13/03/2018
Wir sind startklar! Mit tatkräftiger Hilfe unserer Illustratorin Antje haben wir heute Nachmittag noch die letzten Seiten sortiert, dutzende Illustrationen eingelegt und in unseren handgefertigten Birkenholz-Einband eingeschraubt.
Morgen geht es in Richtung Leipzig zum Aufbau unseres Messestandes. Ab Donnerstag findet ihr uns dann in Halle 5 an Stand D304 zwischen vielen anderen Self Publishern :-)
Bis dahin erfahrt ihr an dieser Stelle schon einmal, wie es mit unserem Historienmärchen weitergeht:
„Jetzt hör doch endlich auf! Ich wollte wissen, wie der sächsische Kaffee entstanden ist und du erzählst von Habsburgern, Osmanen, vom Sultan – was hat das alles denn überhaupt mit Kaffee zu tun?“ funkt plötzlich der Geschichtenschnitzer dazwischen. Er hat wirklich lang genug zugehört, jetzt ist es aber aus mit seiner Geduld. Miriquidi rollt mit den Augen angesichts seines zeternden Zuhörers.
„Mach‘ mal langsam“, entgegnet der Zwerg. „Wer den Geist
des sächsischen Kaffees verstehen will, der muss die ganze Geschichte verstanden haben. Du willst einfach nur gesagt haben, so war es. An dem und dem Tag entstand das und das, das ist so und das wird sich nie ändern. Typisch Mensch!“
„Nicht auf den Punkt kommen, labern, labern, labern und kein Ende finden. Typisch Zwerg“, gibt der Geschichtenschnitzer schnippisch zurück. „Pass‘ mal auf! Du willst Geschichten erzählen. Da hast du mir gefälligst zuzuhören. Ich bin gleich stinkesauer! Schenke mir lieber noch einen Kaffee nach“, sagt
der Zwerg in gebieterischem Ton.
Doch das lässt den Geschichtenschnitzer völlig kalt. „Pah, das hättest du wohl gerne! Übrigens, meine Maschine geht wieder. Ich könnte jetzt schleifen“, spricht er und wirft auch schon die brüllende Maschine an. Der Zwerg hält sich in Anbetracht des ohrenbetäubenden Lärms die Ohren zu und brüllt: „Das ist mir zu laut, dann hau ich lieber ab! Aber vorher nehme ich noch einen Coffee to go!“
„Und was soll ich mit einer halben Geschichte?“, grübelt der Schnitzer halblaut vor sich hin. „Das ist heute einfach nicht
mein Tag“, sagt er kopfschüttelnd, legt das Schleifgerät beiseite und greift zur Kaffeekanne. „Eben“, sagt der Zwerg mit einer
Spur Selbstzufriedenheit in der Stimme, „was willst du mit einer halben Geschichte. Dann fragen dich alle, wie geht es weiter.
Ich fahre aber erst fort, wenn du mir noch einen Kaffee machst. Denn bei diesem Sauwetter kannst du mich unmöglich vor die Tür setzen.“
Was soll’s, denkt der Geschichtenschnitzer bei sich. Prinzipienreiterei bringt ihm bei diesem Besucher seiner Werkstatt ohnehin nicht weiter und eine zweite Tasse Kaffee klingt auch gar zu verlockend. „Nun ja, das haben wir uns irgendwie auch verdient. Du hast erzählt und ich habe meine Schleifmaschine repariert.“
Und so schenkt der Mensch beiden frischen Kaffee nach. Aus den Tassen steigt der Dampf auf und die braune Köstlichkeit erfüllt mit ihrem Duft sogleich die gesamte Werkstatt. Beide nippen vorsichtig an ihrem Kaffee und schauen sich über die Tassen hinweg versöhnlich an. „Aahh, wunderbar“, sagen beide wie aus einem Mund, dass es ihnen das Grinsen ins Gesicht treibt. Und so überlegt Miriquidi, wie die Geschichte weitergeht...