03/09/2026
- Westallgäu-Plus Artikel (S. 3) -
Hilfe kommt vom Himmel 🦌🌳
Bei der Rehkitzrettung aus der Luft sind viele Leute engagiert
Röthenbach (erb). Im Frühjahr bringen die Rehe ihre Jungen auf die Welt, die oft gut versteckt im hohen Gras liegen. Das ist auch der Zeitpunkt, an dem Landwirte mit der Mahd anfangen, was für Kitze lebensgefährlich sein kann. Dann ist die Zeit der Rehkitzretter gekommen.
Auch im Westallgäu gibt es ehrenamtliche Rehkitzretter, wie beispielsweise die Röthenbacher Werner Syska, Luis Buhl und Drohnenpilot Thomas Seywald. Ist man früher durch die Wiesen gelaufen, um junge Kitze vor der Mahd zu retten, übernimmt heute mehr und mehr die Beobachtung aus der Luft mittels Drohne diese Funktion. „Wir sind eine private Initiative zum Tierwohl seit etwa zehn Jahren“ so Syska. Auslöser war, dass zwei Kitze bei der Mahd ums Leben kamen, erzählt dazu Seywald. Luis Buhl war der Initiator der Tierretter. Seywald, der damals schon eine Drohne besaß, bot sich an, die Felder nach Kitzen abzufliegen.
Rote Flecken auf dem Bild
Das Team trifft sich in den Morgenstunden. Wenn die Erde noch kühl ist, kann Seywald auf dem Monitor der Drohnensteuerung die Temperaturunterschiede der Wärmebildkamera gut erkennen (Foto). „Ich fliege in einer Höhe von 40 bis 50 Metern“, sagt er. Entdeckt er ein verdächtiges Tier, kann das Bild vergrößert werden. Das Bodenteam wird per Funk zum Kitz geführt. Da die jungen Kitze noch keinen Fluchtinstinkt haben, können die Retter sie mit Handschuhen und Gras leicht in einen Transportkorb setzen und nach dem Mähen zurückbringen. Bei der zweiten Mahd sind die Kitze bereits mobiler und man benötigt mehr Helfer. Mit einem Käscher versucht man, die im Gras liegenden Kitze zu fangen und in Sicherheit zu bringen.
❗Info:
Unter www.kreisjagdverband-lindau.de ist Marvin Wertz Ansprechpartner bei der Organisation Kitzrettung.
Unter www.kitzrettung-hilfe.de gibt es viel Wissenswertes rund um das Thema.
📸Drohnen-Foto: Thomas Seywald