23/08/2026
Tag 4 / Tag 60 - Stell niemals jemanden ein, weil du ihn brauchst.
Ich hab mal jemanden eingestellt, weil ich ihn gebraucht hab. Nicht, weil er gut war.
Das hat mich richtig Geld gekostet. Aber ich bin eine Erfahrung reicher, und die geb ich dir hier weiter.
Denn aus Not einstellen ist der teuerste Fehler, den du bei Personal machen kannst. Und fast jeder macht ihn, weil der Druck da ist und man denkt: wird schon passen.
Wird es nicht. Das merkst du in Monat vier.
Was stattdessen hilft, ist ein Prozess, an den du dich hĂ€ltst â auch dann, wennâs brennt:
1. Schnell melden. Und dranbleiben.
Die meisten rufen zweimal an, erreichen niemanden und legen die Bewerbung weg. Das ist zu frĂŒh. Vier bis fĂŒnf Versuche sind normal, aber nicht jeden Tag hintereinander, sondern in unterschiedlichen AbstĂ€nden und zu unterschiedlichen Uhrzeiten. Wer im Schichtdienst steckt, geht mittags eben nicht ran.
2. Den Lebenslauf wirklich lesen.
Bringt er die Erfahrung mit, die du tatsÀchlich suchst, oder hat er nur mal reingeschaut? Und wechselt er jedes Jahr oder alle zwei Jahre den Betrieb? Das muss kein Ausschlusskriterium sein, aber dann frag nach. Wieso, weshalb, warum. Und dann hör zu. Meistens erzÀhlt dir jemand in zwei Minuten selbst, ob er bleibt oder nicht.
3. Praxistest, aber realistisch.
Ăberleg dir eine Aufgabe, die er eigenstĂ€ndig können muss, wenn er bei dir anfĂ€ngt. Nicht die Poolanlage â sowas, das in ein bis zwei Stunden machbar ist. Und dann schau genau hin: Wie geht er ran? Wie schnell ist er? Und was kommt am Ende raus?
4. Erst dann entscheiden.
Nur wenn du danach sagst: passt, richtig gut â stellst du ein. Nicht weil du niemanden sonst hast.
Ja, das dauert lĂ€nger. Und ja, das fĂŒhlt sich falsch an, wenn du dringend jemanden brauchst. Aber der Falsche kostet dich am Ende mehr Zeit als die drei Wochen, die du dir jetzt sparst.
Tag 4 von 60.
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