27/07/2025
Warum Proteste in Äthiopien oft keinen friedlichen Machtwechsel bringen – sondern das Gegenteil bewirken.
1/
Viele hoffen, dass Proteste oder politische Spannungen in Äthiopien zu einem demokratischen Wandel führen.
Aber: Die Realität zeigt, dass das Regime solche Krisen oft nutzt, um sich zu stabilisieren – nicht zu verändern.
2/
Ein Blick zurück: Die EPRDF verlor ihre Macht nicht durch faire Wahlen, sondern durch interne Spaltung, Druck von unten – und eine neue politische Verpackung.
Doch die Macht blieb in ähnlichen Händen.
3/
Abiy Ahmed hat daraus gelernt – und handelt ähnlich:
Proteste werden unterdrückt.
Opposition gespalten.
Ausnahmezustände ausgerufen.
Reformversprechen gegeben – aber nie erfüllt.
4/
Das Ergebnis:
Keine echte Demokratisierung.
Stattdessen ein Umbau der Machtstruktur, bei dem die Regierung mit „neuem Anstrich“ weiterregiert.
5/
Proteste werden also nicht zu einem friedlichen Machtwechsel, sondern zu einem Instrument, mit dem sich das Regime erneuert und absichert.
6/
Die Ironie: Je größer der Widerstand, desto besser kann das System sich rechtfertigen, härter zu regieren – im Namen der Stabilität.
7/
Solange Machtkonzentration, Repression und ethnische Spaltung dominieren, bleibt ein friedlicher demokratischer Übergang leider unwahrscheinlich.