06/06/2012
Die olympischen Sommerspiele. Ein großartiges Ereignis voller Sportsgeist, Völkerverständigung und Athletinnen in knappen Shorts. Eine große Sache für die beteiligten Sportler, für Medien und unterstützende Ausstatter. Der Geist dieses Ereignisses sollte vor nunmehr fünf Jahren in einem Logo zusammengefasst und kommuniziert werden. Herausgekommen ist das schon bekannte, furchtbare Gewurschtel aus der Agentur Wolff Olins aus London.
Ich habe bereits vor fünf Jahren die Intention der Gestaltung nicht verstanden und gehofft, im Laufe der Zeit in das Logo "reinzuwachsen". Fünf Jahre später muss ich sagen: es ist immer noch scheiße! Sorry. Die Bildsprache ist, wohlwollend betrachtet, nicht vorhanden. Weniger wohlmeinende Gesellen haben aber bereits viele andere Symbole rausgelesen. Von einem Bl***ob von Lisa Simpson bis zum klassischen Hakenkreuz ist eigentlich alles dabei. Keine Symbologie für Attribute wie "gemeinsam", "zusammenwachsen", "Freundschaft", "Gleichheit", usw. Dafür aber eine völlig unpassende Typographie und eine Farbgebung, die die Aussicht auf eine spontane Erblindung sehr verlockend werden lässt. Verschiedenste Nationen und religiöse Gruppen sehen in diesem Logo einen Angriff und laufen dagegen Sturm. Das ist natürlich Unsinn, aber die aggressive Silhouette und die unklare Symbolik lädt auch förmlich dazu ein.
Es wäre keine Schande gewesen, das Logo in dieser Zeit nocheinmal überarbeiten zu lassen, aber man hat aus Imagegründen seitens des IOC beschlossen, die gezahlten 400.000 Pfund als gut angelegt zu betrachten. Schade. Falsche Entscheidung. Scheiß Logo. Punkt.