17/04/2020
FEHLINTERPRETATIONEN EINER PALMBLATTLESUNG
Im letzten Beitrag hatte ich über das Risiko gesprochen, sich zum Erfüllungsgehilfen eines Palmblattlesers zu machen. Nicht nur diese Möglichkeit besteht, sondern auch die, Aussagen einer Lesung vielleicht sogar ganz falsch interpretiert zu haben.
Meine eigene Erfahrung: In Indien sagte man mir, ich würde Menschen zu Palmblattbibliotheken bringen. Zwei Jahre später auf Bali sagt der Leser unabhängig davon das gleiche. Ich meine mich zu erinnern, dass mir daraufhin der Übersetzer vorschlug, dass wir ja zusammen etwas konzipieren könnten, wenn ich mit Gruppen nach Bali käme.
Eigentlich habe ich die Inhalte der Lesung in einem Ordner abgeheftet und für mich die Regel aufgestellt, erst bestimmte Entscheidungen zu treffen und danach erst zu lesen, ob sich dazu etwas in einer Lesung findet. Dennoch kann ich heute nicht mehr mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, ob alle meine Handlungen nach meinen Lesungen einflussfrei von diesen waren.
2014, nach einem beruflichen Irrweg (was eine Lesung als beruflichen Wechsel genannt hatte, eine andere als Gefahr, wobei ich die inzwischen vergessenen Informationen der zweiten Lesung erst wieder fand, nachdem das Kind schon in den Brunnen gefallen war, siehe alte posts) habe ich mich als Reiseveranstalter versucht.
Erfolg war mich nicht beschert. Verstanden habe ich es auch nicht. Menschen schienen bei einem Wettbewerber fleißig Fünf-Tage-Trips zu Palmblattlesungen zu buchen, die teurer waren als meine Neun-Tage-Pakete inklusive Reisehighlights wie Besuch des Taj Mahals, bedeutender Anlagen der indischen Geschichte und beeindruckender Städte im schönen Rajastan.
Aber was hatten die Palmblattleser gesagt? Du wirst Reiseveranstalter und nimmst Menschen persönlich an der Hand, um mit Ihnen zu den Palmblattbibliotheken zu fahren? Nein! Wortgenau, Du bringst Menschen zu Palmblattbibliotheken! Aber habe ich nicht genau das getan, nur anders?
Mein Buch über Palmblattlesungen mit Tipps für die eigene Reise zu Palmblattbibliotheken, hat sich in vierstelliger Zahl verkauft. Mehrere hundert Menschen verfolgen meine posts auf facebook. Unzählige Menschen haben meine Internetseite zum Thema besucht. Wie viele habe ich, in inzwischen über zehn Jahren, also inspiriert, eine Palmblattbibliothek zu besuchen. Wie viele auch immer, habe ich so nicht letztendlich Menschen zu Palmblattbibliotheken gebracht?
Mr. Murthy hatte mir aber noch etwas auf den Weg gegeben: "Lerne, Dinge auf Dich zukommen zu lassen. Alles passiert, wenn die Zeit reif ist, erzwingen kannst Du nichts!" Wird es also doch noch Reisen zu Palmblattbibliotheken geben? Nicht, dass ich wieder auf meine eigene Fehlinterpretation reinfalle, lach :-)