sie ist genau so gemeint! Jeder Apfel. Jede Blüte. Jeder Atemzug. Jeder Augenblick. Das gilt auch für uns Menschen. Auch mich gibt es nur dieses eine Mal. Jeden Menschen, der mir heute begegnet ist, gibt es im ganzen Universum nur ein einziges Mal. Auch den, über den ich mich geärgert habe. Auch in ihm leuchtet etwas, das größer ist als mein Ärger.
Ich nehme einen der Äpfel in die Hand. Ganz langsam. Er ist kühl und glatt und liegt rund und angenehm in meiner Hand.
Ich empfinde Dankbarkeit. Achtung. Und eine leise Ahnung, dass diese Welt mehr Liebe in sich trägt, viel mehr, als ich überhaupt erkennen kann.

/ Andreas Hase mit "Drei verschiedene Äpfel" in den SWR4 Abendgedanken.

Der Südwestrundfunk überträgt am Donnerstag, 04. Juni 2026, im ERSTEN an Fronleichnam den katholischen Gottesdienst aus ...
02/06/2026

Der Südwestrundfunk überträgt am Donnerstag, 04. Juni 2026, im ERSTEN an Fronleichnam den katholischen Gottesdienst aus der Pfarrkirche St. Cyriak in Oberkirch.

In diesem Jahr finden hier die baden-württembergischen Heimattage statt. Vor 700 Jahren bekam Oberkirch das Stadtrecht verliehen. Der Gottesdienst steht in Anlehnung daran unter dem Leitgedanken „Eucharistie – Vorgeschmack ewiger Heimat“. Zum Fronleichnamsfest ist es in Oberkirch Tradition, dass die Landjugend einen großen Blumenteppich legt. Musikalisch wird der Gottesdienst von einem Projektchor aus den Kirchenchören von Oberkirch und Umgebung gestaltet und vom Trompeter der Stadtkapelle Oberkirch, Nico Amann. Hauptzelebrant ist der Gemeindepfarrer Ralf Dickerhof.

Der Gottesdienst wird live von 10 bis 11 Uhr in der ARD ausgestrahlt.

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